Samstag, 31. Juli 2010

Perry Rhodan-Stammtisch in Porz

In unregelmäßigen Abständen lädt Wolfgang Spengler zum Porzer Perry-Rhodan Stammtisch, der seit geraumer Zeit in der Gaststätte Porzer Pinte stattfindet. Heute mittag war es wieder einmal soweit, und da Wolfgang mich seit Wochen mit diversen Mails auf das Treffen eingeschworen hatte, ließ ich mich natürlich gerne dort sehen.
Es war wie immer eine überschaubare kleine Runde, die sich, von mir aus gesehen, am anderen Ende der Stadt zusammenfand. Als ich gegen 13 Uhr eintraf, hatten die Jungs schon ein Kölschfäßchen am Tisch aufgebaut.
Obwohl es sich um einen Rhodan-Stammtisch handelt, wurde mehr über Atlan und Professor Zamorra geredet. Auch Ren Dhark wurde angesprochen und sogar ein wenig über Fußball debattiert, woran ich aber keine Schuld trug.
Die Porzer Pinte ist gemütlich, und man kann auch etwas essen. Das kam mir sehr gelegen, da ich vorher zu Hause ein paar Manuskriptseiten geschrieben und nichts zu mir genommen hatte, was leichtes Magengrimmen verursachte.
So paßte alles prima zusammen. Warum Wolfgang den Stammtisch auf die gewöhnungsbedürftige Mittagszeit um 12 Uhr legt, bleibt allerdings sein Geheimnis.

Mittwoch, 28. Juli 2010

Kürschners Deutscher Literatur-Kalender

Alle paar Jahre kommt ein Schreiben aus Leipzig, wo der Kürschner Literatur-Kalender verlegt wird. Das Nachschlagewerk blickt auf eine lange Tradition seit 1879 zurück. In diesem Jahr erscheint bereits die 67. Ausgabe.
Dabei ist die Bezeichnung Kalender recht irreführend. Denn es handelt sich um ein 1800 Seiten starkes Handbuch, welches akribisch die Autorinnen und Autoren deutschsprachiger Belletristik verzeichnet.
Neben Informationen über die Autoren gibt es Auflistungen der veröffentlichten Bücher, der Übersetzungen, Filmwerke und was der Dinge mehr sind. In dem Schreiben wird jeder in dem Handbuch Verzeichnete darum gebeten, seine Arbeiten zu aktualisieren und fehlende Veröffentlichungen hinzuzufügen.
So habe ich eben noch einmal rekapituliert, was ich in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht habe, und in den Vordruck eingetragen. Es ist erstaunlich, was da zusammenkommt. Eine Menge Ren Dhark-Bücher, ein paar Atlan-Taschenbücher und einige Sternendschungel Galaxis-Paperbacks.

Dienstag, 27. Juli 2010

Die Zeichenkunst des Ralph Voltz

Seit der Neuauflage in Buchform zeichnet Ralph Voltz die Titelbilder für Ren Dhark. Einen besseren Coverkünstler kann man sich kaum wünschen. Im Laufe der Jahre bin ich immer mehr zum Voltz-Fan geworden.
Die Science Fiction wurde Ralph gewissermaßen in die Wiege gelegt. Schließlich war sein Vater kein geringerer als der langjährige Perry Rhodan-Teamautor und Exposeverfasser William Voltz.
Seit 1996 fertigte Ralph über 130 Titelbilder für die Perry Rhodan-Serie an. Dabei verbesserte er seinen Stil und vor allem die Darstellung von Personen ständig. 2004 endete, für mich ziemlich überraschend, seine Arbeit für Rhodan, und Ralph verlegte sein Tätigkeitsfeld in andere Bereiche.
Besonders Ren Dhark hat davon profitiert. Von Buch zu Buch, sowohl bei der Erstauflage als auch für die Sub-Reihen, liefert Ralph klasse Bilder, die mich jedesmal aufs neue begeistern. Zuweilen haut es mich richtig von den Socken, wenn er eine Szene zu einem meiner Dhark-Romane illustriert und zum Titelbild gestaltet. Ich habe von jeder Szene, die ich schreibe, eine bildliche Vorstellung, die von Ralphs Darstellungen um zahlreiche Nuancen erweitert und optisch erst richtig zum Leben erweckt werden.
Ich hoffe, Ralph zeichnet mindestens so lange für Ren Dhark, wie ich dafür schreibe. Ich möchte seine herrlichen SF-Bilder nämlich nicht missen.

Montag, 26. Juli 2010

Unterwegs mit Alaska Saedelaere

Der Mann mit der Maske ist eine der faszinierendsten Gestalten in der Perry Rhodan-Serie. Schon früh avancierte Alaska Saedelaere, neben dem Zeitlosen Ganerc, zu meiner Lieblingsfigur im sogenannten Perryversum. Nicht von ungefähr standen beide im Mittelpunkt meines 1997 erschienenen Rhodan-Taschenbuchs Rückkehr nach Derogwanien.
Nun hatte ich Gelegenheit, Saedelaere wieder einmal in den Einsatz zu führen. Der hat es für den kosmischen Menschen, wie Alaska genannt wird, in sich.
Seit einigen Jahren erscheint PERRY RHODAN EXTRA, ein Ableger der Perry Rhodan-Serie. Die Extra-Hefte erscheinen halbjährlich als Heftromane und präsentieren abgeschlossene Abenteuer aus dem rhodanschen Kosmos, die allerdings häufig einen Bezug zur Handlung in der Erstauflage aufweisen.
Den Extras liegt stets eine weitere Geschichte bei, nämlich ein Hörbuch in Novellenlänge. Das ist rund ein Drittel der Länge eines Heftromans. Zum anstehenden PR EXTRA 11 habe ich das Hörbuch verfaßt, und in dem spielt besagter Alaska Saedelaere die Hauptrolle. Nach ein paar abschließenden Änderungen habe ich das Manuskript an die Perry Rhodan-Redaktion geschickt.
Inhaltlich gestaltet sich die Geschichte mysteriös. Auf der Erde wird eine uralte Einrichtung entdeckt, und der Maskenträger scheint prädestiniert zu sein, sich darum zu kümmern. Dabei muß er erkennen, daß das Relikt aus einer längst vergangenen Epoche eng mit seinen eigenen, persönlichen Dämonen zu tun hat.

Freitag, 23. Juli 2010

Gisol auf der Flucht

Die Umstände zwingen den gestaltwandlerischen Worgun Gisol, Hals über Kopf von seinem Heimatplaneten Epoy zu fliehen. Das Geschehen in der Galaxis Orn schließt unmittelbar an die Szene an, mit der ich diese Handlungsebene im vorangegangenen Buch beendet habe.
Heute morgen ist das neue Ren Dhark-Expose für WEG INS WELTALL 26, Notruf von Orn, eingetroffen. Ich habe es bereits durchgelesen, nach meinem eigenen System untergliedert, wie ich es stets mache, bevor ich mich an die Ausarbeitung eines Manuskripts begebe, und gedanklich ein paar Handlungsschwerpunkte gesetzt.
So sind die wenigen Vorbereitungen getroffen, und ich werde heute noch mit dem Schreiben des neuen Romans beginnen. Den actionbetonten Einstieg in die Geschichte sehe ich schon deutlich vor mir.

Donnerstag, 22. Juli 2010

Perry Rhodan mit viel Action

Ich schaue öfters in das Online-Fanzine http://www.zauberspiegel-online.de/. Zu meiner Überraschung wird dort derzeit über den Perry Rhodan-Ableger PERRY RHODAN ACTION diskutiert. Zu meiner Überraschung deshalb, weil PRA im August 2009 mit Band 36 eingestellt wurde, vor fast einem Jahr also.
Knapp anderthalb Jahre zuvor war die neue Heftromanserie nach Exposes von Christian Montillon gestartet. Sie spielte in der Frühzeit der Rhodan-Serie und war deutlich actionlastiger angelegt als die laufende Erstauflage. Es gab keine Superintelligenzen in der Handlung, keinen kosmischen Überbau, sondern bodenständige Science Fiction wie zu Zeiten des Solaren Imperiums in den ersten 200 Ausgaben der Perry Rhodan-Serie. Neben dem Titelhelden selbst, der zumeist im Mittelpunkt der Handlung stand, gingen Gucky und viele andere bei den Lesern immer noch beliebte Mutanten in die Einsätze.
Als zweiwöchentlich erscheinender, abgeschlossener Minizyklus mit zwölf Romanen konzipiert, erschien PR ACTION 1 im April 2008. Da wußte ich bereits, daß ich zwei Hefte der neuen Miniserie schreiben würde. Es waren die Nummern 4 (Festung der Regenten) und 8 (Sternentod).
Der DEMETRIA betitelte Zyklus lief so gut, daß bereits zur Halbzeit beschlossen wurde, ihm eine ebenfalls zwölfbändige Fortsetzung folgen zu lassen. Ich bekam eine Anfrage von Chefredakteur Klaus N. Frick, ob ich abermals zwei Romane beisteuern wolle. Natürlich wollte ich.
So ging es weiter mit dem KRISTALLMOND-Zyklus, und in dessen Verlauf wurde entschieden, einen dritten Zyklus folgen zu lassen. Für KRISTALLMOND schrieb ich die Romane 15 (Trabant der Opulu) und 21 (Die Puppe Tanisha).
Im Dezember 2008 traf ich mich in Rastatt mit Klaus Bollhöfener, Atlan-Autor Rüdiger Schäfer und einigen anderen zum von Bolli initiierten sogenannten Old-Man-Treffen. Ich nutzte die Gelegenheit zu einem Besuch in der VPM-Redaktion und einem Gespräch mit Klaus N. Frick. Dabei wurde festgelegt, daß ich für den dritten, WEGA genannten Zwölfteiler einen Doppelband schreiben sollte. Es wurden die Hefte 27 (Mutantenschule Crest) und 28 (Das Venusgehirn).
Im Verlauf des WEGA-Zyklus kam dann leider das von mir so schnell nicht erwartete Aus für die kleine Serie, die mir bereits ans Herz gewachsen war. In einer Mail aus Rastatt erfuhr ich, daß es keine vierte Staffel von PRA geben wird.
Natürlich war das eine Enttäuschung. Andererseits hat es die ursprünglich nur auf zwölf Hefte angelegte Reihe auf die dreifache Länge gebracht. Und daß jetzt, ein Jahr nach dem letzten erschienenen Roman, immer noch oder wieder darüber diskutiert wird, ist erfreulich.
Denjenigen, die PRA nicht kennen und mal einen Blick hineinwerfen möchten, empfehle ich die Buchausgabe der ersten Staffel. Die zwölf DEMETRIA-Hefte sind als dreibändige Taschenbuchausgabe im Edel-Verlag erschienen.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Die Stille im Wald

Vor kurzem hörte ich eine gleichermaßen philosophische wie augenzwinkernde Frage. Sie wurde in der amerikanischen Krimiserie Criminal Minds gestellt. Sinngemäß lautete sie:
Verursacht ein im Wald umstürzender Baum auch dann ein Geräusch, wenn niemand da ist, der hinhört?
Ich werde mich mal unbemerkt und mit der Hoffnung, daß die Ents es nicht mitbekommen, in den Königsforst schleichen und lauschen.

Dienstag, 20. Juli 2010

2 Contermine in 2012

Ich erwähnte an anderer Stelle bereits, daß es auch 2012 wieder einen Coloniacon geben wird. Er findet wie (fast) immer im Jugendpark in Köln-Deutz statt, und zwar am 27. und 28. Mai. Mit diesem Termin kommt es zu keiner Kollision mit der Fußball-Europameisterschaft 2012, die vom 8. Juni bis zum 1. Juli in Polen und der Ukraine stattfindet.
Nun verlautbarten die aktiven Science Fiction-Fans aus Nürnberg und Umgebung, daß sie in zwei Jahren nach längerer Pause auch wieder einen Frankencon veranstalten. Das freut mich, denn die Veranstalter legen sich stets ins Zeug. Termin des 4. Frankencon ist der 2. und 3. Juni 2012.
Zwar finde ich die zeitnahe Ansetzung zum Coloniacon recht unglücklich gewählt, doch werde ich, wenn es sich machen läßt, 2012 Schwanstetten wieder einen Besuch abstatten. Bei den vorangegangenen Cons im dortigen Bürgerhaus fühlte ich mich bestens unterhalten.

Samstag, 17. Juli 2010

Classic Rock, ein neues Musik-Magazin

Als Musikliebhaber lese ich den hervorragend gemachten ROLLING STONE seit der ersten in Deutschland erschienenen Ausgabe. Er bereitet mir jeden Monat einige informative Stunden Lesegenuß rund um die Rockmusik.
Seit kurzem gibt es ein neues, zweimonatlich erscheinendes Musikperiodikum. In seinem Mutterland Großbritannien erscheint CLASSIC ROCK seit über zehn Jahren mit großem Erfolg. Deshalb hat man sich nun an eine deutsche Ausgabe gewagt, von der ich inzwischen das zweite Heft in Händen halte.
Bisher gefällt mir CLASSIC ROCK ziemlich gut. Das Magazin deckt große Bereiche der Rockmusik ab, die ich seit jeher höre. Die meisten Bands, über die berichtet wird, stehen in meinem Platten- oder CD-Regal. Das Spektrum reicht von den Rolling Stones zu Ginger Baker, von Led Zeppelin zu Paul Weller und von den Scorpions bis zu Stephen Stills.
Höhepunkt der ersten Ausgabe ist ein längerer Artikel mit dem Titel 1980 - Zwölf Monate im Zeichen des Donners. Er handelt davon, wie der Heavy Metal 1980 richtig in Schwung kam und AC/DC trotz des Todes von Bon Scott ihren gigantischen Siegeszug antraten.
In der zweiten Ausgabe sticht ein achtzehnseitiges Special über die 100 besten Rockgitarristen hervor. Das besondere daran ist, daß es die Saitenvirtuosen selbst sind, die sich über ihre Kollegen und Idole äußern.
Ich finde die bisherige Mischung von CLASSIC ROCK sehr gelungen. Wenn es so weitergeht, werde ich sicher zum Stammleser.

Freitag, 16. Juli 2010

Ein Bücherwurm

Eine nette kleine Denksportaufgabe, die mir sehr gut gefallen hat:
In einem Regal steht eine zehnbändige Lexikonausgabe. Jeder einzelne Band umfaßt einschließlich Vorder- und Rückseite exakt 100 Seiten.
Auf Seite 1 des ersten Bandes wird ein hungriger kleiner Bücherwurm geboren. Sofort macht er sich daran, sich durch die Bücher Richtung Band 10 zu fressen. Nachdem er aus dem letzten Buch wieder herausgekommen ist, stirbt der arme Kleine.
Frage: Durch wie viele Seiten hat der Bücherwurm sich gefressen?

Donnerstag, 15. Juli 2010

Neues Projekt

Ich habe heute ein grobes Konzept für eine Buchreihe an einen Verlag geschickt. So etwas auszuarbeiten, dauert bei mir unendlich lange, und ich bin froh, dass ich es halbwegs hinbekommen habe. Einen Roman schreibe ich fast schneller.
Inhaltlich handelt es sich um eine Abenteuergeschichte mit Science Fiction-Elementen, gelegentlichen Mystery-Anleihen und einer weltweiten Verschwörung. Die Handlungszeit ist 2010, aber zwischendurch kann es auch mal ein paar Tausend Jahre in die Vergangenheit gehen.
Ob etwas daraus wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Auf jeden Fall bin ich gespannt auf die Reaktion.

Montag, 12. Juli 2010

Finale Treterei

Von diesem Endspiel hatte ich wesentlich mehr erwartet, nämlich hohe Fußballkunst zwischen Niederlande und Spanien. Leider erging sich die Begegnung überwiegend in Tretereien und einer Vielzahl schwerer Fouls.
Was beide Mannschaften, besonders die Holländer, geboten haben, war eines Endspiels bei einer Fußballweltmeisterschaft kaum würdig. Das ist mehr als schade.
Trotzdem Glückwunsch an die Spanier, die es als zweite Nation geschafft haben, als amtierender Europameister die Weltmeisterschaft zu gewinnen. Vor ihnen war das 1972 und 1974 nur der deutschen Elf gelungen.
Umgekehrt ist es überhaupt erst einmal vorgekommen. Frankreich, Weltmeister im Jahre 1998, wurde 2000 auch Europameister.

Sonntag, 11. Juli 2010

Spiel um den 3. Platz

Es gibt Stimmen, die fordern, das Spiel um den 3. Platz bei der Weltmeisterschaft abzuschaffen. Angeblich interessiere es die dafür qualifizierten Mannschaften nicht. Solche Überlegungen kann ich nicht nachvollziehen.
Die gestrige Begegnung zwischen Uruguay und Deutschland war ein deutliches Argument gegen diese Behauptung. Beide Mannschaften sind nämlich noch einmal mit Herzblut zur Sache gegangen und haben den Zuschauern ein tolles Spiel geboten. Ich habe es mir mit großem Gefallen angesehen.
Besonders die junge deutsche Mannschaft hat noch einmal gezeigt, was spielerisch und technisch in ihr steckt. Die Zeiten sind vorbei, in denen man nur mit den sogenannten deutschen Tugenden Kampf und Einsatz Erfolge erzielte. Auch wenn es im Halbfinale gegen Spanien noch nicht ganz gereicht hat, ist man auf dem besten Weg. Ich bin sicher, unsere Mannschaft wird in den kommenden Jahren für Furore sorgen.
Schön fand ich, daß Joachim Löw die Ersatzspieler rangelassen hat. Noch schöner, daß wir gegen die starken Südamerikaner gewonnen haben und wie schon 2006 zumindest das kleine Finale für uns entscheiden konnten.
Der Weltmeister wird heute abend zwischen Niederlande und Spanien gekürt. Ich bin schon gespannt auf die Begegnung und hoffe, daß die Endspielgegner eine Partie abliefern, die diesen beiden starken Mannschaften gerecht wird.

Samstag, 10. Juli 2010

Rockin' All Over the World

Am Kölner Tanzbrunnen war die 3. Classic Rocknacht angekündigt, und ich bereitete mich mit drei Kumpels auf einen heißen Tag vor. Ein wenig graute mir davor, sechs Stunden bei 35 Grad in der prallen Sonne zu stehen. Aber der Tanzbrunnen bietet einige schattige Ecken, und ich nahm mir vor, mich so gut es eben geht im Schatten aufzuhalten.
Doch es kam ganz anders. Zur allgemeinen Überraschung war das eigentlich als Open Air geplante Konzert in die angrenzende Halle verlegt worden. Die sollte klimatisiert sein, was sich auch bewahrheitete.
Dummerweise bringt eine Klimaanlage aber nur etwas, wenn Türen und Fenster geschlossen sind, und das läßt sich bei einem Konzert, bei dem es permanent rein- und rausgeht, nun einmal nicht praktizieren. So war es anfangs angenehm temperiert, um dann in der Halle stetig heißer zu werden, bis einem der Schweiß in Strömen übers Gesicht rann.
Da ich etwas zu spät kam, war der Auftritt des ersten Interpreten bereits vorbei. Ich muß zugeben, von Tim Knoll habe ich noch nie gehört. Hoffentlich habe ich nicht allzu viel verpaßt.
Ihm folgte Midlake, eine Band aus Texas, die unter Alternative Rock geführt wird. Ich fand die gitarrenlastige Gruppe recht gut, ohne daß sie mich vom Hocker gerissen hätte.
Danach kam Jimmie Vaughan auf die Bühne. Der begnadete Gitarrist lieferte mit seiner Band anderthalb Stunden feinsten Bluesrock ab, der durch eine zweiköpfige Bläsersektion auch leichte Swingelemente aufwies. Zwischendurch zeigte Vaughan, daß er es wie einst Jimi Hendrix versteht, seine Gitarre hinterm Kopf zu spielen. Nett anzusehen, und der Auftritt war klasse.
Restlos begeistert war ich vom Höhepunkt des Abends, nämlich von John Fogerty und seiner sechsköpfigen Band. Fogerty und Springsteen sind meine unangefochtenen Rock'n'Roll-Helden und lassen selbst Koryphäen wie Neil Young, Bob Dylan und Mark Knopfler hinter sich.
Bei einem John Fogerty-Konzert kann man sich darauf verlassen, daß einem keine Zeit zum Atemholen bleibt. So war es auch gestern wieder. Fogerty war wie immer in bester Spiellaune und jagte durch einen schweißtreibenden Querschnitt seiner großen Hits - die so zahlreich sind, daß es schwerfällt, nicht den Überblick darüber zu verlieren.
65 Jahre alt ist der ehemalige Frontmann von Creedence Clearwater Revival inzwischen, doch weder sieht noch merkt man sie ihm an. Er ist das typische Beispiel für das, was man einen Berufsjugendlichen nennt.
Das schlägt sich in John Fogertys Bühnenpräsenz, seiner Musik und deren Präsentation nieder. Mit seinem leidenschaftlich gespielten Rock'n'Roll und Country-Rock brachte er die Halle vom ersten Lied an zum Kochen. Jedes seiner Stücke, von denen die meisten längst als Klassiker gelten, wurde frenetisch bejubelt. Zu denen gehört übrigens auch Rockin' All Over the World, das später von Status Quo gecovert und zu einem Welthit wurde. Fogerty spielte den Gassenhauer als Einstieg in seinen Zugabenteil.
Es war ein herausragender Auftritt mit einer Fülle phantastischer Songs und großartigen Begleitmusikern, und das über zwei Stunden lang. Wenn man solche handgemachte Musik von solchen Könnern hört, ist man sich über eins sofort wieder im klaren.
Nämlich daß die heutzutage im Radio gespielte Musik größtenteils Einheitsbrei ist und daß es sich bei den meisten Chartplatzierungen um seelenlose Hitclone handelt, an die sich nach einem Jahr kein Mensch mehr erinnert. Und das ist auch gut so.

Freitag, 9. Juli 2010

Öffentliches Gucken

Nun, da bei der diesjährigen Fußballweltmeisterschaft nur noch zwei Spiele vor uns liegen, ist es an der Zeit, ein paar Worte über das Phänomen zu verlieren, das mir bei der WM vor vier Jahren zum ersten Mal aufgefallen ist. Falls es vorher schon vorhanden war, hat es jedenfalls 2006 neue Dimensionen angenommen.
Nicht nur in Köln, sondern quer durch die Republik wurden zu den WM-Spielen der deutschen Mannschaft Fanmeilen und Public Viewing-Bereiche eingerichtet. Mal abgesehen davon, daß ich immer noch in Kilometern rechne und nicht in Meilen, ist mir Public Viewing ein Grauen. Das trifft auf den Begriff ebenso zu wie auf die organisierte Massenveranstaltung, die hinter ihm steckt.
Ich schrieb bereits an anderer Stelle, daß auch ich Fußball nicht gern allein anschaue, sondern gemeinsam mit ein paar Freunden und Bekannten bei dem einen oder anderen Bier. Das ist aber etwas anderes, als in einer anonymen Massenveranstaltung zu stehen und mich mit Leuten zu verbrüdern, mit denen ich sonst nicht das geringste zu tun habe.
Und unter denen sind soundsoviele, die ansonsten wiederum mit Fußball nichts zu tun haben. Sie waren noch nie in einem Stadion und kennen zum Teil nicht einmal die Regeln. Hören sie gelegentlich, daß man sich in einem kleinen Stadion ein Oberligaspiel ansieht, schütteln sie verständnislos den Kopf und fragen einen, wie man "für sowas" seine Zeit verschwenden kann.
Manche zeigen ihr Interesse erst, wenn sie mitbekommen, daß eine Mannschaft - wie in diesem Fall die deutsche Nationalmannschaft - auf einer Erfolgswelle schwimmt. Dann lassen sie sich plötzlich und gerne von der Euphorie anstecken und schließen sich den Feierlichkeiten an, wobei es ihnen im Grunde völlig egal ist, ob es nun eine erfolgreiche deutsche Fußballmannschaft ist, mit der sie jubeln, oder eine Lena Meyer-Landrut, die in einem unsäglich schlechten musikalischen Trällerwettbewerb gewinnt. Hauptsache ist, man kann die deutsche Fahne schwenken und in einen kollektiven Glückstaumel eintauchen.
Ist die Fußball-WM vorbei oder Deutschland gar ausgeschieden, erlischt das Interesse am Fußball so schnell, wie es aufgeblüht ist. Von mir aus sollen diese Leute feiern, soviel sie wollen, das ist schließlich jedermanns gutes Recht. Aber sie mögen sich dann bitte nicht für eine kurze Weile als Fußballfans bezeichnen.
Denn Fußballfans halten mit Herzblut auch dann zu ihrem Verein, wenn es schlecht läuft und Spiele in Serie verloren geht. Fußballfans sind Fußballfans - und das unterscheidet sie von sogenannten Eventies und Erfolgsfans.
Und eins noch dazu: Den gräuslichen Ausdruck Schland kann ich überhaupt nicht mehr hören.

Donnerstag, 8. Juli 2010

Der nächste Gegner ist immer der schwerste

Das sagte der legendäre Sepp Herberger, der Trainer unserer Weltmeistermannschaft von 1954, so treffend. Spanien, der Halbfinalgegner 2010, war für die deutsche Mannschaft sogar zu schwer. Das muß man anerkennen.
Inzwischen habe ich die Niederlage gegen die Ballartisten des FC Barcelona und von Real Madrid so halbwegs verdaut. Fest steht, am spanischen Sieg gibt es nichts zu rütteln. Der war verdient, obwohl die deutsche Mannschaft sich besser verkauft hat als im Endspiel der Europameisterschaft vor zwei Jahren.
Insgesamt gesehen haben die Jungs mit dem Adler auf der Brust bei dieser WM überzeugt und phasenweise richtig begeisternden Fußball gespielt. Löws junge Truppe hat im internationalen Vergleich deutlich aufgeholt. Das hatte sich bereits bei den tollen Siegen gegen England und besonders gegen Argentinien gezeigt. Ich schätze, von dieser Mannschaft können wir in den nächsten Jahren noch einiges erwarten.
Ich bin schon sehr gespannt auf die Euro 2012 in Polen und der Ukraine. Denn, wie ebenfalls Sepp Herberger weise von sich gab, nach dem Spiel ist vor dem Spiel.
Doch übermorgen wird selbstverständlich noch das Spiel um den dritten Platz zwischen Uruguay und Deutschland angeschaut. Und am kommenden Sonntag das Finale zwischen Niederlande und Spanien.

Dienstag, 6. Juli 2010

Oranje boven

Ich hatte es mir ja gedacht. Die Niederlande stehen durch einen Sieg gegen Uruguay im Endspiel. Am Ende taten die Holländer sich zwar noch recht schwer, und das Ergebnis fiel mit 3:2 denkbar knapp aus, war aber letztlich verdient.
Sollte unsere Mannschaft morgen gegen Spanien weiterkommen, wäre das Traumfinale Deutschland - Niederlande perfekt. Da kommen Erinnerungen auf an den zweiten deutschen WM-Triumph von 1974. Das war damals die erste Weltmeisterschaft, die ich bewußt mitbekommen habe.

Montag, 5. Juli 2010

Ren Dhark abgeliefert

Inzwischen habe ich das nächste Ren Dhark-Manuskript beim Verlag abgeliefert. Beim Schreiben habe ich auf dem Rechner meistens Musik laufen, so auch diesmal.
Nach langer Zeit ist mal wieder ein Manuskript ausschließlich zu Hard Rock und Heavy Metal-Klängen entstanden. Die CDs, die mich beim Schreiben begleiteten, könnten auch als Soundtrack zum Roman dienen. Heaven and Hell war dabei, Iron Maiden, Ronnie James Dio, Ozzy Osbourne und Saxon.

Sonntag, 4. Juli 2010

Galavorstellung

Nach den bisherigen Spielen galt Argentinien als einer der Topfavoriten auf den Weltmeistertitel. Kein Wunder bei dem Klassesturm, den die Gauchos aufzuweisen haben.
Deshalb hatte ich ein richtig schweres Stück Arbeit für die deutsche Mannschaft erwartet.
Was gestern abend aber passiert ist, konnte ich auch eine Stunde nach Spielschluß noch nicht richtig fassen.
Unsere Mannschaft hat Argentinien nicht nur besiegt, sondern nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Das war eine absolute Klasseleistung. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich eine deutsche Fußballnationalmannschaft zuletzt so gut habe spielen sehen.
Jetzt werden kräftig die Daumen gedrückt für das Halbfinale gegen die ebenfalls siegreichen Spanier, die sich gegen Paraguay schwerer getan haben als erwartet. Trotzdem wird unsere Mannschaft gegen Spanien nicht so überlegen auftrumpfen wie gegen Argentinien. Ins Endspiel einzuziehen ist nach den gezeigten Leistungen für Deutschland aber drin.

Samstag, 3. Juli 2010

Schreiben vs Fußball

Schade, ganz fertig werde ich mit dem Ren Dhark-Manuskript vor dem Deutschlandspiel gegen Argentinien doch nicht. Schreibe ich den Rest also morgen. Der Großteil des Romans steckt bereits im Rechner.
Gestern habe ich das Drama von Ghana gegen Uruguay verfolgt. Der verschossene Elfer als letzte Spielszene der Verlängerung und das anschließende Elfmeterschießen, da kam richtig Spannung auf. Schade für die letzte afrikanische Mannschaft, daß sie ausgeschieden ist. Interessant hingegen, daß es mit Uruguay der allererste Fußballweltmeister von 1930 nach vierzig Jahren mal wieder ins Halbfinale einer WM geschafft hat.
Und wie die Holländer Brasilien rausgeworfen haben, das war schon bärenstark. Mit dieser Leistung wird das Halbfinale für unsere Nachbarn nur eine Pflichtübung. Für mich stehen die Oranjes schon im Finale.
Mal sehen, was unsere Mannschaft gegen Argentinien macht. Das wird ein hartes Stück Arbeit, aber ich hoffe, wir schaffen es in die Runde der letzten vier.