Donnerstag, 27. Dezember 2012

Dreißig Jahre danach, das Abi-Treffen

Ulrich Soénius, wie ich 1982 in der Abi-Jahrgangsstufe des Humboldt-Gymnasiums, ist heute bei der IHK Köln tätig. Da er auch sonst recht rührig ist, machte er bereits im Frühjahr und Sommer mobil für eine Veranstaltung der besonderen Art. Dreißig Jahre sind vergangen, seit wir das Humboldt verließen und uns in alle Winde verstreuten, da war ein Jahrgangsstufentreffen eine naheliegende Veranstaltung. Zu der kam es zwei Tage vor Weihnachten.

Was mich erwarten würde, wußte ich im Vorhinein überhaupt nicht. Ich konnte mich nur an wenige Namen erinnern, an Gesichter meiner damaligen Mitschüler gar kaum noch. So begab ich mich mit der Erwartung zu dem Treffen im Bürgerhaus Stollwerck, vermutlich kaum jemanden zu erkennen. Die Episode des Kölner Tatorts kam mir in Erinnerung, in der Klaus Behrend alias Hauptkommissar Max Ballauf zu einem Klassentreffen fährt, mit gemischten Gefühlen und sich selbst verrückt machend. So schlimm war es bei mir nicht im geringsten. Im Gegenteil, ich war richtig neugierig, daher ließ ich mich auch von einer heftigen Erkältung nicht um die Teilnahme bringen.

Und siehe da, alles entwickelte sich ganz anders als erwartet. Bei den Vorstellungen tauchten die meisten Namen aus den Tiefen meiner grauen Zellen wieder auf, und mit ihnen die Gesichter. Manche der Leute haben sich äußerlich ziemlich verändert - 30 Jahre sind eine lange Zeit -, andere überhaupt nicht. Zumindest war ich der Meinung, sie genau so in Erinnerung zu haben. Bei einigen fiel mir sogar auf Anhieb wieder ein, welche Kurse wir damals zusammen belegt hatten. Ja, ich gebe es zu, am meisten trifft das auf Fußball zu, das ich in Kombination mit der Einzelsportart Tischtennis als drittes (oder viertes?) Abiturfach neben Englisch, Erdkunde und Physik belegt hatte.

Gut 40 ehemalige Mitstreiter kamen insgesamt zusammen, nicht nur aus Köln, sondern auch aus Hamburg und Berlin. Eine Mitschülerin war sogar extra aus Australien angereist, ein anderer aus Portugal. Zu meinem Erstaunen wurde auch ich von den meisten erkannt. Schlechte Nachrichten gab es leider auch. Es sind tatsächlich schon Angehörige unserer Jahrgangsstufe verstorben, zuletzt im vergangenen Oktober ein ehemaliger Kumpel, mit dem zusammen ich damals sehr viel Fußball gespielt habe.

Von Anfang an herrschte eine lockere, entspannte Atmophäre. Je mehr Unterhaltungen ich führte und je länger sie andauerten, desto mehr tauchte ich in die Vergangenheit ein. "Weißt du noch ...?", "Dieser Lehrer und jener Kurs ...", "Bei unserer Abschlußfahrt nach Frankreich ...". Und so weiter. Und natürlich tauchte immer wieder die Frage auf, was man denn heute so mache. Der Abend war wirklich wie eine kleine Zeitreise, bei der ständig neue Einzelheiten an die Oberfläche spülten. Sogar die Namen einiger Lehrer, die ich längst vergessen hatte. Ja, es hat Spaß gemacht. Nein, ich bereue nicht im geringsten, mich aufgerafft zu haben.

Als das Bürgerhaus mitten in der Nacht schloß, war immer noch ein harter Kern aus einem Dutzend Leuten versammelt. Irgendwie war es wie früher, denn man wollte partout noch nicht nach Hause gehen. Also wanderten wir durch den strömenden Regen ins Lotta in der Südstadt. Dort wurden die Kölsch-Runden dann gleich in Kränzen gereicht.

Montag, 24. Dezember 2012

Frohes Fest und einen guten Rutsch

Es ist wieder soweit, Heiligabend ist angebrochen, Weihnachten steht vor der Tür - oder sogar schon im Türrahmen. Vorhin habe ich Kirchenglocken gehört, was für mich durchaus etwas Weihnachtliches hat. Viel weniger weihnachtlich ist die bei manchen Leuten nun ausbrechende Hektik. Ich habe eben einen kleinen Spaziergang unternommen. Der Supermarkt am Barbarossaplatz ist rappelvoll. Hurtig müssen die Leute sich noch einmal eindecken, als befänden wir uns am Vorabend eines Krieges. Selbst von draußen konnte ich sehen, wie gereizt sie teilweise sind, weil sie sich das auf den letzten Drücker antun.

Genug davon. Ich wünsche allen ein frohes Fest, besinnlich, in Ruhe und im Kreis von Menschen, die euch etwas bedeuten. Schaltet ab von der Normalität und gewinnt ein wenig Abstand vom Alltag.

Samstag, 22. Dezember 2012

Hannibal Lecter in Serie

Die "100 besten Soul-Alben" sind der Aufmacher der Dezember-Ausgabe des Rolling Stone Magazins. Ich stehe ja auf solche Listen und Rankings in Musikzeitschriften. Mit Soul allerdings konnte ich noch nie besonders viel anfangen. Dabei sind mir viele der aufgeführten Musiker vom Namen her durchaus geläufig. Einige der Künstler kenne ich sogar. Michael Jackson, na klar, oder Prince, Aretha Franklin und James Brown. Sade Adu habe ich Anfang der Achtziger Jahre sogar live in der Kölner Sporthalle gesehen. Das Album Diamond Life hatte was. Ich hab's rauf- und runtergehört damals, zwischen AC/DC und Iron Maiden.

Ungleich interessanter fand ich Textauszüge aus zwei Büchern von und über Pete Townshend und Rod Stewart. Heute, also viele Jahre später, ist es kaum zu glauben, aber die beiden habe ich tatsächlich auch mal live gesehen. Ansonsten hat mich dieser Rolling Stone, was die Musikbeiträge angeht, ziemlich kalt gelassen.

Ein mehrseitiger Bericht beschäftigt sich mit "Zehn Serien, die man jetzt sehen muß". Aha. Muß man? Ich bin ja ein Serienjunkie. Daher las ich mich mit Neugier durch den Artikel - und wurde enttäuscht. Inhaltlich kann ich mich für keine dieser hochgelobten Serien erwärmen und werde sie mir folglich ersparen. Was natürlich Geschmackssache ist. Ein kurzer Ausblick auf "10 Serien, auf die wir uns freuen" verheißt Verlockenderes. Den Neuaufguß von Dallas brauche ich so wenig, wie ich die damalige Soap Opera brauchte. Aber J. J. Abrams' neue postapokalyptische Serie Revolution, in der die Menschen ohne Technik auskommen müssen, klingt vielversprechend. Was auch für 666 Park Avenue gilt, eine Mysterie-Serie um ein Apartmenthaus, in dem es nicht mit rechten Dingen zugeht. Was ich von Hannibal in Serie halten soll, weiß ich nicht. Mads Mikkelsen gibt darin Dr. Hannibal Lecter, der mit einem FBI-Profiler Katz und Maus spielt. Ob Mikkelsen den kannibalistischen Serienmörder und Gourmet ebenso brilliant rüberbringt wie Anthony Hopkins, oder bekommen wir einen Ausverkauf serviert? Ich bin auf den Nachschlag gespannt.

Freitag, 21. Dezember 2012

Der ACD bricht auf ins Jahr 2013

Während allenthalben das völlig totgerittene Thema Mayas und Weltuntergang immer noch für einen müden Spätzünder-Gag gut ist, schaut der Atlan Club Deutschland frohen Mutes in die Zukunft. Die Damen und Herren Clubmitglieder wissen halt, was sich für einen Science Fiction-Club gehört. Mit der aktuellen Clublieferung brechen sie gleich in doppelter Hinsicht ins Jahr 2013 auf.

Zum einen gibt es einen A4-formatigen Jahreskalender für die Wand. Die dreizehn Zeichnungen, Bilder und Collagen vereinen diesmal die Themen Science Fiction und Erotik. Bei den Künstlern sind Profis wie Amateure aus der Fan-Szene vertreten. Das Titelblatt präsentiert ein schönes Werk von Norbert Reichinger. Obwohl bei mir schon der Jahreskalender des Rolling Stone Magazins an der Wand hängt, habe ich noch ein schönes Plätzchen für das Werk der Atlan-Enthusiasten gefunden. Zum anderen liefern Rüdiger Schäfer und Gero Grübler, die 2013 den ACD-Con ausrichten, den Progess Report 1 ab. Augenzwinkernd nennen die beiden Schelme die clubinterne Veranstaltung ACD-Weltcon. Stattfinden wird sie im Anne-Frank-Haus in Oldau-Hambühren, irgendwo weit nördlich von Köln also. Mal sehen, ob ich es nach Jahren wieder einmal schaffe, einen ACD-Con zu besuchen. Bis August ist es ja noch lange hin.

Das Herzstück jeder Lieferung ist und bleibt aber das clubinterne Zine INTRAVENÖS, das mit der 215. Ausgabe vorliegt. Atlan mit Weihnachtsmannmütze in einer Schneelandschaft, eingerahmt von drei jungen weihnachtlichen Schönheiten, ziert das farbige Titelbild. Inhaltlich stechen zwei Dinge hervor. Es finden sich nur vier Leserbriefe, ungewöhnlich wenig für die aktive Truppe, und mit der 22. Folge beendet Rüdiger Schäfer seine Deutschstunde, die ich immer mit Vergnügen gelesen habe. Aber Aktivposten Rüdiger wäre nicht Rüdiger, würde er im folgenden Satz nicht gleich eine neue Serie ankündigen, und zwar aus dem Bereich der Naturwissenschaften, in dem er ebenso bewandert ist wie auf dem Gebiet der deutschen Sprache.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Schreckensvisionen

Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, wenn der Postbote ein Belegexemplar ins Haus bringt. Ich könnte ihn dann knuddeln. Jetzt erhielt ich Schreckensvisionen, den 39. Band von REN DHARK- WEG INS WELTALL. Ich bin jedesmal aufs Neue begeistert von den schmucken schwarzen Hardcover-Ausgaben, in denen der irdische Raumfahrer Ren Dhark und sein Ringraumer Point of ihre Abenteuer bestehen. Das vorliegende Buch habe ich gemeinsam mit Uwe Helmut Grave und Jan Gardemann geschrieben. Das Titelbild zeigt einen schönen Anachronismus, eine klassische Dampflokomotive, über der ein hochmoderner Ellipsenraumer schwebt, wie immer gekonnt in Szene gesetzt von Ralph Voltz. Erwähnte ich schon einmal, daß ich ein großer Fan von Ralph bin? Ja, ich glaube schon.

Im neuen Abenteuer der Endlos-Saga empfängt die Point of einen geheimnisvollen Hyperraumimpuls, und Ren Dhark läßt den Ausgangsort anfliegen. Er findet eine in Vergessenheit geratene Kolonie der Menschheit, auf der eigenartige Sitten herrschen. Der freundliche Empfang, den die terranischen Raumfahrer erleben, verkehrt sich schnell ins Gegenteil, denn sie sind in eine Falle ungeahnten Ausmaßes geraten. Der zur Künstlichen Intelligenz gewordene Roboter Artus spielt eine wichtige Rolle in den dramatischen Ereignissen. Besonderen Spaß gemacht hat mir die Schilderung einer Gruppe verrückter Wissenschaftler, die ich zunächst für etwas überzogen hielt, die aber auch beim Redakteur Hajo F. Breuer bestens ankam.

Mit Schreckensvisionen liegt die letzte Ausgabe von Ren Dhark vor, natürlich nur in diesem Jahr. Denn 2013 geht es wie gewohnt in zweimonatlichem Erscheinungsturnus weiter. Die nächste Fortsetzung trägt dann den Titel Spiegel des Todes.

Montag, 10. Dezember 2012

Titelbild für Nick 2

NICK 2 ist zwar noch Zukunftsmusik. Der Roman erscheint irgendwann im kommenden Jahr. Überhaupt muß er ja erst noch geschrieben werden. Aber das Titelbild habe ich heute schon erhalten. Ich finde es klasse. Da ist richtig Dynamik drin.

Sonntag, 9. Dezember 2012

Der sich im Ledermantel irrt

Einmal im Monat trifft sich der Phantastik-Stammtisch Köln in der Südstadt in der Gaststätte Refugium. Im Dezember tarnt sich das Treffen immer als kleine Weihnachtsfeier. So wie am gestrigen Abend auch in diesem Jahr. Es gab Frikadellen, Würstchen und Brötchen mit Käse. Der Senf war extra scharf, das lobe ich mir. Das muß bei Halvem Hahn einfach so sein.

Unter unseren regelmäßigen Besuchern waren diesmal auch wieder einige Autoren aus dem Kölner Raum. Horst Hoffmann und Bernd Robker gaben sich ein Stelldichein, Michael Breuer und Aki Noffz. Selbst aus München und Nürnberg waen SF-Freunde angereist, dazu die übliche Kölner Clique. Entsprechend gut war die Stimmung. Es wurde viel geschwelgt, gealbert und geblödelt. Auf einem Tisch wurde ein Perry Rhodan-Stander aufgestellt. Er diente aber vorwiegend als Befestigung für einen Wimpel von Fortuna Köln. Die Südtstadt-Truppe und Good Old Perry, das ist doch eine nette Kombination.

Die Themen der ernsthafteren Gespräche unterschieden sich nur wenig von denen des Old Man Treffens vom Vorabend. Doch es wurden auch Pläne für das kommende Jahr geschmiedet. So habe ich eine neue Science Fiction- und Abenteuer-Serie angedacht, über die ich noch nicht mehr verraten kann, weil sie gedanklich erst in den Kinderschuhen steckt.

Für Erheiterung sorgte ein veritabler SF-Autor, der sich in der falschen, weil nicht seiner eigenen Kluft davonmachte. Verwechslungen sind vorprogrammiert, wenn zwei Besucher ihre fast identischen schwarzen Ledermäntel nebeneinander an zwei Garderobenhaken aufhängen. Wenn dann noch sämtliche Schlüssel in den Taschen stecken, ist das doppelt ärgerlich. So kam es, wie es kommen mußte. Als besagter Autor nach einer Stunde zurückkam, um den falschen Mantel gegen den richtigen zu tauschen, war das Hallo groß und der Applaus noch größer. Und ehe wir uns versahen, waren wir vom frühen Abend schon wieder am frühen Morgen angelangt.

Samstag, 8. Dezember 2012

Alle Jahre wieder, alte Männer unterwegs

Nach diversen Zusammenkünften in Rastatt in den vergangenen Jahren und 2011 in Leverkusen fand das diesjährliche Old Men Treffen erstmals in Köln statt. Die Einladungen gingen wie immer an Aktivisten, die in der professionellen Science Fiction-Szene oder in ihrem fannischen Umfeld tätig sind. Leider setzte gestern im Laufe des Tages das Schneechaos in Deutschland ein, was einige Leute davon abhielt, den Weg nach Köln zu finden.

Ich hatte das historische Wein- und Bierlokal "Zum Wilddieb" im Griechenviertel als Treffpunkt auserkoren. Die Wahl erwies sich als Treffer, wie die Reaktionen der Besucher zeigten. Die ruhige, gemütliche Atmosphäre kam ebenso gut an wie das leckere Essen, das kalte Früh-Kölsch sowieso. Der freundliche und zuvorkommende Wirt Guido, bei dem ich mich an dieser Stelle noch einmal bedanken möchte, tat mit seiner lockeren Art ein Übriges, um die Gäste zufrieden zu stellen. Daher wundert es nicht, daß die letzten Nasen erst nach zwei Uhr nachts aufbrachen.

Inhaltlich drehten sich die Gespräche um die bei solchen Veranstaltungen typischen Themen. Um die Phantastik an sich, die Szene und um im kommenden Jahr bevorstehende Cons, um Filme und um neue literarische Serien, aber auch um Musik und persönliche Dinge. Völlig ausgespart blieb der Fußball, was mich im Nachhinein ein wenig erstaunt, weil zumeist doch irgendwer irgendwann dieses Thema mit Sicherheit anschneidet.

Der gestrige Abend hat allen Teilnehmern gefallen. Das Beisammensein im kleinen Kreis war gelungen und hat Spaß gemacht. Es wurde sogar angeregt, die jährlich stattfindende Veranstaltung 2013 wieder an gleicher Stelle auszurichten. Ich habe nichts dagegen, der Wirt auch nicht. Andererseits ist das Old Men Treffen eine Wanderveranstaltung und Klaus Bollhöfeners Kind. Mal sehen, was der Marketingchef von Pabel Moewig zu der Idee sagt.

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Eine Besprechung zu Tibor 3

Eine schöne Besprechung zu TIBOR 3 mit Titel »Die Urungi« habe ich entdeckt. Carsten Kuhr rezensiert den Roman bei www.phantastiknews.de, und er bespricht ihn ausgesprochen positiv. Das freut mich natürlich, besonders weil ich die dritte Romanumsetzung von Hansrudi Wäschers Dschungelgeschichte mit viel Herzblut geschrieben habe.

Was ebenso für die ersten beiden im Verlag Peter Hopf erschienenen Bände gilt. Auch »Der Sohn des Dschungels« und »Ein Drittel fehlt« hat Carsten Kuhr übrigens bei phantastiknews besprochen. Dann kann das nächste Buch »Eine harte Schule« ja kommen. Geplant ist die Veröffentlichung für die Intercomic im kommenden Mai.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Classic Rock 16

Die November- und Dezember-Ausgabe des Musikmagazins Classic Rock hat es wieder in sich. Artikel, Plattenbesprechungen, Konzertberichte, Musikbücher. Und wie immer liegt die CD Kronjuwelen bei, die 16. Ausgabe bereits. Die bietet zwar keinen herausragenden, aber mit Ian Hunter, Richie Sambora und acht weiteren Bands wieder einen schönen Querschnitt durch die Gefilde des Classic Rocks.

Die Titelgeschichte dreht sich um Aerosmith, eine Band, die ich erst irgendwann in den frühen Neunziger Jahren entdeckt und seitdem ein paar Mal live gesehen habe. Das Verhältnis zwischen Sänger Steven Tyler und Gitarrist Joe Perry ist mit dem Begriff Zickenkrieg bestens getroffen. Ziemlich infantil und haarsträubend, kann ich da nur sagen.

Richtig entsetzt war ich beim Artikel zu Kiss und ihrem neuen Album. Da zieht Gene Simmons vom Leder und plappert, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Drogensüchtige würde er in Arbeitslager stecken und Pädophile zum Tode verurteilen. Ja, ist klar, Mister Simmons. Und Ladendieben am besten die Hände abhacken. Da ist es dann mit Haarsträuben nicht mehr getan. Ich war nie besonders Kiss-affin, aber nach diesen Parolen werde ich es mit Sicherheit auch nicht mehr werden.

Interessanter ist da schon die Beichte von Richie Sambora zu seinen jahrelangen Suchtproblemen, offen und ehrlich. Steve Harris, Gründer von Iron Maiden, ist mit eigener Band zum ersten Mal auf Solopfaden unterwegs. Led Zeppelin werden ebenso gewürdigt wie ZZ Top. Am meisten interessierte mich der Artikel über Black Country Communion, die gerade ihr drittes Studioalbum veröffentlich haben. Die Supergroup, bestehend aus Glenn Hughes, Joe Bonamassa, Jason Bonham und Derek Sherinian, ist für mich so etwas wie die Band der letzten zwei Jahre. Von denen bin ich wirklich begeistert. Daher hoffe ich sehr, daß es mit BCC weitergeht. Verschiedene Ausführungen von Hughes lassen daran aber Zweifel aufkommen. Wäre sehr schade.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Kölsche Engelcher

Alle Jahre wieder bringt das Puppenspieltheater Hänneschen ein neues Weihnachtsstück auf die Bühne. Nachdem ich das Hänneschen seit meiner Kindheit für lange Zeit aus den Augen verloren hatte, bin ich seit ein paar Jahren wieder dabei, sowohl Weihnachten als auch Karneval.

Die diesjährige Aufführung trägt den Titel "Kölsche Engelcher", und der ist leicht erklärt. In Knollendorf, dem Heimatort der munteren Puppenschar, herrschen vor Weihnachten Zank und Streit. Wirt Mählwurm zofft sich mit dem Dorfpolizisten Schnäuzerkowski, der Speimanes und seine Verlobte liegen sich in den Haaren, und auch die übrigen Knollendorfer sind sich nicht grün. Zu allem Überfluß verklappen Tünnes und Schäl Sondermüll im See und gefährden die Tiere des Waldes. Kein schöner Zustand also am Morgen von Heiligabend.

Hänneschen und Bärbelchen wollen den Frieden wiederherstellen. Um das zu schaffen, müssen sie zu Engeln werden. Nur so kann ihr Plan funktionieren. Der Nikolaus und das Christkind sind einverstanden und machen die beiden Knollendorfer Pänz für einen Tag zu Engeln.

Diesmal gibt es vier Bühnenbilder. Der erste Aufzug spielt in Knollendorf, der nächste im Himmel auf einer Wolke, wo sich die kleinen Engel tummeln. Weiter geht es im Wald am See, mit dem aus den Vorjahren bekannten Bär und anderen Tieren und mit Tünnes und Schäl, die auf einem Lastwagen Giftmüllfässer herankarren, um sie im See zu versenken. Was sie aber dank des Eingreifens der beiden Kinder nicht machen. Das Finale findet bei Hänneschen und Bärbelchen zu Hause statt, wo sich alle treffen und wieder lieb haben. Denn selbstverständlich ist es den beiden gelungen, Frieden zu stiften, und in Knollendorf herrschen wieder Eintracht und Harmonie.

Die Bühnenbilder sind jedes Mal schön anzuschauen. Die Geschichte ist nett gemacht, die Puppen, die wie immer kölsch sprechen, sind toll. Was mir auffiel war die Altersstruktur des Publikums. Obwohl es sich um eine Kinderveranstaltung handelt, waren nur sehr wenige Kinder im Publikum. Die hatten dafür aber richtig Spaß an der Aufführung.

Samstag, 24. November 2012

Fortuna Köln siegt im Stadtderby

Vor dem heutigen Tag war ich lange nicht mehr im Sportpark in Köln-Höhenberg. Dort trägt Viktoria Köln seine Heimspiele in der Regionalliga West aus, in der auch der SC Fortuna Köln spielt. Neben Traditionsclubs wie Rot Weiß Essen und dem Wuppertaler SV tummeln sich in jenen Niederungen auch diverse Zweitvertretungen, beispielsweise von Schalke 04, Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen und des 1. FC Köln.

Vor dem Spieltag waren die Fronten klar. Viktoria ging mit 36 Punkten als Tabellenführer und leichter Favorit ins Rennen gegen die mit 35 Punkten dichtauf folgenden Südstädter. Der Sportpark im Rechtsrheinischen war mit 6.214 Zuschauern ausverkauft - wohlgemerkt, es handelt sich um die 4.Liga. Die Tribüne war gefüllt mit Fans von Viktoria, die Gegengerade fest in der Hand der Fortuna-Anhänger. Die Stimmung - ich muß sagen, da habe ich mehr erwartet - seitens der Viktorianer war recht mau.

Spielerisch gewann Fortuna schon in der 1. Halbzeit ein Übergewicht und hatte auch mehr Torchancen. Dennoch stand es zur Pause 0:0. Nach dem Seitenwechsel legte die Fortuna aber noch eine Schippe drauf. Nach einem Doppelschlag zur 2:0-Führung kam Viktoria mit dem Anschlußtreffer zwar noch einmal heran, mußte sich wenig später nach dem dritten Tor der Südtstädter aber endgültig geschlagen geben.

Der Sieg war nicht nur verdient, Fortuna übernahm damit auch die Tabellenführung. Das hat richtig Spaß gemacht. Entsprechend gut war die Stimmung unter den Fortuna-Anhängern, wohingegen die rechtsrheinischen Fans ihr Stadion fluchtartig verließen.

Donnerstag, 22. November 2012

Mehr als nur Musik - Rolling Stone 217

Die Musikzeitschrift Rolling Stone erscheint monatlich, und ich brauche stets so an die drei bis vier Wochen, bis ich sie durchhabe. Reiner Zufall, oder wissen die Herausgeber das? Ist vielleicht sogar die Zeitfalte eines Parallelkontinuums dafür verantwortlich, welche die Erscheinungsfrequenz des Magazins und mein Leseverhalten in Einklang bringt? Jedenfalls habe ich die Novemberausgabe durch und kann sie guten Gewissens empfehlen.

Immer wieder hervorzuheben ist der Blick über den Tellerrand hinaus. Sprich, der Rolling Stone widmet sich nicht ausschließlich Musik betreffenden Themen. Die Autoren finden den Mut, sich auch mit ganz anderen Inhalten zu beschäftigen. Manche interessieren mich, andere nicht, so wie ich ohnehin nicht das komplette Heft durchlese.

In der aktuellen Ausgabe finden sich gleich zwei lesenwerte Artikel. Der eine beschätigt sich mit dem derzeit omnipräsenten Agenten James Bond, zum einen weil mit Skyfall just der neue Film im Kino angelaufen ist, zum anderen weil der Unkaputtbare seinen 50. Geburtstag feiert. Besonders hervorzuheben ist jedoch ein mehrseitiger Bericht über neue Nazis, die Dortmund als ihre heimliche Hauptstadt auserkoren haben. Was die Musik angeht, so habe ich mich besonders über einen Beitrag über Neil Young gefreut - halb Bericht und halb Interview -, dessen neues Album Psychedelic Pill auch gleich noch besprochen wird.

Mittwoch, 21. November 2012

Kölle jeiht uns unger de Hugg

Die Geschichte vom bedauernswerten Moorflitschje, das einsam im Moor sitzt, sich nach einem Freund sehnt und doch nur mit der gesamten männlichen Hälfte des Dorfes verkehrt, war nicht mehr allein Musik, sondern Kabarett. In bester Kleinkunst-Manier zelebrierte De Familich das Zugabestück zunächst auf der Bühne und dann fingerschnippend quer durchs Publikum. Da hatten die fünf Musiker bereits einen zweistündigen Auftritt hinter sich.

Im Reissdorf-Brauhaus auf der Severinstraße (Zum alten Brauhaus) gastierte die Mundartgruppe diesmal. Neben den beiden akustischen Gitarren und der Geige gab es Unterstützung durch die Quetsch und gar ein Trömmelchen. Das ist eine sehr schöne Kombination von Instrumenten für die Musik der Familich, die ich gern als Kölsch-Folk bezeichne. Das Konzert war ausverkauft, die Stimmung bestens, und dank der Texthefte wurde auch wieder kräftig mitgesungen.

Mittlerweile kann sich De Familich dank der zahlreichen Lieder von Wolfgang Anton auf ein beachtliches eigenes Repertoire stützen, dennoch werden die alten Ikonen nicht vergessen. Es gab gleich mehrere Stücke von den Bläck Fööss, aber auch kölsche Klassiker wie En d'r Kaygass von Wilhelm Herkenrath und Hermann Kläser oder Mer schenken der Ahl e paar Blömcher vom 2011 verstorbenen Kölner Liedermacher Hans Knipp.

Musikalisch sind irische Einflüsse zu vernehmen und gar slawische in Kölsche Jung. Der Herkunft der Musiker wurde in Ich wonn en d'r Südstadt gedacht, Fäänwih ist eine kongeniale kölsche Umsetzung von Spingsteens The American Land. Ein wenig Karneval gab es mit Op de Trumm jeklopp und Aldermaat, zwei Stücken, die auch langfristig zu Gasenhauern werden können. Loss mer singe ist ohnehin über jeden Zweifel erhaben und für mich neben Kölsche Jung und dem diesmal nicht gespielten 12 Sekunde Jlöck der Höhepunkt eines jeden Familich-Konzerts.

Natürlich war es wieder ein mitreißendes Konzert, und natürlich war es ein gelungener Abend. Über die zwölf Euro Eintritt für ein Zweistundenkonzert, für das man bei manchen Bands im Müngersdorfer Stadion schnell mal einen Hunderter hinlegen kann, kann sich wirklich niemand beklagen. Deshalb ist nach einem Familich-Konzert auch gleich wieder vor einem Familich-Konzert. Denn wie es in Loss mer singe so treffend heißt: »Et es doch immer widder schön, wenn mer all zosamme sin. Un mer singe all die Leeder, die mer vun Kindheit aan schon kennt.« Dem ist nichts hinzuzufügen.

Sonntag, 18. November 2012

Rockpalast-Fete 2012 - Nette Leute, gute Musik



Wie jedes Jahr organisierten ein paar unermüdlich Verwegene die Rockpalast-Fete in Köln, jetzt schon zum 24. Mal, wenn ich mich nicht täusche. Wieder fand sie im Gewölbesaal des Friedensparks in der Südstadt statt. Ich mag die schlichten Räumlichkeiten der Anlage. Sie sind wie gemacht für gute alte handegemachte Musik. Und um die geht es, ganz in der Tradition des Rockpalasts. Hier läuft kein geclonter Mist irgendwelcher Casting-Acts aus den Charts, sondern Rockmusik mit Herz.

»Wir wollen Schweinerock«, wie mir gestern einer der Veranstalter augenzwinkernd sagte. Richtig so, dem stimme ich uneingeschränkt zu. Es ist schön zu sehen, wie gut Hells Bells und Smoke on the Water oder Born to be Wild, Whole Lotta Love und Sympathy for the Devil auch heute noch funktionieren. Natürlich gab es auch neuere Musik, denn der Rockpalast präsentiert bei Konzerten ja auch immer Bands der heutigen Zeit.

Ich traf viele alte Bekannte, die seit einem Vierteljahrhundert mit den Rockpalast-Feten älter geworden sind und die ich auch nur zu diesem Anlaß sehe. Da gibt es dann immer wieder das große Hallo. Trotz aller Veränderungen ist eins bei ihnen gleich geblieben, nämlich die Leidenschaft für gute, ehrliche Musik. So ist's prächtig.

Das obligatorische Rockpalast-Feten-Kölschglas wurde diesmal geziert von einem Deep Purple-Motiv. Ein weiteres schönes Erinnerungsstück für die Sammlung. Und daß sämtliche Überschüsse der Veranstaltung wie immer für einen guten Zweck aufgewendet werden, ist ebenso schön. Mögen uns die Rockpalast-Feten noch viele Jahre erhalten bleiben.

Sonntag, 11. November 2012

Zwanzig Jahre lang den Arsch huh

Am 9. November 1992 machte die Kölner Musikszene mobil. Grund waren die mehrere Tage andauernden ausländerfeindlichen Ausschreitungen gegen Asylbewerber in Rostock-Lichtenhagen, gefolgt von ähnlichen Schanden in anderen Städten. Genauso schlimm wie die Gewalt der randalierenden Faschos fand ich die Applausbekundungen der sogenannten Normalbürger und das zurückhaltende, völlig inkompetente Auftreten der Polizei. Unter dem Motto Arsch huh, Zäng ussenander wollten Kölner Musiker damals ein Zeichen gegen Rassismus und Neonazis setzen. Mit dem enormen Zuspruch einer Teilnehmerzahl von 100.000 Menschen am Chlodwigplatz in der Kölner Südstadt hatte man nicht annähernd gerechnet. Köln machte tatsächlich mobil. Der Termin war nicht zufällig gewählt, sondern gedachte der Reichspogromnacht von 1938.

Nun, auf den Tag genau zwanzig Jahre später, wurde die Veranstaltung neu aufgelegt. Neben dem ursprünglichen Anliegen ging es diesmal generell um Ausgrenzung und die soziale Schieflage in diesem unserem Land, und wieder traten sämtliche Künstler selbstverständlich kostenlos auf. Ich unterstütze die Anliegen der AG Arsch huh, gerade in einer weltoffenen, toleranten Stadt wie Köln - beziehe das aber ausdrücklich nicht auf jugendliche Schlagetots in U-Bahnhöfen, Salafisten und andere radikalislamistische Gruppierungen oder Intensivtäter mit Migrationshintergrund. Die aber, nie vergessen, sind eine Minderheit, die weder Vorurteile noch Pauschalverurteilungen rechtfertigt, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt schon gar nicht. Eine Party für alle sollte die Veranstaltung sein, wurde betont, aber nicht nur das, sondern auch politische Veranstaltung und Kundgebung.

Die Veranstaltung fand heuer auf dem Gelände der Deutzer Werft statt, gleich am Rhein gelegen. Es füllte sich rasch, und schließlich kamen sage und schreibe 80.000 Menschen zusammen, junge und alte, um die Veranstaltung und die Ziele der Veranstalter zu unterstützen. Fast alle damaligen Musiker waren wieder dabei, dazu eine Menge anderer. Auch Kabarettisten und hochrangige Redner äußerten sich unmißverständlich. Unter ihnen waren Mariele Millowitsch und Elke Heidenreich, die einen Text von Karl Valentin über Fremde vortrugen, der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters, der Tatort-Kommissar Dietmar Bär, der besonders vor einem neu aufkommenden Rassismus in Fußballstadien warnte, der Schriftsteller Frank Schätzing und der Kabarettist Wilfried Schmickler mit seiner wohltuend kompromißlosen Art.

Sämtliche teilnehmden Musiker aufzuführen, würde zu weit führen, daher seien nur ein paar genannt. Als jüngste Band war Kasalla dabei, mit ihrem Hit Pirate die Shooting Stars der vergangenen Karnevalssession. Sie zeigten, daß sie auch richtig rocken können. Gerd Köster und Frank Hocker warteten wie viele ihrer Kollegen mit einem neuen Stück auf, das speziell für diese Veranstaltung geschrieben worden war. Zeltinger und Brings waren vertreten, Tommy Engel sang mit seinen Söhnen Du bess Kölle. Die Höhner, seit jeher engagiert in sozialen Projekten wie der Obdachlosenhilfe, spielten ihr Anti-Nazi-Lied Wann jeiht der Himmel wieder op und ihre Interpretation des Bürgerlieds von 1845. Die Bläck Fööss, ebenfalls viel karitativ tätig, spielten ihr Lied von der Schäl Sick, wo das Ganze stattfand, und In unserem Veedel. In unseren Veedeln (also unseren Kölner Stadtvierteln) wird, wie Erry von den Fööss treffend feststellte, seit jeher integrative Arbeit durch nachbarschaftliche Beziehungen geleistet.

Gemeinsam spielten die Fööss mit Wolfgang Niedecken, Peter Brings und Klaus dem Geiger das neue Stück Dreckelige ahl Stadt, dann sagte Peter Rüchel BAP an, mit denen ihn ein langer Weg verbindet. BAP brachten die ganze Veranstaltung mit Kristallnaach auf den Punkt, und vor Amerika bedankte Wolfgang Niedecken sich bei all jenen, die 1945 »diese Stadt vom Faschismus befreit haben«. Danach kam das große Finale, als sämtliche Musiker die Bühne betraten. Unter ihnen auch der kölsche Grieche Nick Nikitatis, der 1992 zusammen mit Niedecken das Mottolied Arsch huh, Zäng ussenander geschrieben hatte. Das spielten sie nun alle zusammen, und danach noch Unsere Stammbaum von den Bläck Fööss, so etwas wie eine inoffizielle Kölner Hymne, die davon handelt, daß wir alle, die wie heute in dieser Stadt leben, auf fremden Wurzeln beruhen.

Vorbei waren fünf Stunden Programm in pfeifendem Wind, und sie waren schnell vorbeigegangen. Ich war nie stolz auf dieses Land - warum auch? -, obwohl ich keinen anderen Paß haben möchte, aber an diesem Abend war ich endlich mal wieder stolz auf meine Vaterstadt.

Mittwoch, 7. November 2012

Intravenös 214

Sehr rezensionslastig ist sie, die neue Ausgabe von Intravenös, dem clubinternen Zine des Atlan Club Deutschland. Auf sage und schreibe 26 Seiten gibt es Buchbesprechungen satt. Die Werke nahmhafter Autoren wie Iain Banks werden ebenso berücksichtigt wie Neuerscheinungen in Kleinverlagen. In der Menge war mir das zu viel, zu kompakt, so daß ich die Besprechungen letzendlich nur überflogen habe.

Daneben gibt es die obligatorischen Sparten, die sich mal mehr, mal weniger oder zuweilen auch gar nicht mit dem Club-Patron Atlan beschäftigen. Perry Rhodan-Chefredakteur Klaus N. Frick schildert seine täglichen Eindrücke der Frankfurter Buchmesse. Sie wären interessant gewesen, wenn ich sie nicht schon an anderer Stelle gelesen hätte.

Ich gebe zu, das Intra läßt mich diesmal ein wenig kalt. Die Leserbriefe kommen in der vorliegenden Ausgabe ziemlich kurz. Da muß ich mich auch einmal mehr an die eigene Nase fassen. Wie lange nehme ich mir eigentlich schon vor, mal wieder ein paar Zeilen beizusteuern? Schmalbrüstig kommt das Heft dennoch nicht daher. 72 Seiten sind eine respektable Angelegenheit.

Montag, 5. November 2012

Die Intercomic 72 gestaltete sich positiv für mich

Die 72. Intercomic war wieder gut besucht, trotz der morgendlichen Regenfälle. Sonst wären vielleicht noch einige Leute mehr gekommen. Doch auch so waren die Ausstellungshalle und die umliegenden Gänge stark frequentiert. Sobald ein Zeichner oder ein Autor an einem der zahlreichen Stände zugegen ist, staut sich der Passantenstrom zwangsläufig. Was aber niemanden stört, irgendwie gehört das nämlich auch zum Charme der Intercomic dazu.

Gleich am Eingang erwarteten mich die Stände des Blitz-Verlages und des Verlags Peter Hopf. Ich unterhielt mich eine Weile mit den beiden Verlegern, für die ich tätig bin, und hielt endlich TIBOR 3 - Die Urungi in Händen. Meine dritte Romanadaption der Comicabenteuer des Dschungelhelden war gerade frisch erschienen und wurde auf der Messe präsentiert. Die erste NICK-Ausgabe ist leider nicht fertig geworden, erscheint aber auf jeden Fall noch 2012.

Anschließend besuchte ich den Mohlberg-Verlag, die Romantruhe und den Hansrudi Wäscher-Fanclub. Dabei begegneten mir Horst Hoffmann und Walter Appel alias Earl Warren. Ein netter Plausch mit den Kollegen folgte, zumal sich einige Angehörige des Kölner Science Fiction-Stammtisch dazugesellten. Heinz Mohlberg mußte ich allerdings leider eine Absage erteilen. Die Serie, für die er mich bat, etwas zu schreiben, habe ich seinerzeit nicht gelesen. Inhaltlich bin ich bei ihr zu unbedarft, um mich ohne Vorwissen darin einzuarbeiten. Es ist eine Frage der Zeit, und die kann ich dafür nicht aufbringen.

Um die Mittagsstunde wurde der Dark Star 2012 verliehen. Der Preis besteht aus einer Urkunde inklusive Sterntaufe und geht an Personen, die sich in irgendeiner Art und Weise um Comics und/oder Romane verdient gemacht haben. Bisher waren das die Schriftsteller Jason Dark, Earl Warren und Christian Montillon. In diesem Jahr hatte ich die Ehre, den Preis in Empfang nehmen zu dürfen. Der rührige Gerhart Renner hielt die Laudation, der ein kleiner Sektempfang folgte. Witzig ist, daß nun ein Stern nach mir benannt ist. Der Stern 28201 im Sternbild Perseus, der, wie ich erfuhr, während des ganzen Jahres am Himmel sichtbar ist, trägt nun den Namen Mehnerts Stern. Aus der Nähe sehen werde ich ihn wohl nicht, aber ich werde mal versuchen, ihn am Nachthimmel zu entdecken.

Später trafen Peter Hopf und ich uns mit Herrn Becker, dem Rechteverwerter Hansrudi Wäschers. Nach TIBOR und NICK möchte Peter in seinem Verlag als nächstes Romanfassungen von Hansrudi Wäschers Ritterserie FALK herausbringen. Er fragte mich, ob ich dafür zur Verfügung stehe. Na sicher, und auch Herr Becker war von der Idee angetan. Die Vertragsunterschriften stehen war noch aus, doch dürften sie nur Formsache sein. Ich freue mich darauf, zukünftig gleich zu drei Comic-Klassikern Wäschers die Romandaptionen schreiben zu dürfen.

Freitag, 2. November 2012

Intercomic 72

Morgen ist es wieder soweit. Zum 72. Mal öffnet die Internationale Comic- und Romanmesse ihre Pforten. Austragungsort ist wie immer die Stadthalle Köln-Mülheim, Einlaß ist um 10 Uhr. Ich stelle mich wie immer auf eine volle Halle ein. Daß es heute schon den ganzen Tag regnet und morgen voraussichtlich nicht besser wird, hält die Comic- und Romanfreunde zum Glück nicht vom Besuch der Messe ab. Von den Ausstellern und ihren Besuchern lebt sie schließlich.

Ich habe morgen eine Reihe von Terminen. Die Anlaufstellen sind gedanklich notiert, verschiedene Verlage, Aussteller und persönliche Bekannte. Einige von ihnen sehe ich tatsächlich nur jedes halbe Jahr auf der Intercomic. Diesmal wartet zu den obligatorischen Besuchen eine besondere Veranstaltung auf mich. Auf dem Messeplakat bin ich auch wieder als Gast aufgeführt, schön.

Dienstag, 30. Oktober 2012

Perry Rhodan Action als eBooks

Von 2008 bis 2009 erschien PERRY RHODAN ACTION als Ablegerserie von PERRY RHODAN. Die actionreichen Geschichten brachten es auf drei Staffeln zu jeweils zwölf Heften, kamen also insgesamt auf 36 Romane von verschiedenen Autoren wie beispielsweise Robert Feldhoff, Hans Kneifel oder H. G. Francis. Ich selbst schrieb damals sechs Hefte, zwei für jeden Zyklus, und steuerte somit - gemeinsam mit Marc Herren - den größten Teil zur Serie bei. Umso bedauerlicher fand ich es, als sie dann eingestellt wurde.

Nun gibt es PERRY RHODAN ACTION endlich als eBooks. Sie erscheinen bei www.beam-ebooks.de als drei Pakete. Jedes beinhaltet eine der Staffeln, mithin also den Demetria-Zyklus, den Kristallmond-Zyklus und den Wega-Zyklus. Es würde mich freuen, wenn diesen eBooks ein schöner Erfolg beschieden wäre. Daß sich daraus eine Chance für weitere Printausgaben ergäbe, kann ich mir allerdings - leider - nicht vorstellen.

Montag, 29. Oktober 2012

Meine Ex-Kollegen machen Musik

Vor vielen Jahren arbeitete ich bei Bauhaus, was mir heute fast schon wie in einem anderen Leben vorkommt. Zwei meiner damaligen Kollegen waren Norbert Hensellek und Gaetano Chirico. Wie ich sind beide längst nicht mehr in dem Unternehmen beschäftigt. In ihrer Freizeit machen sie schon seit einer ganzen Weile Musik - und können auf ihr Debutalbum mit dem Namen Preterra verweisen. Sie nennen sich GANOM, was schlicht für GaetanoNorbertMusik steht.

Gestern traten sie live in der Gaststätte Dominikaner im Schatten des Doms auf und hatten mich zu dem Konzert eingeladen. Im rustikalen Ambiente des Lokals bildete die technische Ausrüstung der Künstler - mehrere Synthies und ein Haufen Computer waren aufgebaut - einen HighTech-Kontrapunkt. Hinter ihnen war zudem eine Leinwand ausgefahren, denn die Performance sollte nicht nur musikalisch, sondern auch visuell in eine andere Welt entführen, nämlich in die Welt Preterra.

Das Konzert war in zwei Teile gegliedert. Zunächst ging es thematisch um die alte Welt, in der das Böse lauerte. Danach verlagerte sich die Geschichte in die neue, eine positive Welt, in der Werte wie Freundschaft und Liebe noch etwas zählen. Als Ambient oder Chill-Out würde Gaetano die Klänge bezeichnen, während Norbert sie elektronische Musik im Stil von Vangelis oder Klaus Schulze nennt. Ich fühlte mich auch an alte Sachen von Alan Parsons oder Eloy erinnert, Musik mithin, die ich gern bei der Arbeit laufen lasse, wenn ich an einem Romanmanuskript schreibe.

Der Musikzyklus tauchte zunächst in eine Welt vor Terra ein, als noch Wesen der Imagination existierten, als das Gute wachte und das Böse sich anschickte zu erwachen, als die Dunkelheit Einzug hielt und ein gewaltiges Schlachtengemälde zeichnete. Dieses Zeitalter ging über in die neue, farbenprächtige Welt Preterra und in eine neue Zeit. Nun, da es um Angst ging, die Grenzen setzt, aber auch um Freundschaft und zu guter letzt um die Freiheit, wurde sogar Mel Gibson aus Braveheart zitiert.

Über die Leinwand flimmerten während der musikalischen Darbietung gewaltige, imposante Landschaftsaufnahmen, zum Teil verfremdet, futuristische Gemälde mit typischen Motiven der Sciene Fiction und andere Elemente der Phantasik aus dem Helden- und Fantasybereich. Das Zusammenspiel zwischen virtuellen und akustischen Komponenten war gelungen, besonders als es gegen Ende hin in die Weiten des Universums hinausging.

Die neunzig Minuten gingen überraschend schnell vorbei. Das Konzert hat mir gefallen, sowohl die musikalischen Klänge als auch die visuelle Untermalung der Geschichte. Ich habe mich sehr gefreut, die Jungs endlich einmal wiederzusehen, und ihnen ging es nicht anders. Unnötig zu erwähnen, daß wir bei dem einen oder anderen Oktoberfestbier nach dem Konzert noch lange zusammensaßen.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Die Ducks aus Entenhausen in Köln

Dagobert Duck und Klaas Klever jagen einem Schatz nach, die Suche führt sie duch verschiedene deutsche Städte. In der Micky Maus-Ausgabe 40 verschlägt ein Rätsel in Gedichtform die Kontrahenten nach Köln. So kommt es, daß Onkel Dagobert, Donald und dessen Neffen Tick, Trick und Track in der Domstadt nach weiteren Hinweisen suchen.

Das ist durchaus nett gemacht, da das Stadtbild schön in die Jagd nach dem Schatz integriert wird. So lernt die Duck-Sippe die Hohenzollernbrücke kennen, den Kölner Dom und das mittelalterliche Hahnentor. Auch andere Sehenswürdigkeiten wie Groß Sankt Martin und die Altstadt tauchen in den Zeichnungen auf. Im Dom hält Dagobert den Dreikönigsschrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige zunächst für die gesuchte Beute. Im Hahnentor, einst ein Gefängnis, werden die Ducks mit Angehörigen der Ehrengarde und somit mit dem Karneval konfrontiert. Was Onkel Dagobert zu der launigen Aussage veranlaßt: »Ob Narren oder Knastbrüder. Mir egal, solange ich nur meinen Schatz finde.«

Gleichermaßen witzig wie authentisch ist die Szene, in der Donald in ein Brauhaus geht und sich einen Halven Hahn bestellt. Die dabei auftretende Verwirrung kenne ich von einigen meiner Bekannten, die zum ersten Mal in Köln waren und diese Bestellung tätigten. Donald sieht rot, als er statt des erwarteten halben Hähnchens ein halbes Röggelchen mit Käse serviert bekommt. Wutentbrannt wirft er es dem Kürbis, wie er den Köbes nennt, an den Kopf.

Ein wenig Klischee gibt es auch, wenn die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf thematisiert wird oder Angehörige der deutschen Panzerknacker-Fraktion in Karnevalskostümen der Village People auf den Plan treten, wenn Dagobert Ärger bekommt, weil er nicht weiß, daß ein Bützchen ein Küßchen ist oder er sich als Stimmungskanone in der Bütt versucht.

Am Ende flüchten die Ducks mit einem Wagen des Rosenmontagszugs aus Köln, weil der nächste Hinweis bei der Schatzsuche nach Stuttgart führt. Die Geschichte ist eine schöne Idee, die mir das eine oder andere Schmunzeln zu entlocken vermochte.

Freitag, 19. Oktober 2012

Fanzine-Kurier 153

Vor einer Woche unterhielt ich mich auf dem Buchmessecon noch mit Armin Möhle. Der Herausgeber des FANZINE-KURIER bedauerte, in diesem Jahr nur zwei Ausgaben seines Besprechungs-Zines präsentieren zu können. Ich finde das nicht schlimm. Hauptsache, der FK flattert nach all den Jahren, nach Jahrzehnten gar, immer noch in den Briefkasten, und du verlierst nicht den Spaß daran, Armin. Jetzt traf die neue Ausgabe bei mir ein.

Auf 12 Seiten im A5-Format gibt es diesmal sieben Rezensionen. Die sind durchaus ausführlich, denn das Schriftbild ist klein, so daß auf dem vorhandenen Platz eine Menge untergebracht wird. Als Rezensenten sind in der vorliegenden Ausgabe Holger Marks, Christel Scheja, Günther Freunek, Clemens Nissen und der Herausgeber selbst vertreten. Von dem einen oder anderen dieser kompetenten Mitarbeiter habe ich auch schon Besprechungen in der Buchszene gelesen. Von Holger Marks sind mir sogar Rezensionen von ein paar meiner eigenen Romane untergekommen.

Wurden in der Frühzeit des FANZINE-KURIER tatsächlich fast ausschließlich kleinformatige Fanzines mit Mittelheftung aus der Science Fiction-Szene behandelt, hat sich das im Laufe der Zeit geändert. Die Möglichkeiten, ein Zine oder Heft zu machen, haben sich seit den Achtziger Jahren stetig weiterentwickelt. Auch in (ganz) kleinen Auflagen lassen sich heute Druckerzeugnisse herstellen, an die vor zwanzig Jahren für einen Amateur  kaum zu denken war. Oder man bietet seine Periodika gleich als Download an.

Bei dem besprochenen XUN 28 handelt es sich um ein hundertseitiges Storymagazin mit Seitenbindung, bei dem im Taschenbuchformat erschienenen COMIC REPORT 2012 um ein professionelles Produkt. EXODUS 29 ist ebenso wie PHANTASTISCH 47 ein Magazin im A4-Format. Auch das XUN TASCHENBUCH DER FANTASTIK 8 kommt als Taschenbuch daher, während der PHANTAST 6 online im Rezensionsportal fictionfantasy.de erscheint. Einzig das INTRAVENÖS 212 des Atlan Club Deutschland erinnert von seiner Aufmachung her an die Fanzines. Schön, das hat etwas Nostalgisches.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Die 100 größten Gitarristen aller Zeiten

Vor ein paar Tagen fiel mir eine neue Sonderausgabe des ROLLING STONE in die Hände. Sie wartet mit den 100 größten Gitarristen aller Zeiten auf. Ich mag solch Rankings in der Rockmusik, auch wenn sie bei aller bemühten Objektivität ein Stück weit stets dem musikalischen Geschmack des Bewertenden folgen. Je größer die Jury bei einer solchen Wahl jedoch ist, umso repräsentativer fällt das Ergebnis aus. Das kann man im vorliegenden Fall als gelungen bezeichnen, denn die Redakteure des ROLLING STONE waren klug genug, nicht im stillen Kämmerlein zu entscheiden. Stattdessen bestand die Jury aus sage und schreibe 58 Top-Gitarristen und anderen Experten.

Auf den vorderen Plätzen tummeln sich dann auch Gitarren-Virtuosen mit klingenden Namen. Es verwundert nicht, daß Jimi Hendrix ganz vorn steht, gefolgt von Eric Clapton, Jimmy Page, Keith Richards und Jeff Beck. Auf den nächsten Plätzen folgen B. B. King, Chuck Berry, Eddie van Halen, Duane Allman und Pete Townshend. Rockmusik-Fans werden bei diesen Namen mit der Zunge schnalzen, und so geht es durchaus weiter im Ranking. Bei einem solch kompakten Aufgebot wird einem erst richtig bewußt, wie viele großartige Gitarristen die Rockmusik hervorgebracht hat.

Jeder Genannte erhält dabei eine mal längere, mal kürzere Würdigung, und zwar nicht von einem Journalisten des ROLLING STONE, sondern von einem Gitarrenkollegen. Das gefällt mir richtig gut. Wer könnte das handwerkliche Können und die Bedeutung eines Top-Gitarristen besser beurteilen als ein ebensolcher? So schreibt Tom Petty über George Harrison, Trey Anastasio über Neil Young und Carlos Santana über Jerry Garcia. Man kann hier also getrost von geballter Fachkompetenz sprechen.

Eine ganze Menge der aufgeführten Gitarristen habe ich bei Konzerten live gesehen, so beispielsweise Stephen Stills, David Gilmour, Tony Iommi, Angus Young, Brian May und Mark Knopfler, um nur einige zu nennen. Bei anderen, wie Stevie Ray Vaughan, John Lee Hooker, Muddy Waters oder Rory Gallagher hatte ich leider nicht die Gelegenheit dazu. Sie alle in diesem Heft versammelt zu sehen macht Spaß. Da kommen mir gleich eine Reihe von Alben in den Sinn, die ich unbedingt wieder einmal anhören muß.

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Phantastisch 48

Die 48. Ausgabe des Magazins Phantastisch ist die zweite im Atlantis-Verlag. Sie wartet mit einem schönen Titelbild von Timo Kümmel auf bietet von der inhaltlich thematischen Vielfalt das, was man von Phantastisch kennt und erwartet: Interviews, Buchbesprechungen und Artikel, die sich mit den verschiedenen medialen Erscheinungsformen der Phantastik befassen. Alles also wie gewohnt im grünen Bereich, sollte man meinen.

Zu denken gibt mir allerdings, daß ich so gut wie keinen Beitrag zu Ende gelesen habe. Das liegt durchaus nicht an deren Qualität, sondern an den Themen. Es sind gleich vier Interviews zu finden, nämlich mit den Autoren Michael Peinkofer, Ben Aaronovitch, Jesse Bullington und Alex Bledsoe. Die Artikel beschäftigen sich mit dem Schriftsteller Mathias Malzieu, mit dem literarischen und filmischen Weltuntergang in seinen verschiedenen Formen, mit den Quatermass-Filmen und dem Genre des sogenannten Kriegshorrorfilms. Der 15. Erlanger Comic-Salon wird ebenso thematisiert wie die Neuübersetzung von George R. R. Martins Epos Das Lied von Eis und Feuer und gar ein Vergleich zwischen Fantasy und Science Fiction.

Ich gebe zu, daß mich - was sowohl bei Phantastisch als auch bei anderen Periodika sehr selten vorkommt - keiner der Beiträge übermäßig interessierte. Um es noch einmal zu sagen: das hatte nichts mit der Qualität zu tun, sondern ist ausschließlich meinen persönlichen Interessen und Vorlieben geschuldet, die diesmal eben nicht angesprochen wurden. Aber das ist das Gute an der Phantastik. Sie ist so breit gefächert, daß sie zahlreiche verschiedene Vorlieben ansprechen kann - oder eben nicht. So wie bei mir und der vorliegenden Ausgabe. Beim nächsten Heft kann das schon wieder ganz anders aussehen. Daß Guido Latz in seinem Atlantis-Verlag mit Phantastisch weitermacht, finde ich allemal gut.

Dienstag, 16. Oktober 2012

De Familich spielt Willi Ostermann

Am gestrigen Abend lud die Kölner Mundartgruppe De Familich ins Sion-Brauhaus in der Altstadt. Grund war die Veröffentlichung ihres neuen Albums, das diesmal - bis auf eine Ausnahme - keine eigenen Stücke enthält, sondern neu eingespielte Versionen alter Lieder von Willi Ostermann. Dieses eine Lied stammt nicht von Ostermann, sondern von Josef Loup und hat ihn als späte Ehrung zum Thema. Das Album trägt den Titel Kölsche Mädche künne bütze.

Willi Ostermann (1876 - 1936) ist in Köln bis heute eine Legende und ein Original. Er war Verfasser zahlreicher Heimat- und Karnevalslieder in Kölscher Mundart und in Hochdeutsch. Seine Krätzchen trug er selbst vor, schrieb sie aber auch für andere Musiker der damaligen Zeit. Die Familich, deren Musik mittlerweile als kölscher Folk bezeichnet wird, hat sich nun einigen der bekanntesten kölschen Stücke Ostermanns angenommen und sie neu vertont. So spielten die fünf Musiker überwiegend Lieder von diesem Album.

Man kann mit Fug und Recht sagen, daß es sich um Klassiker handelt, die bis heute nicht vergessen sind. Das erkannte man allein schon daran, daß das Publikum, wie bei Auftritten der Familich so üblich, ins Konzert eingebunden wurde und kräftig mitsang. Um das zusätzlich zu unterstützen, wurden vor Konzertbeginn wieder Liederhefte mit den Texten verteilt. Die werden mittlerweile nicht mehr selbst kopiert und geheftet, sondern kommen in farbigem Hochglanz daher - auch ein Indiz für den Erfolg der Familich.

Die Zuschauer im vollen Saal hatten ebenso viel Spaß wie die Künstler auf der Bühne. Unter ihnen war der Neuling Johannes Weber, der zum ersten Mal eine elektrische Gitarre bei einem Konzert der Familich einbrachte. Daneben gab es die beiden obligatorischen Akustikgitarren, die Vokalistin Heike Siek und die wunderbare Geige von Volker Becker. Die Quetsch fehlte diesmal leider, da die Akkordeonspielerin krankheitsbedingt absagen mußte.

Wie gut die neu arrangierten Ostermann-Lieder und auch die immer wieder eingestreuten eigenen Stücke der Familich einmal mehr ankamen, bewies der lang anhaltende Applaus. Zwischendurch unterhielt ich mich mit Stephan Brandt von Center TV und nach dem Konzert bei einigen Bier noch eine ganze Weile mit dem Familich-Sänger Wolfgang Anton. Es war wieder mal ein schöner Abend, doch darauf kann man sich bei der Familich blind verlassen.

Sonntag, 14. Oktober 2012

Buchmesse und Con

Die Frankfurter Buchmesser besuche ich seit Jahrzehnten regelmäßig. In den vergangenen Jahren fuhr ich immer Donnerstag oder Freitag hin, also an Tagen, an denen die Messe ihre Pforten nur für Fachbesucher öffnet. Diesmal begab ich mich am Samstag nach Frankfurt, um endlich wieder einmal auch den Buchmessecon besuchen zu können.

Was die Messe anging, bereute ich meinen Entschluß schnell. Die Hallen waren überfüllt, die Gänge verstopft. Dazu kamen die viel zu hohen Raumtemperaturen, die ich bei solchen Veranstaltungen mit hohem Besucheraufkommen häufig feststelle. Nach einer Stunde hatte ich die Nase voll und verabschiedete mich. Vom Messegelände fuhr ich nach Dreieich-Sprendlingen, wo der Buchmessecon stattfand.

Der Con wurde in diesem Jahr bereits zum 27. Mal ausgerichtet. Das Bürgerhaus ist eine schöne Einrichtung, die praktisch in einen Saal und mehrere verschieden große Räume unterteilt ist. Einziges Manko war die auch dort recht schlechte Luft.

Dafür traf ich zahlreiche Bekannte und hielt die Unterhaltungen, die mir auf der Messe verwehrt geblieben waren. Ich traf mich mit meinem Ren Dhark-Kollegen Ben B. Black, saß längere Zeit mit Jörg Kaegelmann vom Blitz-Verlag zusammen und begutachtete bei Ulisses meine Atlan-Taschenbücher. Am Stand des Atlantis-Verlags erwarb ich die neue Ausgabe des Magazins Phantastik, plauderte mit Perry Rhodan-Autor Arndt Ellmer und mit Erik Schreiber vom Verlag Saphir im Stahl.

Im Gegensatz zu meinem vorangegangenen Kurzbesuch der Messe verging die Zeit auf dem Con viel zu schnell. Gut besucht war er zudem. Ich schätze, daß mindestens 300 Besucher den Weg ins Bürgerhaus gefunden haben. Die in den einzelnen Räumen teilweise parallel stattfindenden Programmpunkte habe ich mir erspart. Die Verleihung des Deutschen Phantastik-Preises 2012 hätte ich mir angesehen, doch um die Uhrzeit war ich schon auf dem Rückweg nach Köln.

Die Buchmesse werde ich im kommenden Jahr wieder an einem ausschließlich Fachbesuchern vorbehaltenen Tag besuchen. Auf das Gedränge an Tagen mit normalem Publikumsverkehr habe ich keine Lust mehr.

Samstag, 13. Oktober 2012

Hyperraum nicht zugänglich

Während ich mit dem Schreiben des neuen REN DHARK-Sonderbandes beschäftigt war, widmeten sich meine Teamkollegen dem jüngsten Roman in der Hauptserie. Ben B. Black, Jan Gardemann und Uwe Helmut Grave verfaßten Band 38 von REN DHARK - WEG INS WELTALL mit dem Titel Hyperraum nicht zugänglich. Es ist noch nicht lange her, daß wir uns zur Autorenkonferenz trafen, und nun liegt bereits der zweite Band des neuen Zyklus vor. Wer bei REN DHARK als Leser einsteigen möchte, hat jetzt zu Beginn des Zyklus die beste Gelegenheit dazu.

Die Geschichte schließt da an, wo ich in Band 37 aufgehört habe. Sämtliche Hypertechnik in der Milchstraße scheint zu versagen. Hyperfunk und Transitionen sind nicht mehr möglich, und Ren Dhark sitzt mit ein paar Gefolgsleuten in einer Asteroidenstation im interstellaren Leerraum fest.

Freitag, 12. Oktober 2012

Feind ohne Gnade

Heute sind die Belegexemplare meines neuen Buches angekommen. Es handelt sich um den Roman »Feind ohne Gnade«, den neuen abgeschlossenen REN DHARK-Sonderband bei Unitall. Es ist bereits der 20. Roman in dieser Reihe und das 11. Hardcover, das ich dazu beigesteuert habe.

Was mit einem Überfall im Weltraum beginnt, entwickelt sich schnell zu tödlichem Grauen, das über die Besatzung eines Frachtschiffs herfällt. Denn tatsächlich geht es nicht um die wertvolle Erzlieferung. Es geraten Ereignisse in Bewegung, die darauf abzielen, sämtliche von Menschen bewohnte Planeten zu destabilisieren.

»Feind ohne Gnade« ist der erste Band eines Zweiteilers. Beim Schreiben verselbständigte sich die Geschichte und wurde lang und länger. Das Expose gab zuviel Stoff her, um es in einem Roman abzuhandeln. Es wäre schade gewesen, die Geschichte von der Länge her zu limitieren, weil zuviel gutes Material verloren gegangen wäre. Daher werde ich die dramatische Handlung im Folgeband aufgreifen und zu Ende führen.

Montag, 8. Oktober 2012

Perry Rhodan Extra als eBooks

PERRY RHODAN EXTRA ist ein Ableger der wöchentlich erscheinenden PERRY RHODAN-Serie. In der Extra-Reihe werden in Heftform halbjährlich abgeschlossene Romane aus dem Rhodan-Kosmos publiziert. Vierzehn Ausgaben von verschiedenen Autoren gibt es bisher, darunter H. G. Francis, Robert Feldhoff, Hubert Haensel, Wim Vandemaan und Marc A. Herren. Von mir stammen die Nummern 5 und 14, betitelt Bardiocs Null und Catomens Gesetze.

Nun gibt es die Extras auch in Form von eBooks. Das ist für die Leser zweifellos eine schöne Sache. Ich selbst kann mit eBooks zwar nicht viel anfangen und bleibe weiterhin ein Anhänger von Druckerzeugnissen, aber es gibt immer mehr Leute, die nur noch digital lesen. Einen großen Vorteil gibt es dabei, nämlich den der immensen Platzersparnis. Das kann ich als Sammler von Büchern, Heften, Zeitschriften und Fanzines nur bestätigen.

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Sonntag, 7. Oktober 2012

Die Sprechblase 225

Auf 80 Seiten bietet die neue Ausgabe des Magazin für bunte Bilder wieder Artikel und zahlreiche Informationen zu aktuellen und klassischen Comics. Ein Drittel des Umfangs macht diesmal ein Special über Albert Weinberg aus. Die Sprechblase widmet sich dem im vergangenen Jahr verstorbenen Belgier und seiner bekanntesten Comicfigur, dem kanadischen Piloten Dan Cooper, in ausführlicher Manier. Sehr schön.

Einen netten, wenn leider auch nur einseitigen Artikel gibt es zu Rick Master, den ich wie Dan Cooper in den Siebziger und Achtziger Jahren in Zack gelesen habe. Comicadaptionen zu James Bond werden ebenso beleuchtet wie solche zu Karl May. Der Leser findet Besprechungen zu neu erschienenen Comics, einen Artikel über Pecos Bill und einen Bericht zum 15. Internationalen Comicsalon in Erlangen. Comics selbst gibt es ebenfalls, nämlich einen Michel Vaillant aus dem Jahre 1957, einen Pecos Bill und einen Fenrir von Hansrudi Wäscher.

Ich werde auch genannt. In der regelmäßigen Rubrik Generation Lehning geht Gerhard Förster auf meinen Band 1 der angekündigten Romanadaptionen von Wäschers Nick ein. »Mehnert ist übrigens auch ein etablierter Autor von Perry Rhodan und anderen Romanserien«, schreibt Förster. Das allerdings sehe ich anders. Ich mag durchaus ein etablierter Autor von Ren Dhark sein, nicht jedoch von Perry Rhodan. Etablierte Autoren von Rhodan sind für mich solche, die sich über Jahre in der Erstauflage verdient gemacht haben, jedoch keine die wie ich nur für Ableger wie Perry Rhodan Action und Nebenserien wie Atlan tätig sind oder die wie andere Perry Rhodan als Perry Rhodan Neo einen Neuaufguß geben.

Ich lese nicht die gesamte Sprechblase durch. Manche Artikel überfliege ich, andere überblättere ich gar. Der Großteil des Inhalts interessiert mich aber, und mir gefällt, daß das Magazin durchgehend reich bebildert ist. Als Beilage gibt es zum zweiten mal Die kleine Sprechblase, diesmal mit zwei Westernraritäten.

Samstag, 6. Oktober 2012

Schwarz-weiße Klassiker

Seit einiger Zeit führt Saturn in seinen DVD-Abteilungen Aktionswochen durch, in denen Filme zu verschiedenen Themen angeboten werden. Sie werden auf einer speziellen Präsentationsfläche hervorgehoben und stechen den Kunden gleich ins Auge. Mir gefällt die Idee, weil auf diese Weise alte Kleinode, die teilweise schon lange nicht mehr im Fernsehen gezeigt wurden, wieder eine verdiente Aufmerksamkeit finden.

Kürzlich ging es um Road-Movies aus den verschiedenen Jahrzehnten der Filmgeschichte. Aktuell werden herausragende Schwarzweißklassiker beworben. Zwei Filme, die ich vor langer Zeit im Fernsehen gesehen habe, mußte ich mitehmen.

Das ist zum einen Es geschah am hellichten Tag aus dem Jahr 1957. In der Drehbuchvorlage des Schweizer Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt geht es um Sexualverbrechen an Kindern. Neben Heinz Rühmann als Kommissar Matthäi spielt der glänzend aufgelegte Charakterdarsteller Gert Fröbe den Kindermörder Schrott. Dabei fiel mir ein, daß ein Roman Dürrenmatts, nämlich Der Richter und sein Henker, einst Teil meiner im Deutschunterricht durchgenommenen Schullektüre war.

Bei dem zweiten Film handelt es sich um die Kriminalgeschichte Die Spur des Falken aus dem Jahr 1941. Er war John Houstons erste Regiearbeit und basiert auf der Romanvorlage Der Malteser Falke von Dashiell Hammett. Der Film mit Humphrey Bogart gilt nicht nur als Beginn des Film noir, er zählt noch heute zu den besten, wenn nicht sogar zu dem besten Detektivfilm, der jemals gedreht wurde.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Intravenös 213

Wenn ich vom rührigen Atlan Club Deutschland Post bekomme, sind wieder sechs Wochen vergangen. So wie zuletzt, als das clubinterne Zine Intravenös 213 im Briefkasten lag. Wieder haben die Clubmitglieder eine 80 Seiten dicke Ausgabe rund um ihren Lieblingsarkoniden zusammengestellt.

Die Mitglieder? Zumindest einige von ihnen - denn im Grunde sind es meist die gleichen Namen, die in der Inhaltsübersicht auftauchen, allen voran mein Atlan-Kollege Rüdiger Schäfer. Was mich daran erinert, daß ich auch mal wieder zumindest einen Leserbrief an die geschätzte Redakteurin schicken könnte.

Inhaltlich bietet das Intra die gewohnte Mischung aus Briefen und verschiedenen Rubriken. Dazu gibt es diverse Rezensionen, darunter einige Buchbesprechungen zu deutschen Originalveröffentlichungen von Uwe Post über Andreas Eschbach bis zu Myra Cakan. Der zurückliegende ACD-Con wird besprochen und bereits auf den Con 2013 hingewiesen. In Oldau-Hambühren wird er stattfinden, laut Angaben liegt das bei Celle. Mal sehen, ob ich mal wieder den Weg zu einem ACD-Jahrescon finde. Mein letzter Besuch liegt auch schon wieder ein paar Jahre zurück.

Montag, 1. Oktober 2012

Chinesischer Spaziergang im Alltag

Eigentlich wollte ich beim Spaziergang durchs Vringsveedel nur einen Blick in die Kartäuserkirche werfen. Dann verweilte ich länger, da in der Kirche rechts und links rund vierzig Fotografien an den Wänden hängen, die dort normalerweise nicht zu finden sind. Die Fotografin Charlotte Wagner selbst war zugegen und gab mir einige Erläuterungen.

Es handelt sich im Rahmen der 21. Internationalen Photoszene Köln um eine Ausstellung namens "Chinesischer Spaziergang im Alltag". Wie es der Titel verrät, präsentiert Frau Wagner Bilder des chinesischen Alltags. Die Fotos hat sie während eines China-Aufenthaltes selbst gemacht und gibt dem interessierten Publikum nun die Möglichkeit, in ihren Blickwinkel chinesischer Wirklichkeiten einzutauchen.

Wer sich für die chinesische Welt abseits der Metropolen und großer Politik interessiert und seinen Fokus stattdessen auf Menschen, den Alltag und kleine Szenen richtet, muß sich beeilen. Charlotte Wagners Ausstellung dauert noch bis zum 7. Oktober an.

Sonntag, 30. September 2012

Ein Zamorra-Con in Wetzlar

Anläßlich des 1000. Heftes von Professor Zamorra veranstaltete Carl Holmes in der Phantastischen Bibliothek in Wetzlar einen kleinen, gemütlichen Con. Zu dem hatte Carl, User des Zamorra-Forums bei Bastei, mich als ehemaligen Zamorra-Autor vor geraumer Zeit eingeladen.

Ich fuhr Freitag recht früh los, was mir Gelegenheit gab, in Limburg einen Aufenthalt einzulegen und den Limburger Dom zu besichtigen. Das der rheinischen Spätromanik zugerechnete Bauwerk mit gotischen Einschlägen liegt auf einer Anhöhe gleich oberhalb der Lahn mit einem schönen Ausblick. Der historische Stadtkern ist beeindruckend, was auch für die Kathedrale selbst gilt. An sie angeschlossen ist ein kleiner öffentlich zugänglicher Friedhof, auf dem zahlreiche Angehörige des Limburger Domkapitels beigesetzt sind. Viele Grabsteine stammen noch aus der Mitte des 19. Jahrunderts. Solche Anlagen sind für mich schon allein aus historischen Gründen erhaltenswürdig, doch leider waren die Zeichen des Verfalls unübersehbar.

Ebenfalls von historischer Pracht ist der Wetzlarer Stadtkern mit seinen zahlreichen mittelalterlichen Gebäuden, die vom 2. Weltkrieg verschont geblieben sind. Ich spazierte eine Weile umher und stieß überall auf seit Ende des 17. Jahrhunderts erhaltene Spuren des Reichskammergerichts, des damals höchsten deutschen Gerichts. Auch der unvollendete Wetzlarer Dom, ebenfalls romanisch und gotisch geprägt, liegt auf einer Anhöhe über der Stadt, und der Fußweg hinauf gestaltete sich recht anstrengend. Ich fühlte mich an wenig an meinen letzten Besuch auf dem Drachenfels erinnert, auch wenn es nicht ganz so steil hinaufgeht. Im Dominneren erlebte ich eine Überraschung, wurde ich doch mit der Tatsache konfrontiert, daß die Kirche von beiden christlichen Konfessionen benutzt wird. Sprich, sowohl Katholiken als auch Evangele halten darin unter anderem ihre Gottesdienste ab. Das kann ich mir im erzkatholischen Köln leider gar nicht vorstellen.

Das Hotel lag ganz in der Nähe, und nachdem ich eingecheckt hatte, traf ich mich abends mit Carl sowie Horst von Allwörden vom Online-Magazin Zauberspiegel und dessen Partner in einem italienischen Restaurant. Wir saßen bis spät in die Nacht zusammen und redeten über Gott und die Welt. Ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten trank ich kein Bier, sondern den einheimischen Apfelwein.

Der eigentliche Con fand am Samstag in der Phantastischen Bibliothek statt. In dem fünfstöckigen Gebäude ist die weltweit größte öffentliche Sammlung phantastischer Literatur mit rund 200.000 Titeln untergebracht. Der Autor, Herausgeber, Organisator der Wetzlarer Tage der Phantastik und nicht zuletzt Gründer der Bibliothek Thomas Le Blanc führte die Besucher zunächst herum. Ich fühlte mich sauwohl zwischen all den phantastischen Büchern und Heftromanen. Alles ist sauber, übersichtlich und hell. Ich hätte gleich einziehen können und war nicht der einzige, der das eine oder andere Buch aus dem Regal nahm, um es zu begutachten. Überaus bemerkenswert finde ich, daß die Phantastische Bibliothek nicht nur als Archiv dient. Sie ist für Publikumsverkehr geöffnet, und die zumeist doppelt vorhandenen Titel können ausgeliehen werden.

Nach der Führung wurde der Amateurfilm "Satans Todesschwadron" gezeigt. In dem Super 8-Streifen von 1983 waren Werner Kurt Giesa als Zamorra und Rolf Michael als sein Feind Asmodis zu sehen. Natürlich wirken heute viele Szenen unfreiwillig komisch, doch man muß den Film im zeitlichen Kontext und unter Berücksichtigung der Entstehungsgeschichte betrachten. Es hat mich gefreut, Werner auf diese Weise - seinerzeit war er erst 29 Jahre alt und lief wie eine Elfe die Treppen hoch - noch einmal in bewegten Bildern zu sehen. Der anwesende Rolf Michael würzte die Vorführung mit den launigen Kommentaren und Anekdoten des Insiders, der damals dabei war.

Nach dem Mittagessen, von Carl perfekt organisiert wie alles andere auch, wurde Heft 1000 offiziell an Thomas Le Blanc übergeben. Das geschah durch die inzwischen eingetroffene Redakteurin Susanne Picard und die aktuellen Zamorra-Autoren Oliver Fröhlich und Christian Schwarz sowie Rolf und mich als ehemalige Mitstreiter. Später gesellte sich auch noch Manfred Rückert dazu.

Danach referierte Hermann von Allwörden über die legendären sogenannten Bierkonferenzen. Es war interessant und witzig, wie die Herren Michael, Giesa und von Allwörden vor Dekaden so manche Zamorra-Idee ausbrüteten. Was dann später aus vielen Überlegungen wurde, steht auf einem ganz anderen Blatt. Schließlich plaudete ich nachmittags darüber, wie ich seinerzeit als Autor zu Zamorra gestoßen bin, und danach war der Con leider schon vorbei.

Die ganze Truppe zog sich noch für eine Weile vor ein Cafe in der Altstadt zurück, wo wir das Treffen gemütlich ausklingen ließen. Mir hat der Con wirklich gut gefallen, und das war der allgemeine Tenor. Die Leute waren nett, die Stimmung prächtig, die Programmpunkte kurzweilig. Mein großer Dank geht an dieser Stelle noch einmal an Carl Holmes, der das Treffen anläßlich Zamorra 1000 mit seinem Einsatz überhaupt erst möglich gemacht hat. Danke, Carl, du hast dir ein Amulett verdient.

Eine besondere Überraschung hielt Rolf Michael für mich bereit. Er brachte mir nämlich ein Buch mit, und zwar ein ganz besonderes. Es handelt sich um ein Leihbuch aus den Fünfziger Jahren, das damals in der mir völlig unbekannten Kölner Verlags K.G. Paul Steinebach erschienen ist. Der Roman "Aus Weltraumtiefen" stammt aus der Feder von Kurt Brand und trägt vorne im Buch folgende Signatur:
"Für dich signiert in Kaltern am 11.05.91
Dein Kollege Kurt Brand"
Ich habe mich sehr darüber gefreut, Rolf. Vielen Dank! Ich werde das signierte Buch des Schöpfers von Ren Dhark und Raumschiff Promet hüten wie meinen Augapfel.

Professor Zamorra wird 1000

Seit 1974 erscheint die Heftromanserie PROFESSOR ZAMORRA im Bastei-Verlag. Geprägt wurde sie in frühen Jahren durch Urgestein Rolf Michael und vor allem durch den 2008 verstorbenen Werner Kurt Giesa, der bis zu seinem Tod auch die meisten Romane verfaßte. Neben der eigentlichen Horrorhandlung enthält die Serie um den Meister des Übersinnlichen Elemente der Science Fiction und der Fantasy.

Vor ein paar Tagen ist nun Band 1000 erschienen, ein Jubiläum, auf das die Macher mit Fug und Recht stolz sein können. Ich gratuliere allen an diesem Projekt Beteiligten ganz herzlich. Alle zwei Wochen werden die Geschichten weiterhin fortgesetzt von einem Autorenteam unter der Leitung der Redakteurin Susanne Picard.

Vor ein paar Jahren - damals noch unter der Ägide Werner Kurt Giesas - habe ich ein paar Romane zu Zamorra beigesteuert. Um genau zu sein, waren es 6 Hefte und 2 im Zaubermond-Verlag erschienene Bücher. Darin ging es um die Dynastie der Ewigen, das Drachenland und andere phantastische Stätten und Handlungsträger, mit denen nur Zamorra-Leser etwas anfangen können.

Professor Zamorra ist eine bunte, abwechslungsreiche Geschichte, der ich weiterhin ein langes Leben wünsche. Möge der Meister des Übersinnlichen, dessen Vorname niemals genannt wurde, mit seinem Amulett Merlins Stern, seiner Partnerin Nicole und verschiedenen Mitstreitern seinen unermüdlichen Kampf gegen Dämonen und die Mächte der Finsternis noch lange fortsetzen.

Auf der Rückseite von Heft 1000 findet sich übrigens ein Portrait des verstorbenen Volker Krämer, eine schöne Hommage an den langjährigen Zamorra-Autor. Diese Ehre wurde in Heft 900 bereits Werner Kurt Giesa zuteil.

Dienstag, 25. September 2012

Im Dschungel entführt

In seinem vierten Abenteuer macht Tibor die Bekanntschaft ein paar ganz eigenartiger Leute. Eine Filmgesellschaft dreht im Dschungel einen Film um einen Dschungelhelden, der allerlei Gefahren trotzt. Die Wirklichkeit des Lebens im Urwald, wie Tibor sie kennt, bleibt dabei allerdings völlig auf der Strecke.

Was so scheinbar harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einem lebensgefährlichen Abenteuer. Der Sohn des Dschungels bekommt es nämlich nicht nur mit einem gewissenlosen Kindesentführer und Lösegelderpresser zu tun. Er sieht sich zudem konfrontiert mit einem aus dem Hintergrund agierenden Intriganten, für den das Leben eines Kindes zweitrangig ist. Bis zuletzt bleibt schleierhaft, wer die Fäden in diesem schmutzigen Spiel zieht.

Bereits die vierte Romanadaption nach den Tibor-Comicvorlagen Hansrudi Wäschers ist damit auf den Weg gebracht. Wieder hatte ich großes Vergnügen an der Umsetzung der Klassiker von Wäscher. Ich habe das Manuskript an den Verlag geschickt und bin auf die Reaktion des Verlegers gespannt. Neben Tibor ist selbstverständlich auch wieder sein Freund und Partner, der Gorilla Kerak, mit von der Partie. Der Roman trägt den Titel "Eine harte Schule".

Dienstag, 11. September 2012

Mit Steven Trainor auf Babylon

Am Ende überwog die Action. Denn wenn Steven Trainor, Liao Morei, Maximilian Berger und Aiko Kurosawa zum Showdown antreten, kann man gewöhnlich davon ausgehen, daß kein Auge trocken bleibt. Ebenfalls mit mischen die Herren Terence Wallis und Charles Norris sowie der Chef der Galaktischen Sicherheitsorganisation Bernd Eylers und der GSO-Agent Jos Aachten van Haag. Die Geschichte beginnt mit einem unheimlichen, fremden Raumschiff. Den Zuschauern einer gewissen SF-Serie im Fernsehen dürfte es aber nicht ganz so fremd sein.

Gestern habe ich den nächsten REN DHARK-Sonderband für die Unitall-Reihe fertiggestellt. Muß ich betonen, daß es einmal mehr großen Spaß gemacht hat, ein weiteres Kapitel in der Historie des Dhark-Kosmos aufzuschlagen? Eigentlich nicht. Steven Trainor hat sich in der Vergangenheit heimlich, still und leise zu einer meiner Lieblingsfiguren gemausert. Umso schöner war es, ihn wieder in den Einsatz zu schicken.

Im neuen Abenteuer haben die Protagonisten es mit einem Feind in den eigenen - menschlichen - Reihen zu tun. Und auch wieder nicht. Denn die Dinge gestalten sich kompliziert, und die eigentlichen Drahtzieher der erschreckenden Geschehnisse, mit denen unsere Helden konfrontiert werden, agieren aus dem Hintergrund und bleiben gesichtslos. Zudem muß sich Trainor einer für ihn persönlich schicksalhaften Frage stellen. Der Roman trägt den vielsagenden Titel "Feind ohne Gnade", und das ist inhaltlich nicht übertrieben.

Donnerstag, 6. September 2012

BAP auf der Loreley


Verdamp lang her, das kann man wirklich sagen. Denn erst 30 Jahre und 3 Tage nach dem legendären Konzert von 1982 im Rahmen des Rockpalastes stand BAP wieder auf der Freilichtbühne der Loreley. Immer wieder während des dreistündigen Auftritts kam Wolfgang Niedecken auf das damalige Ereignis zu sprechen. So merkte man, wie sehr es ihm laut Ansager Peter Rüchel eine Herzensangelegenheit war, musikalisch an diesen Ort zurückzukehren. Niedecken ließ das Publikum seine Begeisterung über den damaligen Auftritt und das ganze Drumherum spüren, besonders Rory Gallagher kennengelernt und sogar kurz auf dessen Gitarre gespielt zu haben.

Der Wettergott hatte ein Einsehen. Nach dem verregneten Vortag gab es blauen Himmel und Sonnenschein satt. Das Open Air Gelände war brechend voll. Die Loreley ist für mich ohnehin der schönste all jener Veranstaltungsorte, die ich schon zu Konzerten besucht habe. Gleich über dem Rhein gelegen, mit einem wunderschönen Ausblick und ringsum grün. Am späten Abend der Untergang der prallen gelben Sonne hinter den Hügeln auf der gegenüberliegenden Rheinseite. Da hält nur die Berliner Waldbühne mit. Rund 10.000 Zuschauer waren zusammengekommen.

Vom Opener Stoppok bekam ich nur die letzten beiden Stücke mit, mit akustischer Gitarre und blueslastig. Hubert von Goisern, von dem ich zuvor wohl noch nie bewußt ein Lied gehört hatte, hatte ich bis dato immer als einen waschechten Bayern verortet. Die Österreicher mögen es mir verzeihen. Bei seinem Auftritt konnte ich nachvollziehen, wie sich BAP-Hörer fühlen, die des Kölschen nicht mächtig sind. Ich verstand nämlich bestenfalls ein Viertel der österreichischen Texte. Die Musik hat mir gut gefallen, ziemlich rockig mit Ausflügen zu ländlicher Folklore in elektrifizierter Form, mehrfach garniert mit minutenlangen Jodelattacken.


Ich und Freund Mathias, der BAP-Graphiker, nach dem Konzert.
(c) Foto by Adolf Kesseler
Als Intro läuteten die Glocken des Kölner Doms, was gleich heimatliche Klänge bescherte. BAP begann mit Halv su wild und hörte auf mit Songs sinn Dräume. Dazwischen lagen musikalische Erinnerungen aus den letzten 35 Jahren, darunter selbstverständnlich die Dauerbrenner Verdamp lang her und Do kanns zaubre, zum Glück auch wieder Ne schöne Jrooss sowie meine Lieblingsstücke vom aktuellen Album Chlodwigplatz und Verjess Babylon sowie All die Aurenblecke. Insgesamt gab es 27 BAP-Stücke, danach noch wie vor 30 Jahren Knockin' On Heavens Door, bei dem alle zusammen auf der Bühne standen, BAP, Stoppok, Hubert von Goisern.

Wolfgang Niedecken zog dabei alle Register, mal nachdenklich, mal kritisch, melancholisch oder vergnügt, mit der Rocktruppe im Rücken oder allein mit akustischer Gitarre und Mundharmonika. Bei alledem ehrlich, aufrichtig und authentisch. Und glücklich mit all den Leuten, die, wie er selbst sagt, nach all der langen Zeit immer noch zu seinen Auftritten kommen.

Es war ein schöner Abend, ein magischer Abend mit großen Momenten. Ich hätte ihn nicht verpassen mögen. Wie Wolfgang am Ende feststellte, wird er 91 sein, sollte es wieder 30 Jahre bis zum nächsten Auftritt auf der Loreley dauern. Das kriegt er hoffentlich viel schneller hin. Bis dahin werde ich andere Gelegenheiten nutzen, ihn und BAP live zu sehen. Immer wieder, und stets mit der gleichen Begeisterung wie beim ersten Mal.

Dienstag, 4. September 2012

Etwas Böses naht auf leisen Sohlen

So sieht die Titelbildgraphik für den kommenden Ren Dhark Sonderband aus, an dem ich derzeit arbeite. Sie stammt wie immer von Ralph Voltz.

Freitag, 31. August 2012

Runrig endlich wieder am Rhein

Wenn Aufnahmen der Highlands, von Möwen über gischtender Küste und einsamen Landstraßen inmitten grüner Hügel über die Leinwand flimmern, wenn im Publikum schottische Fahnen geschwenkt und Schals gehoben werden und wenn Männer in Kilts an einem vorbeilaufen, dann weiß man, daß Runrig auf der Bühne stehen. So wie gestern Abend auf dem Open Air Gelände des Kölner Tanzbrunnens, wo ich sie schon Mitte der Achtziger live gesehen habe. Nach einer achtzehnmonatigen Tourneepause sind die schottischen Folkrocker wieder unterwegs.

Los ging es mit Stamping Ground und zu Ende mit Loch Lomond und And We'll Sing. Dazwischen lagen rund zwei Stunden mit bekannten und weniger bekannten Songs. Es gab ein Wiederhören mit Alba, Protect and Survive, mit Everything You See, Skye und Beat The Drum. Mal wurde auf Gälisch gesungen, mal gab es einen akustischen Ausflug mit Gitarre oder Tasten. Zu einem Lied kamen sie mit umgeschnallten Trommeln auf die Bühne, zu einem anderen mit Akkordeons. Einige der alten Stücke waren zudem völlig neu arrangiert.

Selten habe ich den Tanzbrunnen so gut gefüllt gesehen. Jung und Alt hatten ihre Freude an den Musikern, denen man wieder einmal anmerkte, welchen Spaß ihnen das macht, was sie auf der Bühne präsentieren. Schön war's, musikalisch klasse, frenetisch, ergreifend. Diesmal gefehlt haben mir nur die Dudelsäcke. Nächstes Jahr feiern Runrig ihr vierzigjähriges Bestehen. Dann bitte mit einer Jubiläumstour, liebe Schotten.

Freitag, 24. August 2012

Monster im Weltall

Die REN DHARK-Sonderbände in der Unitall-Reihe, die dreimal jährlich erscheinen, steuern auf ein kleines Jubiläum zu. Das Expose, das mich heute erreichte, trägt bereits die Nummer 20. Damit legt auch die Nachfolgereihe der früheren Sonderbände, die bis zur Nummer 29 gingen, eine schöne Erfolgsgeschichte hin. Ich habe das Vergnügen, den kommenden Roman schreiben zu dürfen.

Düster geht es los, mit einem gräuslichen Überfall in der Tiefe des Weltalls. Ich habe ganz konkrete Bilder im Kopf, wie ich die Einstiegsszene in die unheimliche Handlung anlegen werde. Gestaltete ich im vorangegangenen Band Der Atomkrieg findet statt die Handlung actionreich und handfest, gibt es diesmal einen schönen Horroreinschlag. Wie hieß es noch bei Alien? "Im Weltall hört dich niemand schreien." Von wegen. Die Kameraden im eigenen Schiff durchaus.

Donnerstag, 23. August 2012

Intravenös 212

Regelmäßig alle sechs Wochen flattert das Clubmagazin des Atlan Club Deutschland ins Haus. Bis zur Ausgabe 212 haben es die eifrigen Damen und Herren Atlan-Fans schon geschafft, und Ermüdungserscheinungen stellen sich nicht ein. Rüdiger Schäfer und Gero Grübler kündigen bereits den Atlan-Con 2013 an. Näheres wird allerdings nicht verraten. Die beiden Verschwörer machen ein großes Geheimnis darum. Nicht einmal der Veranstaltungsort wird genannt.

Neben den teilweise sehr umfangreichen Leserbriefen gibt es die üblichen Rubriken. Deutschstunde mit Rüdiger, Die besten TV-Serien aller Zeiten, Geistreiche Zitate, Wer nicht fragt ..., Klatsch und Tratsch aus Romanen und Stories. Auch der alte Arkonide selbst kommt nicht zu kurz. Irgendwie ist immer für jeden etwas dabei. Ich gebe es zu: Intravenös bleibt meine liebste Klolektüre, abwechslungsreich, kurzweilig, fannisch.


Mittwoch, 22. August 2012

Der Sohn des Dschungels startet durch


Heute hatte ich ein weiteres TIBOR-Belegexemplar im Briefkasten. Dabei ist gar keine neue Ausgabe erschienen. Stattdessen ist Band 1 in die 2. Auflage gegangen, was mich natürlich sehr freut. Im Gegensatz zur 1. Auflage ist sie unlimitiert.

Um dennoch eine Unterscheidung zu gewährleisten, gibt es optische Veränderungen. Die Titelbildzeichnung von Hansrudi Wäscher ist in anderen Farben gehalten. Auf die Goldprägung sowie das Lesebändchen wurde verzichtet. Finde ich gut. So fühlen sich die Abonnenten der limitierten Erstauflage nicht auf den Schlips getreten.

Im Anhang angekündigt wird bereits TIBOR 3, ebenso NICK 1. Beide erscheinen im November zur Intercomic-Messe in Köln. Inzwischen eingetroffen sind bei mir auch die nächsten Comic-Großbände, die als Vorlage für TIBOR 4 dienen. Ich werde mit dem Schreiben des Romans loslegen, sobald ich mein derzeitiges Projekt beendet habe.

Montag, 20. August 2012

Rückkehr ins Ungewisse


Denn eine Rückkehr ins Ungewisse ist es, die Ren Dhark erlebt, als er nach langer Abwesenheit aus der Galaxis Orn nach Hause zurückkehrt. Nicht nur, daß der terranische Raumfahrer ein unglaubliches Angebot zu verkraften hat, das sein Leben auf nachhaltige Weise verändern wird. Im ehemaligen Exspect am Rand der Milchstraße taucht zudem ein unsichtbarer Feind auf, der überraschend und unerkannt zuschlägt. Damit zeichnen sich hochdramatische Ereignisse ab, die wir auf der letzten Ren Dhark-Konferenz mit Genuß ersonnen haben.

Endlich ist er da, der erste Band des neuen Zyklus. Ich habe ihn heute erhalten. Mit Rückkehr ins Ungewisse beginnt ein ganz neuer Handlungsabschnitt. Daher ist für alle, die schon immer einmal hineinschnuppern wollten in Ren Dhark, ein Einstieg in die Serie jetzt problemlos möglich.

Den vorliegenden Roman habe ich übrigens gemeinsam mit den Kollegen Uwe Helmut Grave und Jan Gardemann verfaßt. Das grandiose Titelbild, das die Point of in einem klassischen SF-Motiv zeigt, stammt wie gewohnt von Ralph Voltz.

Freitag, 17. August 2012

Rolling Stone Magazin 214


Die August-Ausgabe des Rolling Stone wartet mit einem netten Special auf. Eine sechzigköpfige Jury aus Journalisten und Musikern hat die 100 besten Singer-Songwriter-Alben aller Zeiten gekürzt. Natürlich gelingt eine solche Auswahl nie objektiv, weil jeder seinem eigenen Geschmack folgt. Doch je mehr Leute die Auswahl treffen, umso repräsentativer wird sie. Ich mag solche Rankings.

In der Auswahl tummelt sich einiges, was Rang und Namen hat. Der Großteil der Interpreten ist mir bekannt, von den hundert Alben kann ich das weniger behaupten. Die einzigen, von denen ich Platten bzw. CDs besitze, sind Bob Dylan, Neil Young und Bruce Springsteen. Daß Blonde On Blonde und Harvest die beiden vorderen Plätze belegen, wundert mich nicht. Von den platzierten Dylan-Alben besitze ich immerhin satte acht Stück, von Young fünf und von Springsteen drei. Darunter ist meine Lieblingsscheibe Born To Run. Der Rest der vertretenen Interpreten - Pustekuchen.

Der ansonsten für mich interessanteste Beitrag trägt den Titel "Die letzten Aufrechten" und dreht sich um das derzeitige Schaffen von Lynyrd Skynyrd. Leider begnügt er sich mit gerade einmal zwei Seiten. Da wäre mehr drin gewesen. Noch mauer sieht es bei anderen Artikeln aus. Rushs neues Album Clockwork Angels ist im Grunde ein zwölfteiliger Science Fiction-Roman, angesiedelt im Steampunk. Hermann Hesses Todestag jährte sich zum fünfzigsten Mal. Green Day veröffentlichen in den nächsten Monaten gleich drei neue Alben, und Ridley Scott ist mit Prometheus selbstverständlich auch vertreten. Zu schade, daß keiner dieser Artikel über eine Seite hinausgeht. Ich beklagte es schon anderenorts. Auch der Rolling Stone wird oberflächlicher und bedient mittlerweile verstärkt den kleinen Hunger zwischendurch, statt opulente Mahlzeiten zu kredenzen.

Aufhorchen läßt eine Aussage, die Ridley Scott auf die Frage nach einem weiteren Blade Runner Abenteuer tätigt. Das Problem sei zwar, daß Blade Runner eigentlich eine abgeschlossene Geschichte ist - womit ich ihm vorbehaltlos zustimme -, er sich aber dennoch in Kürze mit dem damaligen Drehbuchautor Hampton Fancher treffe. Man habe eine zündende Idee und werde daran arbeiten. Da bin ich mal gespannt. Bitte bloß keinen schalen Aufguß des Meisterwerks.

Donnerstag, 16. August 2012

Geek 1 hinterläßt Ratlosigkeit


Als ich erfuhr, daß ein neues Magazin für Science Fiction auf den deutschen Markt kommt, war ich sehr gespannt auf die erste Ausgabe. In den Zeitschriftenläden in meiner Nähe war Geek 1 nicht zu bekommen, aber im Bahnhofshandel wurde ich fündig. Das zweimonatlich erscheinende Periodikum widmet sich, wie ich dann erfuhr, nicht nur der Science Fiction, sondern zudem Fantasy und Horror. Verwandte Genres mit einzubeziehen finde ich auf jeden Fall gut.

Was habe ich von dem neuen Magazin erwartet? Schwer zu sagen. Aber, um es vorweg zu nehmen, auf jeden Fall etwas anderes als das, was ich schließlich in der Hand hielt. Das liegt vor allem an den Artikeln, die mit einer gewissen Substanzlosigkeit daherkommen. Ich habe den Eindruck, man scheut sich, thematisch in die Tiefe zu gehen, statt nur an der Oberfläche zu kratzen. Das ist übrigens eine Entwicklung, die ich seit geraumer Zeit auch bei anderen Zeitschriften feststelle, beispielsweise beim Rolling Stone, den ich seit vielen Jahren lese. Ist das nun dem oberflächlichen Zeitgeist geschuldet oder der defizitären Aufmerksamkeitsspanne der Leser?

Geek 1 legt los mit Prometheus. Kein Wunder, Ridley Scotts neues Werk - ist Prometheus nun das ursprünglich geplante Prequel zu Alien, oder ist es eine eigenständige Produktion? - ist derzeit omnipräsent. Hier geht es schon los. Es gibt eine Menge Abbildungen, Fotographien und Portraits der Darsteller, doch der Artikeltext macht zusammengenommen kaum mehr eine halbe Seite aus. Dieses Manko wird zum Glück ein wenig relativiert durch das anschließende Interview mir Ridley Scott. Zum Thema passend, folgt als Dossier Alien eine Betrachtung rund um die vier Alien-Filme. Auf sage und schreibe 17 Seiten findet sich so gut wie nichts Neues, und daß es Aliens zum Spielen und Liebhaben gibt, läßt mich nun wirklich kalt.

Überhaupt ist Geek 1 sehr filmlastig. Gibt es dafür nicht schon Cinema und ähnliche Hefte? Spiderman folgt auf The Dark Knight Rises, Reality XL auf The Avengers. Sogar John Carter muß dann noch einmal herhalten, um zu erfahren, wie man einen Flop dreht. Auf den zwei Seiten dieser Kolumne hatte ich erneut den Eindruck, daß der Text die Bilder auflockern soll und nicht umgekehrt.

Der Relaunch der DC-Superhelden ist ebenso wenig mein Thema wie Star Trek im Comic oder Online-Spiele wie die Angry Birds. Der Bericht zur diesjährigen FedCon besteht dann einmal mehr zu drei Vierteln aus Bildern. Geradezu peinlich ist die Doppelseite, die als Interview mit Jamie Bamber verkauft wird. Unter "5 Fragen, nix sagen" antwortet Bamber, der Lee "Apollo" Adama aus Battlestar Galaktika wortlos, nämlich nur mit Gesten und recht dümmlichen Gesichtsentgleisungen. Das hat etwas von einem Fotoroman in der Bravo.

Immerhin gibt es einen fünfseitigen Romanblock, freute ich mich. Doch zu früh gefreut. Die ersten beiden Seiten beschäftigen sich mit der Bastei-Heftromanserie Maddrax. Wie kommt Geek ausgerechnet auf Maddrax? Die Erklärung findet sich ganz hinten im Heft. Mit Claudia Kern und Sascha Vennemann gehören eine ehemalige und ein aktueller Maddrax-Autor dem Redaktionsteam von Geek an. Ist ja nicht schlimm, denn nichts gegen Maddrax. Ich habe zwar nur einige wenige Hefte gelesen, aber die haben mir gut gefallen. Doch statt mit einem schönen Artikel aufzuwarten, gibt es einen überschaubaren Text, der auch als Pressemitteilung hätte durchgehen können. Muß ich noch erwähnen, daß auch hier die Hälfte des zur Verfügung stehenden Platzes für Illustrationen draufgeht? Auf den verbleibenden drei Seiten werden aktuelle Bucherscheinungen der phantastischen Genres vorgestellt. Gute Sache - eigentlich. Pro Magazinseite gibt es aber gleich sechs Romane. Daß man in solcherlei Besprechungen nicht mehr unterbringen kann als in einem Klappentext dürfte einleuchten. Als Überblick nett, zumindest eine oder zwei ausführliche Rezensionen würden Kompetenz der Redaktion und mein Lesevergnügen aber gewaltig aufwerten.

Man sieht, ich bin mit der Debutausgabe des neuen Magazins nicht warm geworden. Liegt das nun am mangelhaften Inhalt des Erstlings, an meiner eigenen, anscheinend falschen Erwartungshaltung oder schlicht daran, daß ich doch nicht zum Zielpublikum gehöre? Ich denke, nach der zweiten oder dritten Ausgabe werde ich es wissen. Auf jeden Fall wünsche ich Geek viel Erfolg und ein langes Bestehen.