Samstag, 4. Juni 2016

Brings spielen im Stadion

Überall in der Stadt sah ich vorhin Leute mit Schals, Tüchern oder Hütchen, welche mit Karomustern versehen waren. Diese Karos sind irgendwann, irgendwie zum Markenzeichen der Kölner Band Brings geworden. Daraus hat sich anscheinend ein eigenes Merchandising entwickelt. Bei dem Anblick der Menschenmengen, die auf dem Weg Richtung Müngersdorfer waren, dachte ich daran, dass Brings anlässlich ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens heute Abend im Stadion spielen - vor 40.000 Zuschauern, wie ich mitbekam.

Brings hörte ich Anfang der Achtziger Jahre, und ich besuchte zahlreiche ihrer Konzerte in kleinen Locations. Einmal sah ich sie in einem Club, das war noch vor Erscheinen ihres großartigen Debütalbums Zwei Zoote Minsche. Damals wie heute machte die fünfköpfige Truppe kölsche Musik, doch in ihren Anfängen waren sie eine richtig gute Rockband, die vom damaligen BAP-Gitarristen Klaus "Major" Heuser produziert wurde.

Mit Superjeile Zick, das abging wie eine Rakete, kam es zum Knackpunkt. Brings wurden vom Karneval assimiliert und haben seitdem dort richtig viel Erfolg, natürlich auch finanziellen. Das machte sich in den Folgejahren deutlich bemerkbar. Die Musiker gingen immer weiter weg von guter alter Rockmusik und wurden zur Karnevalstruppe mit zuweilen bedenklichen Einschlägen in die Unterhaltungsmusik.

So höre ich Brings seit Jahren nicht mehr, geschweige denn besuche ich noch ihre Konzerte. Letzteres wohl schon seit fast zwanzig Jahren nicht mehr. Dennoch freut es mich, dass eine Kölner Band, die immerhin bis heute beim Kölsch geblieben ist - auch wenn es irgendwann in den Achtziger auf einem Album mal einen Ausflug ins Hochdeutsche gab - und vor nicht allzu langer Zeit mit Kölsche Jung einen veritablen Gassenhauer hinlegte, nach einem Vierteljahrhundert immer noch besteht. Das sei ihnen gegönnt, und ich wünsche ihnen, dass sie noch viele Jahre dranhängen.

Kommentare:

  1. Christian Ossendorf4. Juni 2016 um 22:05

    Recht hast du. Kann mich noch gut an das Konzert Karnevalssonntag beim Marc erinnern. Das war richtig fett!

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