Sonntag, 22. Oktober 2017

Jürgen Zöller und BAP

Als BAP im Sommer 1987 ein Open Air Konzert in St. Wendel spielten, war ich schon einige Jahre BAP-Fan und besuchte bei jeder Tour zumindest ein Konzert, was ich heute immer noch tue. Manche Auftritte der Kölner Rock- und Mundartband führten mich weit aus der Stadt hinaus, sogar zu einem Auftritt in Luxemburg fuhr ich. Die meisten Auftritte in den Achtziger Jahren aber sah ich natürlich in Köln, im Sartory und der legendären Sporthalle. 1987 sah es jedoch mau aus mit einem BAP-Konzert.
 
Da Wolfgang Niedecken ein Soloalbum mit den Complizen eingespielt hatte und mit dieser Truppe unterwegs war, gab es in dem Jahr keine BAP-Tour – dafür jedoch im Saarland den Open Air Auftritt am 19. September im Bosenbach Stadion. Ich weiß heute nicht mehr, wie ich nach St. Wendel gelangte, jedenfalls ließ ich mir das Konzert nicht entgehen.
 
Nach Heinz Rudolf Kunze (den ich damals mochte und immer noch mag), Konstantin Wecker (den ich zu der Zeit sporadisch hörte) und Udo Lindenberg (den ich Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger sehr viel hörte, heute gar nicht mehr, und wenn dann die alten Sachen) betraten BAP die Bühne als Headliner. Das Open Air war auch eine Art Warm Up für ihre bevorstehende China-Tour. Auf der Bühne saß ein neues Bandmitglied. Jürgen Zöller war als Schlagzeuger für den kurz zuvor verstorbenen Trommler Pete King eingestiegen. Dass er diese Position fast 30 Jahre lang innehaben sollte, hat er damals sicher nicht gedacht.
 
Inzwischen, Jürgen Zöller ist heute 70, ist er bei BAP wieder ausgestiegen. Auf dem aktuellen BAP-Album „Lebenslänglich“, zum vierzigjährigen Bandbestehen und mit Sönke Reich am Schlagzeug, widmet Wolfgang Niedecken seinem langjährigen Weggefährten mit Schrääsch hinger mir ein eigenes Stück, in dem er in Stichworten ihre gemeinsame Zeit und seinen Dank an Jürgen Zöller zum Ausdruck bringt, schön, melancholisch, zu Herz gehend.
 
Damals in St. Wendel habe ich Jürgen Zöller bei seinem allerersten Konzert mit BAP gesehen, viele Jahre immer wieder und schließlich bei seiner finalen Tour in der Beethovenhalle in Bonn. Jürgen Zöller bleibt der Musikszene mit seiner eigenen Band erhalten, und die Eintrittskarte vom Open Air Konzert irgendwo im Saarland befindet sich selbstverständlich heute noch in meiner Sammlung.
 
Hier noch die Setlist vom Konzert in St. Wendel:

Samstag, 21. Oktober 2017

Spurlos verschwunden

Mein neuer Nick-Roman, der mittlerweile achte der Serie, ist erschienen. Er umfasst den Inhalt der Piccolo-Comichefte 93 bis 119 von Hansrudi Wäscher. Die Teleportationsbögen – auf dem Titelbild ist einer abgebildet – aus der Handlung finde ich immer noch klasse. Sie haben die Sternentore aus einer späteren SF-Serie in Kino und Fernsehen schon in den Sechziger Jahren vorweggenommen.

Am Rand der Milchstraße stößt Nick auf die Hinterlassenschaften einer untergegangenen Zivilisation. Geheimnisvolle Artefakte aus der Vergangenheit, riesige Teleportationsbögen, stellen die Raumfahrer vor eins der größten Geheimnisse, denen sie jemals begegnet sind.

Als „Sohn des Himmels“ schwingt sich der Tierfänger Jack Hunter zum Beherrscher einer ganzen Welt auf und geht dabei buchstäblich über Leichen. Während Nick das Rätsel der Teleportationsbögen zu lösen versucht, entscheidet sich Jack Hunters Schicksal.

Freitag, 20. Oktober 2017

Die Worgun vor 150.000 Jahren

Bekanntlich erscheinen neben der Ren Dhark-Hauptserie jährlich drei Sonderbände, in denen abgeschlossene Geschichten aus dem Dhark-Kosmos erzählt werden. Im Gegensatz zur Hauptserie, für die der Exposé-Autor die Handlungsvorgaben verfasst, schreiben die Autoren die Expos für ihre Sonderbände selbst. Mit Das Rätsel von Hallwa ist gerade Band 35 aus der Feder von Nina Morawietz erschienen. Davor erblickten Jan Gardemanns Roman Iondrus Suche und Andreas Zwengels Beitrag Willkommen im Dagmeer! das Licht der Welt. Nun bin ich also wieder an der Reihe.

Das Exposé für meinen kommenden Sonderband erarbeitete ich bereits vor einigen Monaten. Schon damals war mir klar, dass der Roman eine ziemliche Menge Material enthalten wird, da er nicht nur mehrere Handlungsebenen aufweist, sondern auch in verschiedenen Zeitepochen spielt. Ich fand das jedoch nicht schlimm. Lieber zu viel Material als zu wenig. Tatsächlich passiert es mir zuweilen, dass ich am Ende eines Romanmanuskripts nicht genug Anschläge zusammen habe. Es gibt dann zwei Möglichkeiten. Entweder baue ich eine bereits bestehende Szene aus, indem ich Beschreibungen und Handlungsfacetten erweitere, manchmal auch Dialoge aufpeppe. Oder ich verfasse eine zusätzliche Szene. Bei Sonderband 36, so vermutete ich, wird das sicher nicht nötig werden.
 
Meine Annahme bestätigte sich beim Schreiben des Romans. Ich stellte schnell fest, dass das Expo eine Menge hergibt. Bei manchen Szenen musste ich mich regelrecht bremsen, um sie nicht zu lang werden zu lassen. Je weiter das Manuskript voranschritt, desto knapper wurde der Platz. Ich entschied mich schweren Herzens, geplante Szenen mit dem Nogk-Herrscher Charaua und dem Roboterhund Jimmy ganz aus der Handlung zu lassen. Am Ende kam ich dennoch nicht hin, und Teile der Handlung zu kürzen wäre mir schwergefallen. Nach einem Telefonat mit Chefredakteur Ben. B. Black fiel mir ein Stein vom Herzen. Ich hatte freie Hand, den Text umfangreicher zu gestalten, sodass der Roman länger ausfallen wird als sonst. Das wird sich allerdings nicht in einer geänderten Seitenzahl bemerkbar machen, die bleibt nämlich gleich, sondern in einem engeren oder etwas kleineren Druck.
 
In meinem Roman tauche ich tief in die Serienvergangenheit ein. Die Hintergründe für die eigentliche Geschichte ereigneten sich nämlich vor 150.000 Jahren. Damals tobte in der Milchstraße ein Krieg, in dessen Verlauf das Bollwerk der Worgun, so auch der Romantitel, entstand. Der eigentliche Roman spielt dann kurz nach der Rückkehr der POINT OF aus der Zwerggalaxis Voktar, jenem Zyklusfinale also, das den Lesern in der Hauptserie erst noch bevorsteht. Was aber kein Widerspruch ist, da mein Sonderband erst im kommenden Februar erscheint.
 
Einen kurzen Ausblick kann ich geben, ohne dabei viel zu verraten. Terence Wallis begeht den fünfzehnten Jahrestag der Entdeckung Edens mit ausgedehnten Feierlichkeiten, zu denen Vertreter verschiedener Planeten eingeladen sind. Demzufolge tauchen in der Handlung eine Menge bekannte Figuren auf. Im Zentrum der Geschichte stehen die Prospektoren Art und Jane Hooker, Klatschtante Claire und der Multimutant Chris Nev. Großen Spaß bereitete mir die Möglichkeit, endlich mal wieder die Nomaden Pakk Raff und Priff Dozz mit starken Auftritten einbauen zu können. Doch nicht alle überleben die dramatischen Ereignisse, die sich rund um das Solaris-System und an einem anderen Handlungsschauplatz abspielen.

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Lorrons Erbe

Weg ins Weltall 71 ist erschienen, der neue Ren Dhark-Roman. Lorrons Erbe schrieb ich gemeinsam mit Jan Gardemann und Andreas Zwengel. Das Exposé stammte von Ben B. Black, das Titelbild, ein herrlich getroffener Reckbatz, immer von Ralph Voltz. Die Belegexemplare sind bei mir eingetroffen, und ich freue mich wie immer darüber, ein neues eigenes Werk in Händen zu halten.

Der Klappentext verrät folgendes zum Inhalt:

Ömer Giray und Liv Sanders ist es gelungen, Unterlagen mit großer Brisanz in die Hände zu bekommen. Was sie daraus erfahren, ist in seiner Reichweite jedoch noch gar nicht zu überblicken. Währenddessen werden Ren Dhark und seine Begleiter auf dem Planeten Sinop von einer Gruppe bewaffneter Salter festgenommen. Ein Kampf scheint aussichtslos zu sein, und so fügen sich die Terraner zunächst in ihr Schicksal. Sie ahnen zu diesem Zeitpunkt nicht, dass es hier um nichts Geringeres geht als Lorrons Erbe ...

Dienstag, 17. Oktober 2017

Rückblick auf den BuchmesseCon 2017

BBB und AM beim REN DHARK MEETING
Früher besuchte ich die Frankfurter Buchmesse regelmäßig. Sie war gewissermaßen Pflichttermin für mich – der mich allerdings zunehmend zu nerven und zu langweilen begann. Der Aufwand war größer als der Ertrag, der Spaß blieb auf der Strecke, die Messe war überlaufen und die Hallen wie bei den meisten Messen sinnlos überheizt, so als gelte es, ein Sauna-Ambiente zu simulieren. Seit einigen Jahren nun verzichte auf den Messetrubel und besuche stattdessen lieber den parallel stattfindenden BuchmesseCon, so auch in diesem Jahr.
 
Bei meinem frühen Eintreffen waren die Händler und Aussteller noch mit dem Aufbauen beschäftigt, dennoch traf ich bereits erste Bekannte. Schnell füllte sich der Hauptsaal des Bürgerhauses in Sprendlingen, gleich vor den Toren Frankfurts gelegen. Der BuchmesseCon, 2017 bereits zum 32. Mal ausgetragen, widmet sich speziell der phantastischen Literatur und dies nicht (wie es eine große Messe nun einmal tun muss) primär unter wirtschaftlichen Aspekten, sondern mit Leidenschaft.
 
Die Veranstalter sind selbst Anhänger der Phantastik, und das merkt man dem BuCon eben an. Es ist immer wieder beeindruckend, mit welcher Hingabe sie den Con planen, organisieren und durchführen. So wundert es nicht, dass sich Profis, Amateure und Fans hier ein Stelldichein geben, dass sich Autoren, Verleger und Leser in bunter Runde treffen. Wie sehr die Szene lebt, konnte man an diesem Wochenende einmal mehr wunderbar erleben.

Es kam mir so vor, als sei der Besucherandrang in diesem Jahr noch größer gewesen als bei den vergangenen Veranstaltungen an gleicher Stelle. Rund 700 Besucher fanden sich diesmal ein, dazu die bereits erwähnten Autoren und Verleger. Den ganzen Samstag über wurden zahlreiche Programmpunkte angeboten, und zwar kontinuierlich sieben Schienen gleichzeitig. Panels konkurrierten mit Verlagsmeetings, Lesungen wechselten sich mit Vorträgen ab. Berührungsängste gibt es ohnehin nicht. Langjährige Erfolgsautoren wie Kai Meyer und Markus Heitz nehmen ebenso am Programm teil wie Neulinge, die gerade erste literarische Gehversuche unternehmen.
 
Auch ich selbst gestaltete einen Programmpunkt (mit). Zusammen mit meinem Kollegen Ben B. Black saß ich beim Ren Dhark Meeting auf der Bühne, so wie auch schon in den vergangenen Jahren. Wir und Ren Dhark gehören fast schon zum Inventar. Da im Publikum sowohl Dhark-Leser als auch Nichtleser saßen, erzählten wir zunächst ein wenig über die Ursprünge der Serie. Ben las aus einem (noch) unveröffentlichten Manuskript, und anschließend gingen wir, natürlich ohne allzu viel zu verraten, auf die gegenwärtige und künftige Handlung ein.
 
Ansonsten führte ich zahlreiche Gespräche mit netten Leuten und wunderte mich im Nachhinein, wie schnell der Tag vergangen war. Der BuCon 2017 war wieder ein Con, den ich froh bin, nicht verpasst zu haben. Ich bedanke mich beim Organisationsteam für eine rundum gelungene Veranstaltung und freue mich schon darauf, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.
 
Bewegte Bilder gibt es übrigens auch. Ein schönes dreiminütiges Filmchen bei youtube vermittelt Eindrücke der Atmosphäre des diesjährigen BuCons:

https://www.youtube.com/watch?v=zfsLMQZ_Et4


Montag, 16. Oktober 2017

Die Delegation

Die nationalistische Vereinigung Terra den Terranern treibt auf der Erde weiterhin ihr Unwesen und schreckt auch vor Mord nicht zurück. Die HTO setzt einen Mann für spezielle Fälle ein. Unterdessen ist die Promet mit hochrangigen Delegierten der Weltregierung auf dem Weg nach Riddle. Niemand ahnt, dass sich ein Attentäter an Bord aufhält.

Die Neuschreibung der klassischen Romane um das irdische Forschungsraumschiff Promet schreitet munter voran. Gerade ist der neue Roman erschienen, er stammt aus meiner Feder. Er trägt den Titel Die Delegation, und eben diese steht im Mittelpunkt der Handlung. Besonderen Spaß gemacht hat mir eine Figur, die ich neu eingeführt habe, ein politisch nicht ganz korrekter und dem Alkohol zugetaner Privatschnüffler. Mal sehen, ob sich die Gelegenheit ergibt, ihn öfters in die Handlung einzubauen.

Samstag, 7. Oktober 2017

Neue Literatur von Uwe Helmut Grave

Vor rund zweieinhalb Jahren stieg Uwe Helmut Grave wegen schwerer gesundheitlicher Probleme als Teamautor bei Ren Dhark aus. Er war von Beginn der Fortschreibung an dabei und zu diesem Zeitpunkt der Dienstälteste. Nach einem dramatischen Zwischenfall strengte es ihn zu sehr an, am Tag ein paar Zeilen oder Absätze in den Rechner zu bringen, und es war sogar zu befürchten, dass er nie wieder werde etwas schreiben können. Dies erwies sich als zum Glück nicht ganz zutreffend.

Uwe Helmut hat nun über einen längeren Zeitraum und in Muße doch noch einmal einen Roman geschrieben - sicherlich seinen persönlichsten. Er verarbeitet darin seine Krankheit und eine damit einhergehende Nahtoderfahrung und verknüpft beides mit und zu einer phantastischen Geschichte.

Mein alter Freund, Weggefährte und Kollege betont ausdrücklich, dass Mister Fitzgerald - Ist da wer? das definitiv letzte Werk aus seiner Feder sein wird. Nach den zahlreichen Ren Dhark-Büchern, die wir zusammen geschrieben, und all den Autorenkonferenzen, bei denen wir zusammengehockt haben, kommt Wehmut auf bei der Vorstellung, dass seine Laufbahn als Schriftsteller an diesem Punkt endet.

Doch hier ist uns Uwe noch einmal. Sein Roman ist just im Berliner Aavaa-Verlag erschienen und gestern bei mir eingetroffen. Sobald ich das Buch gelesen habe, was aber noch ein wenig dauern kann, werde ich es natürlich an dieser Stelle besprechen.

Interessenten darf ich folgenden Auszug aus einer Werbemail nahelegen:


Stell dir vor, du warst tot und hast es nicht einmal gemerkt.
 
So erging es mir am 27. Januar 2015 nachmittags im Städtischen Klinikum meiner Heimatstadt. Einige Zeit später erwachte ich wieder zum Leben und begriff gar nicht so richtig, was eigentlich passiert war – auch sonst hatte wohl niemand meinen zeitweiligen Aufenthalt „drüben“ bemerkt, mein Zimmernachbar dachte vermutlich, ich würde schlafen.
 
Nachdem ich mich später nach und nach an einige nebulöse Details erinnert und dieses seltsame Erlebnis seelisch verarbeitet hatte, begann ich daheim, alles ausführlich niederzuschreiben – unter dem vorläufigen Arbeitstitel: „Die auf der anderen Seite.“ Doch schon bald wurde mir klar:
Das glaubt mir kein Mensch!
 
Nicht, weil es sich so unwahrscheinlich anhört – Nahtoderlebnisse aller Art sind heutzutage nichts Außergewöhnliches mehr –, sondern weil ich bis zu meiner zwangsläufigen Frührente 33 Jahre lang als freiberuflicher Unterhaltungsautor tätig gewesen bin, unter anderem in den Bereichen Gespenstergeschichten und Science Fiction. Ich bin also in mystischer Hinsicht recht phantasiebegabt, weshalb niemand meinen wahren Erlebnisbericht wirklich ernst genommen hätte.
 
Daher erfand ich stattdessen eine schier unglaubliche Geschichte, die nur noch zu 50% der Wahrheit entspricht (wie ich bereits im Vorwort betone), ansonsten habe ich meiner Phantasie freien Lauf gelassen … einen seriösen Verlag gesucht und gefunden.
 
Der spirituelle Aspekt des Buchinhalts wirkt auf die Allgemeinheit sicherlich am Unglaubwürdigsten – doch gerade in jenen Textpassagen verbirgt sich die meiste Wahrheit; obwohl ich nie herausgefunden habe, wer „Mister Fitzgerald“ wirklich war, weiß ich seit meiner überaus seltsamen Nahtoderfahrung zumindest, dass die körperliche Weiterexistenz nach dem Tod real ist, was viele Menschen nicht wahrhaben oder worüber sie zumindest nicht ernsthaft reden wollen. Aus Furcht, ihnen könnten sich neue, ungewohnte Perspektiven öffnen?
usw.
 
Auslöschung kennt die Natur nicht – nur Verwandlung. Alles, was die Wissenschaft mich gelehrt hat, stärkt meinen Glauben an die Kontinuität unserer spirituellen Existenz nach dem Tode. Wernher von Braun 
 

Freitag, 6. Oktober 2017

Vanessa Busse 1980 - 2017

Als ich gestern von Vanessa Busses Tod erfuhr, kam diese Nachricht nicht überraschend für mich, denn leider war damit zu rechnen gewesen. Das ändert jedoch nichts an der Betroffenheit, die sie bei mir auslöste. Es ist traurig, wenn ein Kollege oder eine Kollegin stirbt, mit der man, wenn auch nur kurzzeitig, eng zusammengearbeitet hat. Und es gibt einem richtig zu denken, wenn es sich wie im Fall von Vanessa um einen noch so jungen Menschen handelt.

Wenn ich eingangs schrieb, dass mich ihr Tod nicht überraschte, so soll das keinesfalls kaltherzig klingen. Es ist nur so, dass Vanessa bereits seit längerer Zeit gegen eine schwere Krankheit ankämpfte, mit der sie nach außen hin offen und ehrlich umging. Sie verkroch sich nicht in ein stilles Kämmerlein, sondern ließ die Öffentlichkeit mutig am Verlauf der Krankheit und den zahlreichen Behandlungen teilhaben, auch in jüngster Zeit, als ihr Gesundheitszustand sich dramatisch verschlechterte.

Ich lernte Vanessa, wenn auch anfangs nicht persönlich, kennen, als ich einwilligte, an der Neuschreibung der in Jörg Kaegelmanns Blitz-Verlag erscheinenden Serie Raumschiff Promet - Von Stern zu Stern mitzuarbeiten. Bei meinem Einstieg hatte Vanessa bereits einen Roman, die Nummer 3 mit Titel Dunkle Energie, verfasst, und auch das folgende vierte Taschenbuch stammte aus ihrer Feder. In der Folgezeit steuerte sie erst einmal keine weiteren Romane zur Serie bei, da sie für die anderen Autoren die Exposés erstellte. Exposés, die mir, wie ich dem Herausgeber damals schon sagte, gut gefielen. Taschenbuch Nummer 10, der kleine Jubiläumsband, stammte dann wieder aus ihrer Feder.

Persönlich begegnete ich Vanessa eine Weile nach ihren ersten beiden Promet-Romanen. Unser einziges Zusammentreffen fand im November 2013 statt, auf der 74. Intercomic-Messe in Köln, wo ihr im Verlag Peter Hopf geplanter Science Fiction-Roman Das Vermächtnis des Arun angekündigt wurde. Ich erinnere mich an sie als eine freundliche und begeisterte junge Frau, sympathisch und ständig lächelnd. Sie genoss das noch relativ neue Autorendasein.

Noch im gleichen Monat gab sie dem Online-Magazin Zauberspiegel ein Interview, das hier nachzulesen ist:
http://www.zauberspiegel-online.de/index.php/frage-antwort/im-gesprch-mit-mainmenu-179/22107-vanessa-busse-ueber-raumschiff-promet-science-fiction-und-kleinverlage

Vanessa freute sich darauf, künftig mehr schreiben zu können, sowohl allein als auch zusammen mit ihrem Lebensgefährten Alfred Wallon. Leider kam es anders. Die Krankheit machte Vanessa einen Strich durch die Rechnung. Oben genannter Band 10 mit Titel Entscheidung: Risiko blieb ihr letzter Roman für Promet. Die Krankheit machte sich bemerkbar, und das vehement. Obwohl Vanessa mit Begeisterung für die Serie arbeitete, musste sie massiv zurückstecken. Es war ihr weder möglich, weiterhin die Expos zu verfassen noch eigene Romane zu schreiben. Wie ihr Leben blieb auch ihre Laufbahn als Autorin viel zu kurz.

Vanessa Busse, am 1.10.1980 geboren, starb am 5.10.2017. Sie wurde nur 37 Jahre alt.




 

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Ich freue mich auf den BuchmesseCon

Auch in diesem Jahr findet parallel zur Frankfurter Buchmesse wieder der BuchmesseCon statt. Ich wies bereits wiederholt auf den BuCon hin, weil ich selbst die Veranstaltung mag. Sie ist einfach nicht wegzudenken aus dem jährlichen Veranstaltungsmarathon.

Selbstverständlich werde ich auch in diesem Jahr wieder vor Ort sein, zumal ich bei gleich zwei Programmpunkten (Ren Dhark sowie Raumschiff Promet) auf der Bühne sitzen werde.





Hier der Pressetext der Veranstalter:

Liebe Freunde der phantastischen Literatur,
der Buchmesse Convent (www.buchmessecon.de oder www.facebook.com/BuchmesseConvent) ist seit 32 Jahren das wichtigste Forum für Fans und Aktive der geschriebenen Phantastik in Deutschland.
Jedes Jahr am Buchmesse-Samstag treffen sich Freunde und Autoren von Fantasy & Science Fiction, unabhängig von der eigentlichen Messe und organisiert von Fans des Genres, zu einer Convention, wie sie es in dieser Art hierzulande kein zweites Mal gibt. Im Jahr 2016 wurde der Buchmesse Convent mit dem renommierten "Kurd-Laßwitz-Preis" ausgezeichnet, welcher jährlich von einem bundesweiten Gremium aus Literaturschaffenden des phantastischen Genres vergeben wird. Wir bitten daher alle Freunde der nichtkommerziellen Fan-Kultur um Veröffentlichung folgender Meldung.
 
Literarische Grüsse
Roger Murmann
(Orga-Team Buchmesse Convent)
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Stars der Fantasy in Dreieich - 32. Festival der phantastischen  Literatur zur Frankfurter Buchmesse
Deutsche Science Fiction & Fantasy-Literatur-Szene trifft sich in Dreieich-Sprendlingen bei Frankfurt/Main zum 32. Buchmesse Convent - Kooperation mit den Bürgerhäusern Dreieich - Phantastische 64 Stunden Programm an einem Tag
Frankfurt/Dreieich. Zum 32. Mal treffen sich Fans von Science Fiction & Fantasy auf dem Buchmesse Convent (BuCon), Deutschlands führender Independent-Convention für phantastische Literatur. Dieses von der Messe unabhängige Festival des phantastischen Genres mit über 700 Besuchern findet am 14. Oktober 2017 und damit wie gewohnt parallel zur Frankfurter Buchmesse statt. "Wir mögen zwar nicht so bekannt sein, wie die große Buchmesse, aber viele der Autoren, die bei uns vor Jahren zum ersten Mal zu Gast waren, liegen heute auf den Bestsellerständern der großen Buchhandlungen", sagt Roger Murmann vom Organisationsteam.
Prominente Gäste sind Grimmepreisträger und "Bernd-das-Brot"-Erfinder Tommy Krappweis, Prof. Dr. Rudolf Simek, Herbert W. Franke, Markus Heitz, Kai Meyer, Tom Finn, Juliane Honisch, TS Orgel, Bernd Perplies, Christian Humberg und viele andere Top-Autoren der deutschsprachigen Phantastik-Szene. Ebenfalls vertreten ist die größte Science Fiction Serie der Welt, Perry Rhodan. Auf phantastischen sieben mehrstündigen Programmschienen im Bürgerhaus und seinen Nebengebäuden mit Lesungen, Präsentationen und Diskussionsrunden bieten die Veranstalter für jeden etwas. Autogramm- und Signierwünsche werden gerne (und vor allem kostenlos) erfüllt. Der Unterschied zum "großen Bruder" Buchmesse liegt denn auch darin, dass hier Fans den Autoren auf Augenhöhe begegnen und man im lockeren Umgangston das "Du" pflegt.
Im Foyer bieten Zeichnertische optische Kontraste und eine Kunstausstellung illustriert das geschehen.
Als besondere Ehre wurde der Buchmesse Convent im Jahr 2016 mit dem  renommierten "Kurd-Laßwitz-Preis" ausgezeichnet, welcher jährlich von Deutschlands Literaturschaffenden im phantastischen Genre vergeben wird (www.kurd-lasswitz-preis.de).
Veranstalter ist eine erfahrene Gruppe langjähriger, in der Phantastik-Szene aktiver Fans in Kooperation mit dem Science Fiction Treff Darmstadt sowie dem Jugendclub WIRIC im Bürgerverein Buchschlag e.V. und den Bürgerhäusern Dreieich.
Es wird demonstriert, das utopisch-phantastische Literatur nicht zwangsläufig trivial sein muss. Bereits George Orwell, H.G. Wells und Jules Verne boten in ihren Werken Visionen und Voraussagen, die heute zur alltäglichen Realität gehören. Und werke, wie das Fantasy-Epos "Der Herr der Ringe" des englischen Professors J.R.R. Tolkien zählen heute zur Weltliteratur, während die Verfilmung von George R.R. Martins Meisterwerk "Game of Thrones" Millionen TV-Zuschauer vor die Fernsehschirme zieht. Natürlich darf aber auch der unterhaltende Spannungsroman nicht fehlen. Die Veranstalter zeigen, dass trotz des aktuellen "Star Wars"-Booms das phantastische Buch nicht tot ist, sondern durch den Einsatz moderner Technik, sowie der Möglichkeiten des Internets gerade heute wieder eine ungeahnte Renaissance erlebt. Gerade in Deutschland kann Science Fiction und Fantasy im Selfpublishing-Bereich ein durchaus eigenständiges, vom anglo-amerikanischen Raum unabhängiges Profil vorweisen. Der Buchmesse Convent präsentiert die gesamte Bandbreite, vom Groschenroman bis zum bibliophilen Werk. Fan-Sein bedeutet nicht sturer Konsum, sondern kritische Auseinandersetzung mit dem Autor und seinem Werk. Wohl nirgendwo anders ist die bundesdeutsche Science Fiction- & Fantasy-Autoren & -Leserszene so lebendig, als auf dieser messeunabhängigen Traditionsveranstaltung. Kostümierte Besuchermassen wird man auf dieser literarisch orientierten Veranstaltung allerdings vergeblich suchen.
Höhepunkte der Convention ist traditionell die Verleihung des vom BuCon-Team vergebenen "BuCon-Ehrenpreises".
Wie jedes Jahr, kommt man bereits am Freitag, den 13.10., ab 20 Uhr zum Einstimmungstreffen zusammen. Den Ort findet man auf der Homepage. Am Samstag, den 14.10., ist ab 10 Uhr Einlass. Der Eintritt beträgt an der Tageskasse 10 Euro, Ermäßigungen sind möglich. Das Ende des Convents ist für 20 Uhr vorgesehen. "Convention Center" ist das Bürgerhaus in Dreieich-Sprendlingen, Fichtestrasse 50.
Begleitet wird die Veranstaltung von einer gut sortierten Phantastik-Börse. Zahlreiche Kleinverlage, Autoren und Buchhändler füllen jede Lücke im Bücherregal auf.
Aus dem Programm:
Tommy Krappweis und Prof.Dr. Rudolf Simek: Fantasy & Wissenschaft
Der weltweit anerkannte Fachmann für Nordische Mythologie Prof. Rudolf Simek („Lexikon der germanischen Mythologie“) und der Fantasyautor und Filmemacher Tommy Krappweis („Mara und der Feuerbringer“) erzählen auf unterhaltsame und lehrreiche Art, wie man mit wissenschaftlicher Unterstützung eine Fantasytrilogie schreiben und das Ganze auch noch verfilmen kann. Der in dieser Form wohl einzigartige Vortrag in Gestalt eines unterhaltsamen Schlagabtauschs für alle, die sich für nordische Mythologie, Germanen, Phantastik und Historie interessieren, ließ bereits den Vortragsraum auf der Role Play Convention sowie das Literaturzelt auf dem Festival Mediaval aus allen Nähten platzen und kommt nun auf den Buchmesse Convent 2017.
Kai Meyer: Die Spur der Bücher
London – eine Stadt im Bann der Bücher. Mercy Amberdale ist in Buchläden und Antiquariaten aufgewachsen. Sie kennt den Zauber der Geschichten und besitzt das Talent der Bibliomantik. Für reiche Sammler besorgt sie die kostbarsten Titel, pirscht nachts durch Englands geheime Bibliotheken. Doch dann folgt sie der Spur der Bücher zum Schauplatz eines rätselhaften Mordes: Ein Buchhändler ist inmitten seines Ladens verbrannt, ohne dass ein Stück Papier zu Schaden kam. Mercy gerät in ein Netz aus magischen Intrigen und dunklen Familiengeheimnissen, bis die Suche nach der Wahrheit sie zur Wurzel aller Bibliomantik führt.
Matthias Pätzold: Zukunft der Raumstation - Raumstationen der Zukunft
Die Internationale Raumstation ist das größte Raumfahrtprojekt, das jemals unternommen wurde. Seit 20 Jahren befindet sich der Außenposten im All, von denen allein 14 Jahre für den Aufbau aufgewendet wurden. Zunehmende Altererserscheinungen werfen aber Fragen über ihre Zukunft auf. Über Pläne zur Lebensdauerverlängerung der ISS, sowie neue Raumstationen, wie der sogenannten cislunaren Raumstation, einer möglichen russischen Nachfolgerstation, der chinesischen Raumstation und geplanten kommerziellen Raumstationen berichtet Matthias Pätzold in diesem Vortrag.
Friedhelm Schneidewind: Das neue große Tolkien-Lexikon
J. R. R. Tolkien war nicht der erste Autor, der phantastische Literatur schrieb, und andere haben weitaus mehr Fantasy geschrieben. Doch ist er der unumstrittene Alt- und Großmeister der phantastischen Literatur, der Fantasy überhaupt erst zu einem eigenständigen Genre machte. Spätestens seit den Verfilmungen von Peter Jackson gibt es kaum jemanden, der nicht von Tolkien oder zumindest seinen Werken gehört hat. Tolkien war Sprach- und Literaturwissenschaftler, Professor in Oxford – und zugleich einer der größten Phantasten der Literaturgeschichte. Mit seiner Geschichte um Mittelerde, die Hobbits, Elben und Zwerge, um Gandalf und den »Einen Ring« schuf er einen der umfangreichsten, fantastischsten und schlüssigsten Mythen der Literatur. Tolkiens Werk bietet nicht nur spannende Geschichten, sondern eine komplette eigene Welt mit eigener Kosmogonie, eigener Religion und sogar eigenen Sprachen; die Hintergründe zu kennen und die zahlreichen Einflüsse alter Mythen zu entdecken, schafft einen zusätzlichen Reiz bei Lektüre und Filmgenuss. »Das neue große Tolkien-Lexikon«, im Dezember 2016 erschienen, ist ein Werkzeug, sich im umfangreichen Werk Tolkiens besser zurechtzufinden, Querverbindungen und Hintergründe erkennen und Einflüsse bewerten zu können. Zudem lässt sich auf den über 800 Seiten auch prima schmökern.
Markus Heitz: Wédora-Schatten und Tod
Wédora birgt noch so manches Geheimnis für die Freunde Liothan und Tomeija, die es auf magische Weise in die schwer befestigte Wüstenstadt verschlagen hat. Während Liothan in alte Gewohnheiten verfällt und sich in Wédoras Unterwelt einen Namen macht, wird Tomeija vom geheimnisumwitterten Herrscher der Stadt zur obersten Gesetzeshüterin berufen. Sie kann nicht ahnen, dass sie bald nicht nur gegen Verbrechen und mörderische Intrigen vorgehen muss, sondern auch gegen ihren Freund aus Kindheitstagen. Doch damit nicht genug: Zwei benachbarte Königreiche rüsten sich zum Krieg, und die neutrale Stadt wird gegen ihren Willen in die Feindseligkeiten verwickelt – und Liothan und Tomeija werden plötzlich zu den entscheidenden Figuren in einem mörderischen Konflikt...."
Informationen, sowie eine ausführliche Programmübersicht mit allen 64 Programmpunkten findet man im Internet unter der Adresse:
...oder im Sozialen Netzwerk Facebook:
Eine umfangreich Fotogalerie mit 216 Aufnahmen zum vergangenen BuCon
2016 findet man hier:
Kontakt:
Roger Murmann
Wilhelm-Leuschner-Str.17
64859 Eppertshausen
Telefon 06071/38718 bzw. 01577/3885981
e-mail: buchmessecon@gmx.de
oder
Christian de Ahna
Postfach 301103
63274 Dreieich
Telefon 0178/6978501
e-mail: wiric@gmx.net
 
 

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Der Stammtisch und die Coloniacon-Organisatoren


Der Coloniacon, oh ja, der Coloniacon, eine meine Herzensangelegenheiten. Er zieht sich seit dreieinhalb Dekaden durch mein Leben und wird sicherlich immer ein wichtiger und mir liebgewonnener Faktor in selbigem bleiben. 1982 war ich mit dabei, als ein paar Kölner Jungs ihn aus der Taufe hoben. Viele Jahre, ach was, Jahrzehnte lang war ich von Anfang an als Mitveranstalter dabei. 2014 zogen Ralf Zimmermann und ich uns dann aus dem Veranstalterteam zurück und übergaben den Staffel an Daniel von Euw und Bernd Robker. Genug ist genug, dachten wir uns.

Daniel und Bernd übernahmen und brachten einen glänzenden Coloniacon 2016 über die Bühne. Danach allerdings zog sich Bernd aus zeitlichen Gründen wieder zurück. Diese Entscheidung kann und wird ihm sicher niemand vorwerfen, der gedanklich auch nur ein wenig in derlei Abläufe involviert ist. Wer jemals eine solche oder eine ähnliche Veranstaltung wie den Coloniacon als Organisator mitveranstaltet hat, der weiß, wie viel Zeit das in Anspruch nimmt. In den Stunden und Tagen, die man für den reibungslosen Ablauf eines gelungenen Cons investiert, könnte man eine Menge anderer Dinge tun - einen Roman schreiben beispielsweise.

Vergangenes Wochenende schaute ich mal wieder - Notiz und Vorwurf an mich selbst: Das habe ich viel zu lange nicht getan! - beim Kölner Stammtisch vorbei. Ich habe mich wirklich gefreut, die Jungs zu sehen. Wie schnell es gehen kann, dass das nicht mehr möglich ist, sieht man am unerwarteten Tod unseres alten Stammtischlers Helmut, über den selbstverständlich die Rede war.

Wie es nun mal nach ein paar Kölsch so geht, plötzlich gehörte ich dann, wie Ralf Zimmermann schon seit geraumer Weile, wieder dem Organisationsteam für den nächsten Coloniacon an. Sicherlich wird sich mein Engagement in Grenzen halten, sich also auf den Con selbst, auf die Arbeit vor Ort im Jugendpark und auf die unmittelbare Vorbereitung wie Contüten packen etc. beschränken. Nichtsdestotrotz finde ich es schön, wieder dabei zu sein. Die Hauptlast des Coloniacon 2018 wird jedenfalls auf den Schultern von Daniel von Euw liegen.

https://www.coloniacon.de/orga-Team

Dienstag, 3. Oktober 2017

Tibor 10 im Auge des Rezensenten

Ein Bekannter machte mich auf eine tolle Rezi aufmerksam, über die ich mich beim Lesen sehr gefreut habe. Einmal mehr hat nämlich Carsten Kuhr meine neueste Romanadaption nach Hansrudi Wäscher unter die Lupe genommen. Diesmal beschäftigt er sich im Online-Portal phantastik-News mit meinem Tibor-Jubiläumsband Die Brüder der schwarzen Mamba.

Neben dem eigentlichen Dschungelabenteuer hebt der Rezensent den politischen Hintergrund hervor, den ich mit in die Geschichte habe einfließen lassen. Dieser lag auch mir selbst am Herzen, deshalb freut es mich, dass er so wohlwollend aufgenommen wird. Kuhr schreibt dazu:

"Wie üblich müht sich Tibor darum, die gar nicht so ruhmreichen Segnungen der Zivilisation aus der unberührten Wildnis und von den Tieren fern zu halten. Dass er sich diesmal mit verschiedenen Fraktionen, die sich in einem Bürgerkrieg um die Zukunft des Landes positionieren, auseinandersetzen muss, bringt sehr deutliche politischwirtschaftliche Aspekte in die Handlung ein. Es geht um die Freiheit von der Kolonialmacht, um die zukünftige Regierungsform und um Demokratiebewegungen. Das verleiht dem Text ein gerüttelt Maß an unterschwelliger Authentizität, auf der die packende Abenteuer-Handlung aufsitzt."

Insgesamt sieht Carsten Kuhr einen sehr kurzweiligen Roman, "der alle Dschungel-Fans beglücken wird" - was wiederum mich beglückt. Die vollständige Buchbesprechung gibt es hier:

http://www.phantastiknews.de/index.php/rezensionen/14370-tibor-10-die-brueder-der-schwarzen-mamba-achim-mehnert-buch

Montag, 2. Oktober 2017

Enthüllungen in Voktar

Zusammenhänge enthüllen sich, und lose Fäden werden zusammengeführt. Damit werden einige Fragen beantwortet, die Ren Dhark-Leser in letzter Zeit beschäftigten und die immer wieder gestellt wurden. Es wird sogar der Zusammenhang zwischen Handlungselementen erkennbar, wo man nicht unbedingt einen solchen erwarten musste, und doch bildet er die Grundlage für dramatische Ereignisse, die in der Handlung erst Jahrtausende später eintraten.

Wo das geschieht? Im überübernächsten Band von Ren Dhark - Weg ins Weltall. Den Titel nenne ich ausnahmsweise noch nicht, da er zu viel verrät. Am Wochenende habe ich die Schreibarbeit an meinem Manuskript abgeschlossen. Ich war zu langsam, das muss ich mir im Nachhinein selbst attestieren. Meine Kollegen Jan Gardemann und Nina Morawietz waren mit ihren Romanbeiträgen zu dem Buch deutlich früher fertig als ich.

Ren Dhark und seine Gefährten sind mit dem Ringraumer Point of noch immer in Voktar gestrandet, ohne Aussicht auf einen Rückweg in die Milchstraße. Doch endlich machen sich die unermüdlichen Bemühungen der Raumfahrer von der Erde bezahlt. Sie erhalten erhellende Informationen über die Hintergründe der Unterdrückung, mit der die Friedensstifter die Zwerggalaxis überziehen. Der Bericht eines Eingeweihten mit Namen Tarl führt Ren Dhark Jahrhunderttausende in die Vergangenheit. Wer dieser Tarl ist und was er zu erzählen weiß, das wird in Band 73 von Weg ins Weltall nachzulesen sein, der im Dezember erscheint.

Dienstag, 26. September 2017

KittyCon geht in die 3. Runde

Erst im vergangenen Jahr erfuhr ich vom KittyCon in Langenfeld, also in Schlagweite von Köln, und besuchte die Veranstaltung, die mit Bedacht anders sein soll als andere Cons. In diesem Jahr findet sie bereits zum dritten Mal statt. Dass der Eintritt erst ab 16 ist, kommt nicht von ungefähr, wie man weiter unten lesen kann. Ich werde auf jeden Fall wieder in Langenfeld vorbeischauen. Nicht nur aus diesem Grund teile ich gern den Pressetext, den ich von Veranstalter Helmut Dunkel erhielt.


 


Die 3. Kitty Moan Convention in Langenfeld

Der Fantasy-Event im herbstlichen Rheinland

Nach dem erfolgreichen Auftakt in brandneuer Lokation geht die Kitty Moan Convention (kurz KittyCon) 2017 in die dritte Runde. Die KittyCon ist der phantastische Event für Abenteuer, SciFi, Fantasy, Horror, Trash und Erotik im rheinischen Langenfeld. Damit wird auch sogleich klar, worin sich die KittyCon von anderen Veranstaltungen unterscheidet. Als wohl erste Convention wendet sie sich bewusst an ein erwachsenes Publikum. Zutritt ab 16! Unter der Schirmherrschaft von Cannonball Randalls Romanheldin Kitty Moan wird es nämlich abgefahren, blutig und (manchmal) extrem sexy. Es darf also ruhig einmal etwas heftiger zugehen als normal.

Unsere Besucher erwarten zwei spannende Tage mit Bühnenprogramm, Autorenlesungen und Vorträgen non-stop, zweispuriger Künstler-Allee, Workshops, Verkaufsständen, Kostümpromotion für LARP und Cosplay, Bücher, Comics, Spiele uvm. Das ganze sinnlich arrangiert in der stylischen Industriekulisse längst vergangener Zeiten, denn die KittyCon ist kein anonymer Megaevent in fußballfeldgroßen Messehallen. Wir lieben es deutlich intimer. Der persönliche Kontakt ist der Kick, der uns antörnt. Im einmaligem Ambiente des traditionsreichen Carl-Becker-Saals an der Hitdorfer Straße trifft sich die deutsche Phantastik-Szene auf Augenhöhe.

Unsere Spendenaktion zugunsten des Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland in Düsseldorf rundet das Programm ab.

Damit ist die KittyCon die beste Gelegenheit im herbstlichen Rheinland gleich zwei Tage lang in eine fantastische, manchmal tabufreie Welt einzutauchen, Freunde zu treffen und/ oder mit Autoren, Künstlern und Kollegen in Kontakt zu kommen. Vormerken, weitersagen, dabei sein!

Tickets und alle Infos: www.kittycon.de


Veranstalter:
Helmut Dunkel
Sperberstr. 21
40764 Langenfeld
02173.106625


helmut.dunkel@kittycon.de

Veranstaltungsort:
Carl-Becker-Saal, Hitdorfer Str.10, 40764 Langenfeld Rhld.


Veranstaltungsdatum:Samstag, den 28. und Sonntag, den 29. Oktober 2017

Öffnungszeiten:Samstag und Sonntag jeweils von von 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise:Samstagsticket: 8,00 Euro (VVK), 10,00 Euro Tageskasse
Sonntagsticket: 8,00 Euro (VVK), 10,00 Euro Tageskasse
Wochenendticket: 12,00 Euro (VVK), 15,00 Euro Tageskasse


Alle Infos unter: www.kittycon.de

Tickets (VVK) unter: http://kittycon2017.cortex-tickets.de


Montag, 25. September 2017

Titelbild für Falk 7

Mit dem Schreiben des Romans habe ich erst kürzlich begonnen, aber das Titelbild für Falk 7 liegt bereits vor. Natürlich will ich es den Falk-Fans nicht vorenthalten. Hier ist es also und dazu gleich der Romantitel. Das Cover zeigt eine schöne, dynamische Actionszene gleich vom Anfang der Geschichte. Man beachte den bedauernswerten Burschen, der an dem über eine Schlucht hinausragenden Baumstamm hängt.



Sonntag, 24. September 2017

Coloniacon-Termin 2018 steht fest

Wer hätte das gedacht 1982, als wir unseren ersten Coloniacon angingen? Schließlich war er ursprünglich als einmalige Veranstaltung gedacht. Hätte jemand die verwegene Zukunftsvision gewagt, dass unser Con eines fernen Tages im Jahre 2018 in die 23. Runde gehen würde, hätten wir denjenigen sicher für verrückt erklärt.


Und doch ist es so, was wieder einmal beweist, dass man im Nachhinein immer schlauer ist. Denn der Termin für den kommenden Coloniacon im nächsten Jahr steht nun fest. Er wird am 29. und 30. September 2018 über die Bühne gehen, natürlich wieder im Jugendpark in Köln-Deutz, gleich am Rheinufer gelegen. Dass ich mich jetzt schon darauf freue, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.

Samstag, 23. September 2017

Ren Dhark auf dem BuCon 2017

Die Frankfurter Buchmesse steht vor der Tür und mit ihr der BuchmesseCon. Der BuCon hat sich zu einer der wichtigsten bundesdeutschen Szeneveranstaltungen für Freunde der phantastischen Literatur gemausert und ist aus dem jährlichen Veranstaltungskalender nicht wegzudenken.

Zur guten Tradition auf dem BuCon gehört mittlerweile auch der Ren Dhark-Programmpunkt. Auch in diesem Jahr ist der Weltraumfahrer mit seiner Point of wieder in Frankfurt vertreten. Leser und Freunde von Ren Dhark sollten sich den Termin also schon einmal vormerken. Wir freuen uns über jeden Besucher.

Exposéautor Ben B. Black, mein Teamkollege Andreas Zwengel und ich werden am Samstag, 14. Oktober ab 11.00 Uhr Einblick in die seit den Sechziger Jahren laufende und seit rund zwanzig Jahren in Buchform erscheinende Serie geben und ein wenig über unsere Arbeit aus dem Nähkästchen plaudern. Dazu gibt es eine Lesung aus einem noch nicht erschienenen Roman. Anschließend stellen wir uns euren Fragen.

Hier der Link zur Seite des Buchmessecons:
http://www.buchmessecon.de/index.php/programm/11-programm-2017/142-ren-dhark-Meeting

Donnerstag, 21. September 2017

Kölner Urgestein Helmut Freisinger verstorben

Vorhin teilte mir ein gemeinsamer Bekannter mit, dass der Kölner Tausendsassa Helmut Freisinger gestorben ist. Ich musste erst einmal schlucken und dann nachfragen, denn diese schlechte Nachricht überraschte mich doch sehr. Ich kannte Helmut schon so lange, dass ich mich nicht daran erinnern kann, wann und wo wir uns kennengelernt haben. Natürlich stand es in Zusammenhang mit der Kölner SF-Szene. Gut möglich, dass unsere ersten Begegnungen beim Kölner SF-Stammtisch stattfanden. Es ist sogar sehr wahrscheinlich. Er war Perry Rhodan-Leser, SF-Fan und Sammler.

Und natürlich begeisterter Congänger. Für mich ist Helmut nicht nur ein Coloniacon-Urgestein, er besuchte in den letzten Dekaden auch alle möglichen Cons in ganz Deutschland. Ich weiß nicht, wie oft wir auf solchen Veranstaltungen oder auch auf der Intercomic das eine oder andere Bier zusammen tranken. Es waren nicht wenige. An eine Begebenheit, die zehn oder mehr Jahre zurückliegt, muss ich immer wieder zurückdenken. Sie dürfte sich beim Garching-Con zugetragen haben oder beim Austria-Con in Wien.

Zu unserem Hotel gehörte ein Kelleretablissement, eine Mischung aus Kneipe und Disco, wo wir nachts mit weiteren Con-Besuchern einkehrten. Der Laden war leidlich gut besucht, und wie üblich sprachen wir dem Bier ebenfalls leidlich gut zu. Es lief schreckliche Musik der Art aus den aktuellen Charts. Das überwiegend jüngere Publikum stand um die Tanzfläche herum, getanzt hat niemand. Nach einer Weile konnte Helmut als alter Rockmusikfan das Gedudel nicht mehr ertragen. In seiner unbekümmerten, offenherzigen Art fragte er den DJ, ob dieser nicht etwas anderes spielen könne. Nach einem kurzen Gespräch liefen plötzlich die Rolling Stones und danach nur noch Rockmusik. Plötzlich stand Helmut ganz allein mitten auf der Tanzfläche, umgeben von jungen Leuten, die den alten Mann verwundert beäugten. Helmut wäre nicht Helmut, hätte er sich davon abschrecken lassen. Im Gegenteil, in charmanter Weise animierte er das junge Publikum, das sich wenig später geschlossen auf der Tanzfläche austobte.


Helmut und ich auf dem Perry Rhodan Weltcon 2011
Beinahe wäre Helmut selbst zum Berufsmusiker geworden. Die legendäre und bis heute aktive Kölner Mundartband Bläck Fööss ging 1970 aus mehreren schon in den Sechziger Jahren aktiven Bands hervor. Eine davon waren die Beat Stones, in der nicht nur der heute immer noch bei den Fööss aktive Erry Stoklosa spielte, sondern eben auch Helmut Freisinger. Unter dem Künstlernamen Misery spielte er die Sologitarre. Helmut erzählte mir einmal scherzhaft, die anderen hätten sich dazu entschieden, Musiker zu werden, er selbst sei hingegen Perry Rhodan-Leser geworden. Tatsächlich stieg er jedoch bei den Beat Stones aus, um sich auf den vor ihm liegenden bürgerlichen Beruf zu konzentrieren.

Helmut gehörte zur Nachkriegsgeneration, er wurde in den späten Vierziger Jahren geboren. Wann genau, ist mir nicht bekannt. Seiner Leidenschaft, Cons, den Stammtisch und die Intercomic zu besuchen, frönte er schließlich auch als Rentner noch. Seit einer Weile machte er sich allerdings rar. Ein paar Molesten machten ihm zu schaffen, vor allem aber konnte er seine schwerkranke Frau, die ständiger Pflege bedurfte, nicht mehr allein lassen.

Nach Winfried Brand ist mit Helmut Freisinger der zweite ehemaliger Stammtischler von uns gegangen. Ich hoffe, die beiden können irgendwo zusammen ein Bier trinken. Mir sin uns widder, leeve Jung.


Helmut "Misery" Freisinger (4. von links.), Graham Bonney und die Bläck Fööss.

 

Dienstag, 19. September 2017

Die GSO und der Monolith

Gestern präsentierte ich das Titelbild für Ren Dhark 71, aber noch ein weiteres Dhark-Cover von Ralph Voltz ist fertig, und zwar das für den nächsten Unitall-Sonderband, den mittlerweile 35. Der abgeschlossene Roman mit Titel Das Rätsel von Hallwa stammt aus der Feder von Nina Morawietz. Er wird zusammen mit Lorrons Erbe Mitte Oktober erscheinen.

Beim ersten Blick auf das Bild fühlte ich mich sofort an den schwarzen Monolithen aus 2001 erinnert. Was es tatsächlich mit dem unten zu sehenden Artefakt auf sich hat, kann ich nicht sagen, da ich Ninas Roman noch nicht kenne. Bei den beiden Personen bin ich jedoch sicher, um wen es sich handelt - nämlich zweifellos um Ömer Giray und Liv Sanders. Nina entwickelt sich immer mehr zur Spezialistin für die beiden GSO-Agenten.


Montag, 18. September 2017

Ein Reckbatz kommt selten allein

Inzwischen liegt das Titelbild für Ren Dhark 71 vor. Diesmal hat Ralph Voltz einen Reckbatz visualisiert. Die Reckbatz - man stelle sie sich etwa anderthalb Meter groß vor - sind das Hilfsvolk der selbsternannten Friedensstifter, das im Auftrag seiner Herren in der Kleingalaxis Voktar Angst und Schrecken verbreitet.

Ich mag auf den Covern ja die Darstellung von Figuren aus der Serie oder von Angehörigen auftretender Völker. Der Reckbatz ist Ralph Voltz großartig gelungen, so habe ich mir dieses krabbenartige Volk vorgestellt. Bei der roten Markierung auf der rechten Schere des Reckbatz handelt es sich um ein Dienstgradabzeichen.

Der Roman wird den Titel "Lorrons Erbe" tragen. Das Buch erscheint im Oktober. Für die Ren Dhark-Leser, die es nicht abwarten können, gibt es auf dem BuchmesseCon in Frankfurt vorab eine Lesung aus dem kommenden Band.
 


Sonntag, 17. September 2017

Die Brüder der schwarzen Mamba

Jubiläum, Jubiläum! Da ist er nämlich, und das freut mich sehr. Mit "Die Brüder der schwarzen Mamba" ist soeben mein zehnter Tibor-Roman erschienen. Wie ich vom Verlag erfuhr, befindet er sich seit vergangener Woche in der Auslieferung an Vorbesteller und Abonnenten. Selbstverständlich wird der Verlag Peter Hopf auf der Intercomic Anfang November wie immer mit einem Stand vertreten sein und das Buch dort präsentieren.

Das Buch ist über 300 Seiten dick und liegt richtig gut in der Hand. Toll aussehen tut es ohnehin. Das Titelbild zeigt eine Szene, in der Tibor von den Brüdern der schwarzen Mamba in eine Falle gelockt wurde. Der Geheimbund und der Hintergrund um die politische Unabhängigkeit liefern den Stoff für eine richtig schöne Geschichte, der Roman umfasst den Inhalt der Piccolo-Comics 133 bis 167.

Aus einer Diamantenmine werden immer wieder wertvolle Edelsteine gestohlen. Der Drahtzieher der Diebstähle legt eine geschickte Spur, die den Verdacht auf Tibor lenkt. So ist der Herr des Dschungels gezwungen, sich der Sache anzunehmen, um seine Unschuld zu beweisen. Er ahnt nicht, dass er sich mit mächtigen Gegnern anlegt, deren Einfluss bis in hohe Kreise hinaufreicht. Tibor bekommt es nicht mit einfachen Dieben zu tun, sondern mit Intriganten, die das Land mit einem blutigen Bürgerkrieg überziehen wollen.

Samstag, 16. September 2017

Das nächste Promet-Titelbild

Vor ein paar Tagen verkündete ich, dass ich das Manuskript für Raumschiff Promet 19 fertiggestellt habe. Der Roman geht in Kürze in Druck. Hier ist schon mal das Titelbild von Manfred Schneider. Der Romantitel steht demzufolge auch fest, wie man sieht.


Donnerstag, 14. September 2017

Roy Stark kommt

Ich freue mich, die Romanfassungen zu Hansrudi Wäschers Comicserie Roy Stark ankündigen zu können. Die Adaption, die ich im vergangenen Jahr geschrieben habe, erscheint zur Intercomic in Köln Anfang November. In zwei Buchausgaben liegt dann die gesamte Serie vor. Hier sind schon mal die sehr gelungenen Titelbilder.





Samstag, 2. September 2017

Die Schuhabstreifer der Galaxis

Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr in eurem Bekanntenkreis oder in der Nachbarschaft die Schuhabstreifer wärt? Also jene Bedauernswerten, die als Blitzableiter für die schlechte Laune anderer, für deren Hohn und Spott herhalten müssen und die beim kleinsten Missgeschick den Zorn auf sich ziehen und sogar eine Tracht Prügel bekommen, weil sie sich als schwächstes Glied in der Kette nicht dagegen wehren können? Sicherlich, um es gelinde auszudrücken, nicht allzu gut. Das gilt umso mehr, wenn ein solcher Zustand für beide Seiten zur Normalität geworden ist, und die Unterdrückten nicht einmal auf die Idee kommen, sich dagegen zu wehren, weil auch sie es für eine Selbstverständlichkeit halten, so behandelt zu werden.

In Voktar gibt es gleich ein ganzes Volk, dem derlei Ungemach widerfährt. Was dahintersteckt und wie überhaupt es soweit kommen konnte, beschreibe ich in Ren Dhark 393, also Weg ins Weltall 72. Ich habe die Arbeit am Manuskript kürzlich abgeschlossen. Ich habe das bedauernswerte Volk, auf das Ren Dhark in der Zwerggalaxis stößt, und seine Historie in die laufende Handlung eingeführt. Das Schicksal der Karrssk, so der Name dieses Volkes, wirft ein weiteres entlarvendes Licht auf die geheimnisvollen Drahtzieher in Voktar, die sich in euphemistischer Selbstdarstellung als Friedensstifter bezeichnen, tatsächlich jedoch die ganze Galaxis unter ihrer Knute haben.

Dienstag, 29. August 2017

Eine Sage wird Wirklichkeit

Vor knapp einem Jahr habe ich den sechsten Roman der Rittersaga um Falk von Steinfeld und den Gaukler Bingo Della Rocca geschrieben. Nun ist das Buch im Verlag Peter Hopf erschienen. Ich habe gleich ein wenig in dem schmucken Belegexemplar geblättert, um mir den Inhalt in Erinnerung zu rufen. Und das ging schnell. Nach dem Anlesen von ein paar Textstellen war ich wieder mitten drin in der Handlung.

Das Abenteuer um den kopflosen Reiter, der aus dem Reich der Toten zurückkehrt, um die Lebenden in Angst und Schrecken zu versetzen, ist für mich neben dem Geheimnis um den großen Wolf eine der schönsten Falk-Geschichten. Es hat nicht nur Spaß gemacht, sie zu schreiben, es macht genauso viel Spaß, sie zu lesen.

Das Buch kommt gewohnt edel daher und hat die richtige Aufmachung für einen bibliophilen Bücherfreund wie mich. Hochglanzumschlag, dessen Bildmotiv Falk und den Kopflosen zeigt, geprägte Goldschrift auf dem Buchumschlag, Lesebändchen, Innenillustrationen und im Anhang die Abbildungen sämtlicher Piccolos von Hansrudi Wäscher, die für die vorliegende Romanadaption Verwendung fanden.

Sonntag, 20. August 2017

Die Promet und die Extremisten

Bezeichnet man den 20. Band einer Serie oder Reihe auch als kleines Jubiläum? Ich bin unschlüssig, aber ist ja auch egal. Jedenfalls habe ich vor ein paar Tagen die Arbeit am zwanzigsten Roman für Raumschiff Promet - von Stern zu Stern abgeschlossen, für die Serie also, die auch die inoffizielle Bezeichnung Raumschiff Promet Neo trägt.

Der Roman mit dem vorläufigen Titel Der Saboteur, der sich aber noch ändern kann, stellt die Promet und ihre Besatzung in den Mittelpunkt der Handlung. Der Terraner Peet Orell und der Moraner Arn Borul sind mit ihren Freunden gezwungen, zwei Welten anzufliegen, die in früheren Promet-Abenteuern bereits eine wichtige Rolle spielten.

Parallel dazu führe ich den Handlungsstrang um die extremistische Gruppierung "Terra den Terranern" fort, die vor Mord und Sabotageakten nicht zurückschrecken, um die von ihnen verteufelten Außerirdischen von der Erde fernzuhalten. Außerdem besitzt eine junge Frau eine unerklärliche Verbindung zu Ereignissen, die vor 1.350 Jahren in China stattfanden, in deren Verlauf die Erde nur knapp der Vernichtung entging.

Samstag, 19. August 2017

Die Akte Grovis

Ich freue mich immer, wenn ein neuer Roman aus meiner Feder oder ein Buch, an dem ich mitgeschrieben habe, das Licht der Welt erblickt, so wie nun wieder geschehen. Ren Dhark - Weg ins Weltall Band 70 ist erschienen, und die Belegexemplare sind eingetroffen.

Immer noch suchen Ren Dhark und die mit der Point of in NGK 3109 gestrandeten Raumfahrer von der Erde nach einem Weg, die von den Friedensstiftern unterjochte Kleingalaxis verlassen und in die heimatliche Milchstraße zurückkehren zu können. Wenn die Hintergründe des Geschehens in Voktar auch weiterhin hinter einem Nebel verborgen liegen, so schreiten die Ereignisse doch dramatisch voran. Das gilt besonders für die vom Rest des Universums abgeschottete Enklave, deren Bewohner nicht wissen, dass es da draußen noch so viel mehr gibt als nur ihr eigenes kleines Sonnensystem. Und wenn sie es wüssten, würde ihnen das etwas nützen? Diese Frage stellen sich Ren Dhark und seine Gefährten, während sie weiterhin von den Schergen der Friedensstifter gejagt werden und um ihre eigene Existenz fürchten müssen.

Als Klappentext liest sich das so: "Ren Dhark und seine Begleiter versuchen, dem Geheimnis hinter dem System der Großen Sonne auf die Spur zu kommen. Dabei verdichtet sich immer mehr der Eindruck, dass hier bei Weitem nicht alles so ist, wie es zu Beginn den Anschein machte. Währenddessen stehen die GSO-Agenten Ömer Giray und Liv Sanders auf Danlechraa vermutlich vor einem großen Durchbruch in ihren Ermittlungen, denn sie stoßen auf die Akte Grovis."

Den Roman habe ich diesmal zusammen mit Nina Morawietz und Jan Gardemann geschrieben. Das Exposé stammt von Ben B. Black und das Titelbild des Buches wie immer von Ralph Voltz.

Samstag, 29. Juli 2017

Das Underground schließt seine Pforten

Wenn das Underground im September schließen muss, geht wahrlich eine Ära zu Ende. Der Club und Veranstaltungsort in Köln-Ehrenfeld wurde 1988 eröffnet. Er besteht aus einer Kneipe mit zwei angrenzenden Sälen und einem Biergarten für die Sommermonate. Anscheinend wurden die Betreiber von der raschen Entwicklung überrollt. Ihre Pläne, zum dreißigjährigen Jubiläum im Januar eine große Abschiedsparty auf die Beine zu stellen, können sie nicht mehr verwirklichen. Die Stadt Köln will auf dem ehemaligen Industriegelände eine inklusive Universitätsschule errichten. Der Betrieb des Undergrounds endet auf städtische Anordnung Mitte September.
 
Mit seinen Wochenendparties und seinen Konzerten genießt das Underground einen guten Ruf weit über Kölns Stadtgrenzen hinaus. Die dort gespielte Musik war meist nach meinem Geschmack: Rock, Rock'n'Roll, Heavy Metal und Punk. Viele heute international bekannte Bands und Künstler standen im Underground auf der Bühne, bevor ihre Karriere so richtig in Schwung kam, so beispielsweise Green Day, die heutzutage Stadien füllen.
 
Anfang der Neunziger Jahre habe ich ein paar Mal im Underground gesessen und zwei oder drei Konzerte gesehen. Ich glaube mich zu erinnern, dass Brings dazu gehörte. Brings, 1990 gegründet und damals nach eine richtige Rockband, bevor sie zehn Jahre später mit fliegenden Fahnen zur Stimmungs- und Karnevalsmusik überliefen, spielten dort, noch bevor sie ihr erstes Album veröffentlichten. Wen ich sonst noch dort sah, weiß ich gar nicht mehr. Auf jeden Fall ist die Zeit des Underground abgelaufen. Das finde ich schade.

Freitag, 28. Juli 2017

Hansrudi Wäscher Magazin 43

Der Hansrudi Wäscher Fanclub wurde 1997 gegründet, er feiert im September sein zwanzigjähriges Bestehen und legte jüngst die 43. Ausgabe seines Magazins vor. Zum Jubiläum passt es gut, gleich auf dem Cover mit einem Schmankerl aufzuwarten. Bei dem Titelbild, das den Dschungelhelden Tibor zeigt, handelt es sich um eine bislang unveröffentlichte Zeichnung Wäschers, die ursprünglich für die Softcover-Reihe des Hethke-Verlags vorgesehen war, dort aber aus unbekannten Gründen nicht verwendet wurde.

Inhaltlich bietet das 80 Seiten dicke Magazin wieder eine Menge Material rund um den Künstler, der uns Nick und Tibor, Sigurd und Falk schenkte. Hansrudis Witwe Helga beispielsweise erzählt über die Autos der Wäschers, zu denen er eine besondere Beziehung hatte. Angeblich lautete das erste Wort, das der kleine Hansrudi aussprechen konnte, nicht "Mama" oder "Papa", sondern "Auto". Eine nette Anekdote, deren Wahrheitsgehalt sich heute nicht mehr nachprüfen lässt.

Dieter Herold beschäftigt sich bereits im sechsten Teil mit Originalzeichnungen, die als Vorlage für Telefonkarten dienten, und Gerhart Renner liefert einen Rückblick auf die Verleihung des Ritters der Neunten Kunst auf der 80. Intercomic an den Comicautor Ingraban Ewald. Dieter Herold ist überhaupt sehr präsent in der vorliegenden Ausgabe: ob die Falk Piccolo-Titelliste, ein Blick auf den echten Revolver, den Herr Wäscher daheim als Vorlage für Buffalo Bill-Comics benutzte, verschwundene Buffalo Bill-Zeichnungen, Tibor-Titelbilder für Hethke, Sigurd-Manuskripte oder Akims neue Abenteuer. Er erfreut sogar mit Hansrudi Wäschers letzter Zeichnung, einem Sigurd-Motiv, das vielleicht der Beginn eines neuen Abenteuers hätte sein können.

Wäscher-Fans berichten, wie sie als Kinder Falk und Tibor in der Schule oder Sigurd auf dem Bauernhof gelesen haben. Derlei Berichte sind als kleine Zeitreisen immer amüsant zu lesen. Comic-Verleger Manfred Wildfeuer gedenkt des verstorbenen Zeichners Achim Danz. Wir bekommen den zweiten Teil der schönsten Sprechblase-Titelbilder ebenso zu sehen wie die Fortsetzung eines Wäscherschen Buffalo Bill-Comics mit einer prächtigen Kolorierung von Toni Rohmen.

Nachdenklich stimmt die Unterschrift unter dem Vorwort des Magazins. Dort stehen nämlich die Namen der beiden Redakteure Herbert Karbaumer und Dieter Herold. Dies war Herberts letzte Ausgabe, er ist vor wenigen Wochen verstorben.

Donnerstag, 27. Juli 2017

Ein gelungener Oktaederraumer

Für Band 70 von Ren Dhark - Weg ins Weltall hat Ralph Voltz einmal mehr ein dynamisches, actiongeladenes Titelbild vorgelegt. Einen Oktaeder bekommt man auf den Covern nur selten zu sehen. Wenn ich mich nicht irre, dürfte es sogar das erste Mal sein. Deshalb gefällt mir das Motiv besonders gut. Was es mit diesem ausgefallenen Raumschiff auf sich hat, wird das nächste Buch verraten. Die Akte Grovis, so der Titel des Romans, erscheint im August.


Mittwoch, 26. Juli 2017

Coole Rockmusik-Shirts

Vor ein paar Tagen saß ich mit einem Bekannten in einem Biergarten, ich ein Kölsch vor mir, er ein Weißbier. Schwere graue Wolken zogen über den Himmel, ziemlich tiefhängend und mit beachtlicher Geschwindigkeit. Nur gelegentlich gaben sie den Blick auf die Sonne frei, oder ich erhaschte einen Ausschnitt blauen Himmels. Zwar sah es so aus, als würde der Regen jeden Moment einsetzen, doch es war warm, sodass nicht mehr als ein T-Shirt nötig war, um draußen zu hocken.
 
Ich trug ein Motörhead-Shirt von der European-Tour 2009, die Lemmys Truppe unter anderem nach Köln geführt hatte. Die Auswahl war reiner Zufall. Von Konzertbesuchen in den vergangenen drei Jahrzehnten liegen mehrere Stapel Tour-Shirts der verschiedensten Bands in meinem Schrank – auf der einen Seite die, die ich nicht mehr tragen kann, sondern nur aus nostalgischen Gründen aufbewahre, auf der anderen Seite jene, die mir noch passen und deshalb auch durch die Weltgeschichte getragen werden. Man kann mir also zufällig begegnen, wenn ich mit BAP oder Bruce Springsteen unterwegs bin, mit Deep Purple, Neil Young oder John Fogerty. Oder mit sonst wem.
 
Diesmal war es halt Motörhead. Mein Weizen trinkendes Gegenüber stand da mit den Sex Pistols in nichts nach, und wir lobten uns gegenseitig für den guten Musikgeschmack. Aus dem Lokal drang AC/DC auf die Straße, was wir zudem beide gutheißen konnten. Nach einer Weile ging ein junger Bursche vorbei, nicht älter als sechzehn, schätzte ich. Unwillkürlich wurde ich aufmerksam auf sein T-Shirt, denn es trug den sattsam bekannten Schriftzug der Ramones. Das amüsierte mich, war ich doch sicher, dass der junge Mann die Ramones niemals live gesehen hat.
 
In dem Zusammenhang fiel mir ein, was ich bereits seit einigen Jahren beobachte. Immer wieder begegnen mir Leute, und zwar Leute jeden Alters, die mit Band-Shirts durch die Gegend laufen, bei denen ich dann im Vorbeigehen in Gedanken wohlwollend nicke. Neben Motörhead, AC/DC und vor allem den Ramones sind das beispielsweise Nirvana, Iron Maiden, natürlich auch die herausgestreckte Zunge der Rolling Stones oder das ikonische Emblem der Dead Kennedys – mithin also ausnahmslos Bands, die ich schätze.
 
Allerdings frage ich mich dann jedes Mal, ob die Shirtträger ebenfalls einen Bezug zu dieser oder jener Band haben oder ob diese Bands sogar in der Mitte der Gesellschaft einen solchen Kultstatus besitzen, dass man mit ihnen auf der Brust kokettiert, ohne einen Bezug zu deren Musik zu haben. Oder sind die Schriftzüge gar längst modische Accessoires, assimiliert von der Modeindustrie, wie es seinerzeit mit dem ganzen Punkoutfit geschah?

Freitag, 21. Juli 2017

Nick trifft auf seinen Doppelgänger

Das will ich schon seit ein paar Tagen kundtun, komme aber jetzt erst dazu. Unversehens steht der Weltraumfahrer von der Erde seinem exakten Ebenbild gegenüber. Denn genau das geschieht im neunten Nick-Roman, für den ich das Manuskript fertiggestellt habe. Damit ist die erste Nick-Serie abgeschlossen. Daran habe ich auch nicht gedacht, als ich 2013 mit dem Schreiben des ersten Romans begann.

In die Geschichte hat Hansrudi Wäscher noch mal richtig viel reingepackt. Zunächst gerät Nicks Sternenschiff bei seinem Flug durch die unerforschten Tiefen der Milchstraße in den Bann eines Veränderlichen Sterns. Danach stoßen die Raumfahrer auf einen kosmischen Nebel, der sich von Energie ernährt und von Planet zu Planet wandert, um seinen Hunger zu stillen, und auf eine Welt, auf der zwar noch sämtliche Technik funktioniert, aber keinerlei intelligentes Leben mehr zu existieren scheint.
 
Schließlich werden Nick und seine Freunde mit einem Volk von Gestaltwandlern konfrontiert, ein klassisches Thema der Science Fiction. Bei meiner Darstellung der Plasmawesen musste ich unwillkürlich an die Mysterious denken, die Worgun aus Ren Dhark. Das Schreiben dieses Romanabschnitts hat mir besonders viel Spaß gemacht.
 
Das Buch wird übrigens eine Überraschung für alle Nick-Fans bereithalten. Falk 5 Der große Wolf enthielt neben dem normalen Ende als kleines Schmankerl zusätzlich das in einer französischen Ausgabe erschienene alternative Ende. Nick 9 geht noch einen Schritt weiter, mehr darf ich aber noch nicht verraten.
 
Meine Romanadaption umfasst folgende Piccolo-Comics: 119 Im Vorhof der Hölle, 120 Planet der Rätsel, 121 Der fressende Nebel, 122 Verzweifelte Suche, 123 Ferngelenkter Tod, 124 Von Gefahren umringt, 125 Eine grauenhafte Entdeckung, 126 Unsichtbare Falle, 127 Flucht ohne Ausweg, 128 Tödliche Unfehlbarkeit, 129 War alles umsonst?, 130 Die unheimliche Straße, 131 Verlassen, 132 Abgesetzt, 133 Flug ins Verderben, 134 Dem Tod auf der Spur, 135 Gefährliche Untersuchung, 136 Unerwartete Hilfe, 137 Landeverbot, 138 Panik, 139 Kampf in der Weltraumstation.


Freitag, 7. Juli 2017

Ren Dhark 69 im Auge des Kritikers

Ren Dhark sucht in der Kleingalaxis Voktar nach einem sicheren Hort für die Point of und für seine Leute, und Robert Monners bespricht im Online-Portal Phantastik-News das aktuelle Buch. Der Rezensent entwickelt sich immer mehr zum Ren Dhark-Experten. In schöner Regelmäßigkeit beschäftigt er sich mit den Neuerscheinungen.

Band 69 mit Titel Ein sicherer Hort bewertet Monners weitgehend positiv. Besonders die im Text lautwerdende Kritik an manchen bedenklichen Auswüchsen der sozialen Medien lobt Monners. So etwas würde er sich öfters wünschen. Aha.

Die ganze Rezension gibt es hier:
 

Dienstag, 27. Juni 2017

Ren Dhark Konferenz 2017

Alle zwei Jahre trifft sich das Ren Dhark-Team zu einer Konferenz, bei der die Rahmenhandlung für die nächsten zwölf Bücher erarbeitet wird. Dieses Arbeitspapier dient als Grundlage für die Einzelexposés, die der Exposé-Autor Ben B. Black erstellt. Nach diesen wiederum verfassen die Autoren – namentlich Nina Morawietz, Andreas Zwengel, Jan Gardemann und Achim Mehnert – dann die Einzelromane, von denen immer drei ein Buch bilden.

Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit. Am Freitag kamen die fünf oben Genannten in einem Hotel in Bonn zusammen, um den nächsten Handlungsabschnitt im Epos um den nimmermüden Raumfahrer Ren Dhark und seinen Ringraumer POINT OF auszubaldowern. Wichtigste auf den Tischen stehende Arbeitsutensilien neben Notebooks, Papier und Bleistiften waren Kaffee, Cola, Wasser und Traubenzuckerlollis.
 
Der Freitag begann traditionell mit einem Brainstorming, bei dem Ideen, Figuren und Schauplätze in den Raum geworfen wurden. Dabei blickten wir durchaus kritisch auch noch einmal zurück auf die hinter uns und den Lesern liegenden Bücher. Was kam gut an, was weniger gut? Was wurde gelobt, was kritisiert? Wir überlegten, welche Figuren und Handlungselemente nach häufigem Einsatz eine Pause gebrauchen könnten und wer hingegen endlich wieder einmal auftauchen sollte.
 
Aus den zahlreichen Stichpunkten kristallisierten sich schließlich vier thematische Schwerpunkte heraus, auf die wir beschlossen, unser Augenmerk zu richten. Zudem kamen wir überein, dass die Erde stärker ins Bild rücken soll als im letzten Handlungsbogen, ebenso verschiedene andere von Menschen bewohnte Welten in der Milchstraße. Außerdem wird Ren Dhark selbst wieder eine Menge Platz eingeräumt, er ist nun einmal der Namensgeber der Serie. Doch auch auf die anderen beliebten Figuren brauchen die Leser in den kommenden zwölf Büchern nicht zu verzichten.
 
Abends begaben wir uns in eine nahegelegene Pizzeria, um ausgiebig zu tafeln. Die Pizza erwies sich als ausgesprochen lecker, das Kölsch dazu gab es leider nur aus Flaschen. Das änderte sich anschließend an der Hotelbar, wo Jan und ich Frischgezapftes vom Fass erhielten. Die anderen hielten sich an Pils, Wein und Cocktails – alles nur in bescheidenem Maße, schließlich waren wir nicht zum Vergnügen da (obwohl die Konferenz an sich schon ein Vergnügen ist) und beabsichtigten, am nächsten Morgen früh aufzustehen.
 
Am Samstag ging es nach einem reichhaltigen Frühstück, wie man so schön sagt, ans Eingemachte, nämlich an die inhaltliche Ausarbeitung jener Themen, die sich aus dem Ideenwust des Vortages durchgesetzt hatten. Gleich zu Beginn merkten wir, dass wir mit der Ausarbeitung nicht so schnell vorankamen wie gewünscht. Die veranschlagte Zeit wurde knapp, zumal auch jetzt immer wieder neue Namen in den Hut geworfen wurden. Anscheinend liefen die Gedanken noch ein wenig träge. Es kam mir vor wie bei einem alten Motor, der erst stotternd anspringen muss, um Betriebstemperatur zu erreichen. Ben wurde nicht müde, aufs Tempo zu drücken. Immer wieder forderte er: »Wir müssen Gas geben«, was später noch unterstützt wurde durch die Direktive: »Nicht allzu viele Details. Wir verzetteln uns!«
 
Mittags machten wir Gruppenbilder mit Dame, von denen ein paar auch gleich ins Netz gestellt wurden, bei Facebook beispielsweise. Dafür verzichteten wir auf ein Mittagessen, begnügten uns stattdessen mit belegten Brötchen, damit erst gar keine Trägheit mehr aufkommt. Das erwies sich als richtige Entscheidung, denn das Arbeitstempo erhöhte sich, ohne dass wir es merkten. Die Ideen sprudelten, die Bälle wurden einander zugespielt und weiterverarbeitet. Eine ungewöhnliche Figur, eine sehr ungewöhnliche sogar mit großem Konfliktpotential, wird in die Handlung zurückkehren, mehr darf ich hier allerdings noch nicht verraten.
 
Ben tippte wie ein Wilder, um die sich stetig weiterentwickelnde Rahmenhandlung festzuhalten. Der flapsige Einwurf »Waffen! Waffen! Amy muss weg!«, mit dem wohl nur Eingeweihte etwas anfangen können, wurde bei jeder passenden Gelegenheit aufgegriffen und entwickelte sich zum Running Gag. Fast ebenso häufig rief jemand scherzend: »Wir brauchen eine Raumschlacht!«, sobald sich Raumschiffe unterschiedlicher – oder auch gleicher – Herkunft begegneten, was jedoch nur sporadisch Einzug ins Rahmenexposé fand, nämlich nur dann, wenn die Situation eine solche Ballerei erfordert.
 
Entgegen unserer anfänglichen Befürchtungen waren wir mit den erarbeiteten Grundlagen am Abend mehr als zufrieden. So hatten wir uns das anschließende Essen im Hotel redlich verdient. Danach saßen wir in gemütlicher Runde beim Whisky-Tasting zusammen. Ben hatte zwei Flaschen des edlen Gesöffs im Gepäck, um die Kehlen des Teams zu kitzeln. Die einst vom damaligen Exposéautor Hajo F. Breuer eingeführte Verkostung ist längst zur Tradition geworden und wird auch unter Bens Expokratenschaft fortgeführt.
 
Ein tolles Erlebnis hatte ich persönlich auch noch. Unweit der Bar des Hotels steht ein Regal mit Prospekten, Flyern und ähnlichem – und rund einem Dutzend Büchern zum Lesen für die Hotelgäste. Ich hatte gar nicht darauf geachtet, aber Andreas sah die Bücher durch. Neben Dan Brown steht mein Roman Schlacht über Odour, Band 48 der Ren Dhark-Subserie Sternendschungel Galaxis. An dieser Stelle hätte ich wirklich keinen Dhark-Roman erwartet. Meine Begeisterung kann man sich vorstellen.
 
Am Sonntag ging es dann mit Elan auf die Zielgerade. Noch einmal wurden die geistigen Kapazitäten der Dame und der Herren auf die Probe gestellt, und noch einmal kam Erquickliches dabei heraus. Wir füllten den noch ausstehenden Handlungsteil mit Leben, bis wir auch mit diesem vollauf zufrieden waren.
 
Übereinstimmend durften wir feststellen, dass die Konferenz ein voller Erfolg war. Nach der Verabschiedung verstreuten wir uns in alle Winde, in Gedanken schon bei der Ausarbeitung des opulenten Rahmenexposés. Wir, die Autoren und Leser, können uns auf spannende und unterhaltsame, auf überraschende und abwechslungsreiche Romane freuen.

Das Ren Dhark Team 2017. V.l.n.r. Ben B. Black, Andreas Zwengel, Jan Gardemann, Nina Morawietz, Achim Mehnert.