Dienstag, 28. Juni 2016

Eine Rezi zu Nick 6

Anlässlich der Intercomic im Mai ist mein sechster NICK-Roman mit Titel Gefährlicher Ehrgeiz im Verlag Peter Hopf erschienen. Ich berichtete an dieser Stelle darüber. Nun gibt es bei phantastik-news eine Besprechung von Carsten Kuhr. Wie meist hat der Rezensent sich zeitnah nach Bucherscheinen dazu geäußert. Unabhängig vom Inhalt der Rezension gefällt mir das.
 
„SF der guten alten Zeit, so könnte man die Reihe um Nick und seine Freunde kurz und überaus treffend überschreiben“, so Carsten Kuhr, und weiter: „Zwar darf man die Logik getrost einpacken, dafür aber punktet der Text einmal mehr mit dem Sense of Wonder.“
 
Im Fazit steht zu lesen: „So wird man mit staunenden Augen und klopfendem Herzen die Roman-Umsetzung der genialen Comics lesen, wird sich vorstellen, in der überbrodelnden, riesenhaften Wildnis der Venus gestarndet zu sein und doch wird man sicher sein dürfen, dass am Ende der Schurke seine gerechte Strafe bekommt. Wenn es doch im wahren Leben ein wenig mehr so zuginge, die Welt wäre eine bessere.“
 
Die komplette Besprechung ist hier zu finden:

Montag, 27. Juni 2016

Götz George. 1938 - 2016

Da komme ich von einem langen und schönen Fußballabend nach Hause, schalte noch kurz den Rechner ein und werde mit der Eilmeldung empfangen, Götz George sei gestorben. Das betrübt mich wirklich, denn er hat eine meiner liebsten Fernsehfiguren geprägt.

Ich oute mich ja immer wieder gern als Schimanski-Fan, und zwar als einer der ersten Stunde. Götz George war zweifellos ein großer deutscher Schauspieler mit verschiedenen anspruchsvollen Rollen in Film und Fernsehen, doch für mich ist er eng mit der Rolle des Ruhrpottbullen aus Duisburg verbunden. Von Anfang an hat mich die Rolle gleichermaßen wie Georges Darstellung begeistert, seit 1981 im Tatort und später, nach einigen Jahren Pause, in der eigenen Schimanski-Reihe der ARD.

Das letzte Mal spielte er den Rentner 2013 in der Folge "Loverboy". Seitdem hatte ich gehofft, dass es vielleicht einmal noch eine weitere Folge geben wird. Dazu kommt es leider nicht mehr, da Götz George seinem 1994 verstorbenen Kollegen Eberhard "Christian Thanner" Feik nun gefolgt ist. In bester Schimanski-Tradition kann ich dazu nur sagen: SCHEISSE.

Sonntag, 26. Juni 2016

Der Klang der Stille

Erik Schreiber ist Verleger, und Erik Schreiber ist bekennender Anhänger von Kurzgeschichten. Nun weiß, wie ich erst kürzlich wieder gelesen habe, selbst Stephen King, dass sich Kurzgeschichten nicht sonderlich gut verkaufen. Ich nehme an, das gilt für die meisten Genres, für Science Fiction aber ganz besonders, und zumal in Deutschland. Wenn sie denn erscheinen, so handelt es sich zumeist um Übersetzungen aus dem englischsprachigen Raum, ganz selten aus dem europäischen Ausland oder gar aus anderen Kontinenten.

Warum nicht aus der Not eine Tugend machen? fragte sich Erik Schreiber. So begann er vor über drei Jahren mit dem äußerst ambitionierten Projekt „In 80 SF-Geschichten um die Welt“, für das es galt, Stories aus aller Herren Länder zusammenzutragen. Der Buchtitel war als Hommage an Jules Verne gedacht, und Eriks Traum war es, 80 Science Fiction-Geschichten aus 80 verschiedenen Ländern zu vereinen und sie als einzigartiges Werk in seinem VERLAG SAPHIR IM STAHL zu veröffentlichen.

Wie erwähnt, hat der Verleger mehr als drei Jahre investiert, um seinen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Letzten Endes sind keine 80 Länder zusammengekommen, doch das tut dem Projekt und dem dabei entstandenen Buch keinen Abbruch. Nun, nach Erscheinen, trägt es den endgültigen Titel „Rund um die Welt in mehr als 80 SF-Geschichten“. Ohne den persönlichen Einsatz des Herausgebers, ohne seinen Enthusiasmus und seine Vorliebe und Wertschätzung für diese Literaturform hätte ein solches Buch niemals zustande kommen können, schon gar nicht mit der Aussicht, dass damit kein Pfennig zu verdienen ist. Kein großer Verlag hätte ein solches Projekt, zu dem man Erik Schreiber nur gratulieren und auf das er zurecht stolz sein kann, auf den Weg gebracht.

Insgesamt sind 93 Autoren aus 41 Ländern (Deutschland, Schweiz, Tschechien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Russland, Polen, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, Griechenland, Ukraine, Zypern, Syrien, Israel, Ägypten, Südafrika, Indien, China, Japan, Philippinen, Indonesien, Australien, Chile, Argentinien, Uruguay, Peru, Kolumbien, Venezuela, Kuba, Mexiko, USA, Kanada, Spanien, Großbritannien, Niederlande, Belgien) in dem rund 640 Seiten dicken Buch mit Erzählungen aus dem Bereich der Science Fiction vertreten. Schön finde ich, dass es von jedem beteiligten Autor eine Kurzbiographie gibt.

Sechs der Geschichten kommen aus Deutschland. Verfasser sind Frank Lauenroth, Sven Klöpping, Michael Schmidt, Peggy Weber und Sascha Vennemann. Eine Story stammt aus meiner Feder. Ich bin stolz, und es ist mir eine große Freude, dass ich Der Klang der Stille zu dieser sicherlich einmaligen Story-Zusammenstellung beisteuern durfte. Dass meine Erzählung zudem das Buch eröffnet, kommt mir irgendwie unwirklich vor.

Samstag, 25. Juni 2016

Von Cyborgs und Instanzen

Die vergangenen zwei Ren Dhark-Bücher habe ich ausgesetzt, doch nun ist meine Pause vorbei. Ich habe kürzlich die Arbeit an einem weiteren Roman für das Dharksche Weltraumepos abgeschlossen.
 
Noch immer ist Ren Dhark mit der POINT OF auf der Suche nach drei Verschollenen, auf deren Aufenthaltsort es keinen Hinweis gibt. Wir erinnern uns: Dharks Herzdame, der weibliche Cyborg Amy Stewart, sowie seine langjährigen Weggefährten Arc Doorn und Chris Shanton, die übrigens beide - erwähnte ich das schon mal? - zu meinen Lieblingsfiguren in der Serie zählen, verschwanden auf geheimnisvolle Weise aus einer uralten Station der Wächter. Jetzt endlich erhält Dhark einen Hinweis auf Schicksal und Verbleib der Gesuchten, einen Hinweis, der ihn vor ein gewaltiges Problem stellt.
 
Mehr verrate ich natürlich nicht zum Inhalt. Sehr wohl sagen kann ich jedoch, dass es zu einem unerwarteten Zusammentreffen kommt und dass diverse Figuren, auch länger nicht aufgetauchte, wichtige Rollen spielen und sich unversehens im Zentrum der Handlung wiederfinden. Das trifft auf Agenten der GSO ebenso zu wie auf einen unbeliebten alten Bekannten, der Dhark und den Terranern schon mehr als einmal das Leben schwergemacht hat.
 
Der Roman dreht sich um Grüne Technologie, jene legendäre Hinterlassenschaft der Wächter, die den Menschen mehr Fragen aufgibt als sie Antworten liefert. Die Wächter tauchen auf und Cyborgs – und zwar ganz spezielle Cyborgs, die in Vergessenheit geraten sind, dazu eine abgeschiedene menschliche Kolonie und die INSTANZ von Erron-2. Außerdem Sandwürmer, aber in welchem Kontext und welche Rolle sie spielen, das müsst ihr schon selbst lesen.

Samstag, 11. Juni 2016

Gefährlicher Ehrgeiz

Schon zum sechsten Mal habe ich Hansrudi Wäschers Weltraumhelden Nick auf eine abenteuerliche Mission geschickt. Kaum aus dem Mikrokosmos zurückgekehrt, muss der Weltraumfahrer zur Venus aufbrechen, denn zwei Tierfänger liefern sich einen außergewöhnlichen Wettstreit. Derjenige von ihnen, der für einen irdischen Zoo das außergewöhnlichste außerirdische Tier fängt, darf Nick bei seiner nächsten Weltraummission begleiten - und die führt nach Proxima Centauri.

Der neue Roman ist bereits zur Intercomic erschienen, und jetzt komme ich endlich dazu, das schnieke Hardcover auch an dieser Stelle gebührend zu erwähnen. Denn wie immer macht es Spaß, das Buch in Händen zu halten, auch wenn sich der Umfang diesmal in Grenzen hält. Das liegt an der Comicvorlage des Meisters, die ein vergleichsweise kurzes Abenteuer schilderte.

Folgende Piccolo-Hefte dienten als Vorlage für meinen Roman: 67 Jack, der Jäger, 68 Gefährlicher Ehrgeiz, 69 Der Tod ist an Bord, 70 Die Hölle ist los, 71 Nick setzt sein Leben ein, 72 Jane Lee wehrt sich, 73 Letzter Verrat, 74 Keine Hoffnung mehr, 75 Wettlauf mit der Zeit, 76 Schon gestartet, 77 Wo ist das Sternenschiff?, 78 Ein verzweifelter Versuch, 79 Proxima Centauri, 80 Unendliches All.

Hinweisen möchte ich noch einmal auf die Besonderheit des nächsten Nick-Romans. Band 7 wird, wie ich schon früher erwähnte, ausnahmsweise nicht von mir, sondern von einem Gastautor geschrieben. Sein Name ist in der deutschen Roman- und Science Fiction-Szene sehr bekannt und der Autor äußerst beliebt. Es darf gerne spekuliert werden, um wen es sich handelt. Ich selbst habe in mindestens drei verschiedenen Serien Romane von ihm gelesen. Da ich ihn persönlich kenne, kann ich mit Fug und Recht sagen, dass es sich um einen sehr sympathischen Menschen handelt. Ich freue mich auf seinen Gastbeitrag zu Nick.

Dienstag, 7. Juni 2016

Programmbuch zum Coloniacon 22

Der 22. Coloniacon ist nun auch schon wieder Geschichte, aber ich habe eben noch einmal das Programmbuch in die Hand genommen und ein wenig darin geblättert. Mit 128 Seiten war es in diesem Jahr recht umfangreich. Redaktion und Layout lagen in den Händen von Bernd Robker, für das Lektorat war Regina Schleheck zuständig, und das Titelbild, das mir sehr gut gefällt, samt Con-Logo stammt von Dieter Bohn.

Die ersten vier Innenseiten enthalten Fotos sämtlicher am Con teilnehmenden Autoren, Künstler und Verleger. Wie viele von denen in diesem Jahr anwesend waren, fällt mir erst jetzt bei der Durchsicht auf. Jedenfalls ist bei jedem Bild Platz für ein Autogramm, und ich sah auf dem Con wiederholt, dass Besucher auf der Jagd nach Unterschriften waren. Eine schöne Sache, die man beibehalten sollte.

Darüber hinaus bietet das Programmbuch einen bunten, abwechslungsreichen Inhalt und wird eingeleitet durch ein Vorwort der beiden Veranstalter Daniel von Euw und Bernd Robker. In seinem Werkstattbericht bietet Dieter Bohn Einblicke in die Entstehung des Titelmotivs, Lars Adler berichtet über die Science in der Fiction, und Ulf Fildebrandt beleuchtet den Weltenbau in der Science Fiction. Bettina Petrik plaudert über das Corona-Magazin, Bernd Krosta bringt uns das Rezept für Vurguzz-Pralinen nahe, Norbert Mertens beschäftigt sich mit den Perry Rhodan-Planetenromanen, und Rainer Nagel stellt sich vor, wie ein dieser Tage erneut aufgelegter Roman von William Voltz wohl unter der Ägide anderer Rhodan-Autoren verlaufen wäre. Michael Pfrommer setzt sich in Hinblick auf die Fanromane mit den Meistern der Insel und ihrer Unsterblichkeit auseinander, und Ju Honisch erzählt über Filk-Gesänge. Ich gebe zu, damit konnte ich noch nie etwas anfangen. Bernd Robker stellt den Kölner Phantastik-Stammtisch vor, und Roman Schleider liefert eine Vorschau auf den in diesem Jahr noch stattfindenden Austria-Con in Wien.

Auch literarisch hat das Conbuch eine Menge zu bieten. Es bietet Kurzgeschichten von Dennis Mathiak (Auf der Suche), Christina Hacker (Vor dem Ende der Hoffnung), zwei Mal Regina Schleheck (Tonspur sowie Totkäppchen und der Rolf), Ben B. Black (Das Verhör), Uwe Schimunek (Krasser Kontakt), Ute Raasch (Die Rückkehr der Vako), Gerhard Huber (Ein wahrer Freund), Dieter Bohn (Fast nicht mehr wahr), Aki Alexandra Nofftz (Bier? Fett!) sowie zwei Romanauszüge von Jott Fuchs (Alles auf Anfang) und Robert Corvus (Gottes Ebenbilder).

Als besonderes Schmankerl liegt dem Conbuch eine CD mit Elektronikmusik von Singh Boncard bei. Etwas fürs Auge bieten die zahlreichen Graphiken von Thomas Rabenstein, und Hans Knößlsdorfers Blue, der die Rückseite schmückt, muss man selbst sehen. Er ist eine Augenweide.

Montag, 6. Juni 2016

Großes Interview rund um Ren Dhark

Darauf muss ich doch hinweisen, auch wenn ich nicht selbst beteiligt bin: Ren Dhark-Exposéautor Ben B. Black hat dem Online-Portal Deutsche Science Fiction ausführlich Rede und Antwort gestanden. Fragesteller war der in der deutschen Szene nicht ganz unbekannte Uwe Post.

Ben B. Black spricht über die Anfänge der Serie und die aktuelle Handlung, über Figuren und Hintergründe, über Team-Zusammenarbeit und persönliche Befindlichkeiten der Serienhelden sowie über die Intention, die uns Autoren beim Schreiben des Klassikers antreibt.

Für die Dhark-Schaffenden bietet das Interview natürlich nichts Neues, für Dhark-Leser und generell für an der Science Fiction Interessierte hingegen umso mehr. Das Interview ist hier zu finden:

http://deutsche-science-fiction.de/?p=3934

Sonntag, 5. Juni 2016

Der Auslöser der Faszination - Schlomo zum 14.

Ich habe im Zauberspiegel eben Schlomos neue Kolumne zu Ren Dhark gelesen, seine vierzehnte mittlerweile. Normalerweise meldet sich Schlomo zu Wort, nachdem ein neues Dhark-Buch erschienen ist. Das ist diesmal anders, denn wie aus seinen Zeilen deutlich herauszulesen ist, fehlt ihm das Lesefutter über seinen liebsten Weltraumrecken.

"Da ich nichts zu lesen hab – zumindest keinen neuen RD – hab ich angefangen, Appetenzverhalten zu zeigen: Ich hab einen Stapel längst gelesener RDs aus dem Labor hoch geschleppt, dann hab ich die Romane neu sortiert, anschließend hab ich auf der RD Verlagswebseite und im RD Forum gesucht, ob es sonst vielleicht etwas Neues gibt, das ich übersehen hab. Aber nix. Mein Lechts auf den nächsten Band wurde nicht geringer, nahm vielmehr noch zu."

Dann beginnt Schlomo damit, sein eigenes Fanverhalten zu hinterfragen und zu analysieren. Das finde ich interessant, weil die meisten Menschen das - ganz unabhängig vom Objekt ihrer Begierde - in ähnlicher Form kennen dürften. Ich selbst fand mich auch an der einen oder anderen Stelle wieder.

Wer einen Blick in Schlomos einmal mehr lesenswerte Kolumne zu Ren Dhark werfen möchte, kann das hier tun:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/zauberstern-kolumnen-mainmenu-75/ren-dhark-das-all/28585-der-ausloeser-der-faszination-schlomos-vierzehnte-kolumne

Samstag, 4. Juni 2016

Brings spielen im Stadion

Überall in der Stadt sah ich vorhin Leute mit Schals, Tüchern oder Hütchen, welche mit Karomustern versehen waren. Diese Karos sind irgendwann, irgendwie zum Markenzeichen der Kölner Band Brings geworden. Daraus hat sich anscheinend ein eigenes Merchandising entwickelt. Bei dem Anblick der Menschenmengen, die auf dem Weg Richtung Müngersdorfer waren, dachte ich daran, dass Brings anlässlich ihres fünfundzwanzigjährigen Bestehens heute Abend im Stadion spielen - vor 40.000 Zuschauern, wie ich mitbekam.

Brings hörte ich Anfang der Achtziger Jahre, und ich besuchte zahlreiche ihrer Konzerte in kleinen Locations. Einmal sah ich sie in einem Club, das war noch vor Erscheinen ihres großartigen Debütalbums Zwei Zoote Minsche. Damals wie heute machte die fünfköpfige Truppe kölsche Musik, doch in ihren Anfängen waren sie eine richtig gute Rockband, die vom damaligen BAP-Gitarristen Klaus "Major" Heuser produziert wurde.

Mit Superjeile Zick, das abging wie eine Rakete, kam es zum Knackpunkt. Brings wurden vom Karneval assimiliert und haben seitdem dort richtig viel Erfolg, natürlich auch finanziellen. Das machte sich in den Folgejahren deutlich bemerkbar. Die Musiker gingen immer weiter weg von guter alter Rockmusik und wurden zur Karnevalstruppe mit zuweilen bedenklichen Einschlägen in die Unterhaltungsmusik.

So höre ich Brings seit Jahren nicht mehr, geschweige denn besuche ich noch ihre Konzerte. Letzteres wohl schon seit fast zwanzig Jahren nicht mehr. Dennoch freut es mich, dass eine Kölner Band, die immerhin bis heute beim Kölsch geblieben ist - auch wenn es irgendwann in den Achtziger auf einem Album mal einen Ausflug ins Hochdeutsche gab - und vor nicht allzu langer Zeit mit Kölsche Jung einen veritablen Gassenhauer hinlegte, nach einem Vierteljahrhundert immer noch besteht. Das sei ihnen gegönnt, und ich wünsche ihnen, dass sie noch viele Jahre dranhängen.

Donnerstag, 2. Juni 2016

Classic Rock 50

Ich war positiv überrascht, als ich vor ein paar Jahren die erste Ausgabe der Musikzeitschrift CLASSIC ROCK in Händen hielt. Inzwischen liegt die Jubiläumsnummer 50 vor, und das Magazin ist bei mir nicht wegzudenken. Bei meinen Lesegewohnheiten in Bezug auf Rockmusik hat es den ROLLING STONE schon lange abgelöst. Ich lese es regelmäßig, und ebenso regelmäßig trifft es meine Vorlieben, unterhält es mich und befriedigt meine musikalische Seele. Dass mich dabei nicht immer alles interessiert, dürfte klar sein. Das wäre auch reichlich merkwürdig.
 
Der gute alte Carlos Santana schmückt das Titelbild, und ihm ist auch die Titelstory gewidmet. Kein Wunder, hat der Haudegen doch tatsächlich seine legendäre Truppe aus den frühen Siebziger Jahren wieder zusammengetrommelt. Auf das Album bin ich gespannt.

Schön ausführlich wird auf 10 Seiten zudem Bob Dylans heilige Dreifaltigkeit beleuchtet. Wer damit nichts anfangen kann, dem sei nur gesagt: Nachschauen unter „Bringing It All Back Home“, „Highway 61 Revisited“ und „Blonde On Blonde“. Drei der ganz großen Alben nicht nur Dylans, sondern überhaupt, die His Bobness in einem Zeitraum von gerade einmal 14 Monaten aus dem Ärmel geschüttelt hat.
 
Eine betrübliche Nachricht für mich ist Graham Nashs offizielle Verlautbarung, dass es nie wieder ein gemeinsam Konzert oder Studioaktivitäten von Crosby Stills & Nash geben wird, geschweige denn zusammen mit Neil Young. Es dürfte bekannt sein, wie sehr ich die Singer-Songwriter-Legenden schätze, einen jeden für sich, und gemeinsam in Potenz.
 
In „Auf Sand gebaut“ entführen die Rock-Mythen den geneigten Leser diesmal ins Jahr 1967 zu Brian Wilson und dem legendenumrankten Nicht-Album „Smile“, und die Rückblende bringt einem noch einmal Supertramps Genius-Streich The Logical Song nahe. Dazu John Illsley, bei dessen Namensnennung bei mir immer die Dire Straits-Ohren klingen, „Just The Bitch I Am“ Lita Ford, das kreative Multitalent David Duchovny, die Glücksritter von Cheap Trick und noch viel mehr.

Inhaltlich also alles wie immer – und das ist auch gut so. Herzlichen Glückwunsch daher zur 50. Ausgabe, und weiter so, liebe CLASSIC ROCK-Macher!

Mittwoch, 1. Juni 2016

Coloniacon 22 - Und es geht weiter

Am vergangenen Wochenende ging im Jugendpark in Köln-Deutz einmal mehr der legendäre Coloniacon über die Bühne, zum 22. Mal in mittlerweile 34 Jahren. Den Jugendpark habe ich längst zu lieben gelernt, und wenn einer der anwesenden Jungautoren von einer „Kultveranstaltung“ spricht, dann spürt man, was wir in den Dekaden auf die Beine gestellt haben. Als Mitinitiator bin ich seit Anfang an dabei und habe keine Veranstaltung verpasst, doch nach dem letzten Con vor 2 Jahren wurde das Staffelholz an die neuen Organisatoren Bernd Robker und Daniel von Euw übergeben, die nun ihre Feuertaufe gaben. Was nicht heißt, dass ich nicht eifrig mitgeholfen habe.

Das ging bereits am Freitag Mittag los. Ich traf mich mit Aki und Bernd, und wir fuhren zum Einkaufen in die Metro. Vor Ort wird im Jugendpark immer einiges an Material gebraucht, ganz zu schweigen von den Bergen an Fleisch und anderen Leckereien, die für das Grillen am Samstag Abend benötigt werden. Nach dem Ausladen warf ich einen ersten Blick in den noch leeren Saal, und als ich im Eingang stehenblieb, durchzuckte mich siedendheiß, was ich bereits oben geschrieben habe: Seit sage und schreibe 34 Jahren betrittst du diesen Raum zum Coloniacon. Spätestens in diesem Moment packte mich das Confieber, und ich erinnerte mich beiläufig daran, dass wir damals, also 1982, beabsichtigt hatten, einen Con durchzuführen, einen einzigen nur, mehr nicht. Irgendwie hat sich die Geschichte anders entwickelt, und darüber bin ich verdammt glücklich.
 
Inzwischen waren weitere Helfer eingetroffen. Wir machten uns ans Packen der Contaschen, in denen Magazine, Prospekte, Postkarten, Flyer und Kugelschreiber landeten, dazu natürlich das obligatorische Conbuch mit heuer über 120 Seiten, auf das ich in den nächsten Tagen noch ausführlicher eingehen werde. Anschließend ging die große Schlepperei los. Während der Händler Reinhard Rauscher seine Verkaufsstände aufbaute, schleppten wir Tische hin und her, nahmen Umbauten vor, schafften störende Möbelstücke aus den Räumlichkeiten und bestuhlten den Hauptraum, in dem in den kommenden zwei Tagen die primären Programmpunkte stattfinden sollten. Die Arbeiten zogen sich bis zum Abend hin, und als es bereits zu dämmern begann, setzten monsunartige Regenfälle ein.
 
Unbeeindruckt davon fuhren wir ins Reissdorf Brauhaus, wo sich rund zwei Dutzend bereits eingetroffene Besucher und Gäste zum Vorcon trafen. Es gab das übliche freudige Hallo mit alten Bekannten und neuen Gesichtern aus allen Gegenden der Republik, und es wurde schon so mancher Plausch gehalten.
 
Der Samstag war wie immer der Hauptkampftag, der mit der Begrüßung durch Daniel und Bernd begann, worauf ein Programmpunkt auf den anderen folgten. Meistens liefen zwei, zuweilen sogar drei Schienen parallel. Es wurden fantastische Lieder vorgetragen und fantastische Filmjubiläen präsentiert. Referenten erzählten über die Planetenromane, berichteten über die ersten deutschen Star Trek-Romane, über Perry Rhodan, Professor Zamorra und Maddrax. Verlage stellten sich vor, und Singh Boncard beglückte die Zuhörer mit Music from the 3rd Millenium. Dazu gab es diverse Autorenlesungen, Autoren waren schließlich reichlich zugegen. Ich selbst plauderte gemeinsam mit Ben B. Black und Andreas Zwengel über Ren Dhark, und wir freuten uns, dass unser Programmpunkt gut besucht war. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Marion, die sich als kompetente und eloquente Moderatorin erwies. Das Programm war vielfältig und abwechslungsreich, so dass der Tag wie im Flug verging.
 
Abends wurde dann gegrillt und dem Bier zugesprochen. Dabei fiel kein Tropfen vom Himmel, und meine den ganzen Tag gebetsmühlenartig vorgetragene Überzeugung „Heute regnet es nicht“ bestätigte sich. Die Besucher waren bester Laune, und ich bekam immer wieder mit, wie zufrieden die Leute mit dem Con waren.
 
Am Sonntag, nach einer viel zu kurzen Nacht, gab es nach dem Frühstück mit reichlich Kaffee noch ein paar wenige Programmpunkte mit deutlich weniger Anwesenden als am Vortag. Auch das ist obligatorisch. Der Großteil der Conbesucher – aus Bayern bis Norddeutschland, aus Berlin und den Benelux-Ländern – kommt am Samstag Morgen und reist am Samstag Abend wieder ab.

Zum Abschluss setzte ich mich dann noch einmal auf die Bühne. Gemeinsam mit Bernd und Daniel erzählte ich über den Coloniacon früher und heute. Es war eine witzige Angelegenheit, und die Zuschauer im Saal hatten genauso viel Spaß wie wir auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Schließlich erlebte ich noch eine gewaltige Überraschung. Daniel und Bernd verliehen mir – und Ralf Zimmermann, der seine Teilnahme leider krankheitsbedingt kurzfristig absagen musste – einen knatschroten Superheldenumhang, den ich dann auch gleich auf der Bühne anlegen musste, und in Windeseile sah ich mich einer Phalanx von Kameras und erhobenen Smart Phones ausgesetzt. Auf dass Achim im Rotkäppchenmantel der Nachwelt erhalte bleibe.
 
Das Fazit fällt ausgesprochen leicht: Es war ein toller Con. Obwohl ich immer mal wieder eingesprungen bin, wenn es etwas zu schleppen gab, hatte ich – endlich mal! – keinen Stress, sondern konnte den Con voll und ganz genießen. Meine ursprüngliche Absicht, mir einige Programmpunkte anzusehen, klappte aber dennoch nicht. Zu viele nette Gespräche führte ich mit netten Leuten, und das war völlig okay so. Zwischendurch blieb mir sogar die Zeit für ein ausführliches Interview zu Ren Dhark.
 
Daniel und Bernd haben einen großartigen 22. Coloniacon auf die Beine gestellt. Mein Dank geht nicht nur an die beiden, sondern auch an alle, die sich am Programm beteiligt haben, die als Helfer tätig waren, an Autoren, Künstler, Verleger und natürlich diejenigen, ohne die es keinen Con gäbe, nämlich die zahlreichen Besucher. Vielen Dank! Ich freue mich auf den nächsten Coloniacon.